Kategorie: Spielberichte

  • 1:8 bei West – Jetzt heißt es „Aufstehen“, Riserva!

    (sm) Auch in der Höhe verdient hat sich der Kleine Waldbadexepress am vergangenen Freitag bei seinem vorgezogenen Rückrundenauftakt auf dem Kunstrasenplatz der SchücoArena mit 1:8 Toren demontieren lassen. Kein Senner Akteur, der bei diesem völlig verkorksten Auftritt auch nur annähernd so etwas wie Normalform dargeboten hätte. So war der Treffer von Walid Kalaf kurz vor der Pause lediglich aktenkundige Notiz im Spielbericht, dass die Senner zumindest physisch zugegen waren.

    Wenn man den Weg der Senner Zwoten mal mehr, mal weniger eng seit über 15 Jahren mitgeht, dann sind es natürlich die herausragend positiven, wie auch die herausragend negativen Ereignisse, die einem bei so einer Fußballmannschaft in der Kreisliga bewegen. Dass wir uns zurzeit in einer oder wenn nicht sogar DER herausragend positiven Phase dieser Mannschaft in den letzten Jahrzehnten bewegen, möchte man in Anbetracht des vor wenigen Tagen erlebten Desasters gerne vergessen, es bleibt aber dennoch dabei. Auch ist es auf den gesamten Senner Seniorenfußball gesehen leider in den vergangenen Jahren immer mal wieder vorgekommen, dass man einen rabenschwarzen Tag erlebt hat und sang- und klanglos untergegangen ist, nicht zuletzt der Senner Waldbadexpress kann ein Lied davon singen. Viel wichtiger als die Auswirkungen eines solchen „Schwarzen Sonntags (oder Freitags)“ auf die Tabelle ist dabei, wie man in der Aufarbeitung einer solchen Mini-Katastrophe verfährt und vor allem, ob man sie aufarbeitet. Darin wird wohl in den kommenden 6 Tagen der Schwerpunkt liegen, sich am eigenen Schopfe aus dem selbstangerichteten Malheur zu ziehen anstatt sich mit „Hätte, hätte…wäre, wäre“ selbst zu bemitleiden.

    Ich kenne die meisten der handelnden Akteure auf Senner Seite, sowie die zwischenmenschlichen Chemikalien als auch die mannschaftsinternen Dynamiken im Kreisligafußball inzwischen viel zu gut, als das nicht -eigentlich seit meiner Heimkehr- eine Alarmsirene pausenlos schrillt. Man muss kein Tiefen-Emphatiker sein, um festzustellen, dass die eingespielten, robusten Mechanismen und Automatismen, die nach dem sagenhaften Aufstieg und einer zumindest vom Ergebnis her, für einen AUFSTEIGER, überragenden Hinserie, in den letzten Woche und bereits vor der Winterpause, zumindest gelitten haben. Gerade bei einer zweiten Mannschaft ist Trainingsbeteiligung und -atmosphäre von gravierender Bedeutung. Da ich die Rückrundenvorbereitung, bis auf die erste Woche, miterlebt habe, hat sich der Eindruck, der sicherlich zu dem Ergebnis vom vergangenen Freitag beigetragen hat, deutlich erhärtet. Ich bin weit weg davon, an dieser Stelle jede Facette des grausamen 1:8 durch zu analysieren, nur diese wesentliche Erkenntnis möchte ich gerne festgehalten wissen: Diese „Klatsche“ war mit Anlauf.

    Die neverending Story von Erkrankungen und Verletzungen umrahmt eigentlich die zuletzt festgestellte Gesamtsituation nur noch. Es ist auch müßig, das im Einzelnen noch groß für irgendwas herzunehmen, denn es ist nun mal so, dass Erkrankungen in dieser Jahreszeit an der Tagesordnung sind und zum Thema der mannigfaltigen Verletzungen, mit der sich der kleine Waldbadexpress im Prinzip schon seit der gesamten Rückrunde 2019 herumschlägt, gibt es dem auch nicht mehr wirklich etwas hinzuzufügen. Hinzu kommen halt die relativ kontinuierlichen, zusätzlichen Absagen (Omas Geburtstag, Hamster Tod etc.), die dann in der Summe eine Situation heraufbeschwören, wie sie sich für die Senner Zwote am vergangenen Freitagabend ergeben hat. Aber um auch hier direkt Klartext zu sprechen und sich nicht in Ausreden zu ergehen: Rein nominell hat man immer noch ein recht ordentliches Team aufs Parkett gebracht, das sich keinesfalls mit sieben Toren Unterschied aus der angrenzenden Schrebergartenkolonie hätte schießen lassen müssen! In der Innenverteidigung vor Keeper Terweer spielten Waldbadexpress-Rekonvaleszent Malte Hawerkamp und Alexander Klimusch. Als Außenverteidiger mussten die Senner Coaches mit Dennis Ambrosius in Ermangelung eines gelernten Defensivmannes schon improvisieren, Ivo Dalhoff spielte angestammt den anderen AV-Part. Auf der Doppelsechs mühten sich zumindest am Anfang Kapitän Felix Scharf und Maximilian Koller, wobei beide Akteure eher der „Laufen und Kämpfen“-Zunft angehören und weniger filigrane Spielmacher sind, die mit kreativen Ideen aus der Tiefe heraus das Spiel aufziehen. Der linke Flügel gehörte mit Tom Friedrich einem der wenigen Akteure, die zuletzt deutlich Hoffnung machten, rechts versuchte sich Adriaan Stötzel. Offensiv lief mit Walid Kalaf und Marc Wittler eine durchaus ordentliche Offensivabteilung auf. In der Hinterhand verfügten Georg Pantel und Jonny Friesen mit dem wegen eines Eingriffs erst spät in die Rückrundenvorbereitung gestarteten Hoffnungsträger Lukas Hentschel, Urlauber Marcel Schmidt und eben Friesen selber über nur wenig Substanz.

    Eigentlich konnte man schon vor Beginn in der Kabine spüren, dass das so ein richtiges „Scheißfreitagabendspiel“ werden würde. Es dauerte ewig, bis man alle Akteure am Westplatz zusammengezogen hatte und dann auch erst wusste, ob wirklich alle da wären und nicht doch noch irgendeiner kurzfristig ausfallen würde. Zu einem koordinierten Warmmachprogramm musste dann auch erst gebeten werden, dazu pfiff ein kalter Wind über die ehemalige „Hartalm“.

    Mit Anpfiff ließen sich die Gastgeber tief in die eigene Hälfte fallen, ließen die Waldbadeleven kommen und spielten eigentlich ausschließlich auf ihren die Offensive dominierenden, spielmachenden Torjäger. Anstatt diesen Dreh- und Angelpunkt gezielt aus dem Rennen zu nehmen, ließ man diesen gewähren und offenbarte in der eigenen Defensive zum Teil schwerste Stellungsfehler. Nach nur sieben Minuten führt ein solcher Stellungsfehler zur Aufhebung einer ansonsten deutlichen Abseitsstellung. Die Gastgeber vertändeln die Aktion im Senner Sechzehner zwar noch, da man aber kaum beherzt und noch weniger engagiert versucht die Situation zu lösen, kann sich der West-Angreifer gleich drei Mal im Senner Sechzehner behaupten und den Ball dann in die Maschen schießen. Wenn die Senner eine Zeit lang an dieser Partie ernsthaft teilnahmen, dann in den Folgeminuten, als es sogar gelingt über links aussichtsreich vor das Heimtor zu spielen, Marc Wittler aber im entscheidenden eins-gegen-eins am West-Keeper scheitert. Damit war der Motor endgültig abgewürgt und es spielte eigentlich nur noch eine Mannschaft. Nach einem in dieser Form unfassbar brutalen Fehlpass aus der eigenen Defensive heraus, kann sich der Torjäger des Tabellenfünften die Kugel schnappen und lässt Terweer erneut keine Chance zur Abwehr. Die Gastgeber, die jeden Treffer feierten wie den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, brannten jetzt lichterloh und spielten die nach nicht einmal 30 Minuten „gebrochen“ wirkende Senner Mannschaft quasi an die Wand. Engagement, Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten – das alles dominierte der Tabellenfünfte. Nach einer halben Stunde überläuft Wests Spielmacher die linke Senner Flanke, bringt gegen die in Auflösung begriffene Senner Hintermannschaft eine perfekte flache Vorhergabe, sodass die drei mitgelaufenen Westler eigentlich knobeln können, wer alleine vor dem Tor zum 3:0 vollendet. Die Katastrophe kündigte sich jetzt deutlich an. Die Gastgeber erarbeiteten sich einfach auch das erforderliche Glück, so ist das 4:0 ein sehenswerter Torschuss, der von der Lattenunterkante über die Linie springt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Senner Elf aber jede ernstzunehmende Gegenwehr bereits eingestellt und litt auf dem Platz vor sich hin. Das 1:4 durch Walid Kalaf ist ein zentral, flach in die Spitze gespielter Pass, der durchrutscht und vom flinken Senner Offensivmann eiskalt verwertet wird. Das war es dann aber auch mit positiven Senner Aspekten von dieser Partie.

    Der zweite Durchgang beschreibt eine orientierungslose, völlig von jedem Mut und jeder Hoffnung verlassene Senner Elf, die eigentlich 45 Minuten lang dem Schlusspfiff entgegensehnte. Ich habe in den vergangenen 15 Jahren in den „schlechten Zeiten“ viele schlimme Partien mit Sennes Zwoter erlebt, aber so eine Darbietung hat es selten gegeben. Innerhalb von gut 20 Minuten schrauben die Gastgeber, heiß wie Frittenfett, das Ergebnis um weitere vier Tore in die Höhe, allerdings wäre auch ein zweistelliges Ergebnis und ein Platzverweis für das Senner Team möglich gewesen.

    Ich denke, man sollte diese Partie nicht allzu sehr überbewerten. Man erntet, was man sät und die Senner Riserva hat in den letzten Wochen reichlich wenig gesät, um gegen einen hochmotivierten Gegner mit Optionen auf den Relegationsrang, der die Tugenden der „Kampfliga“ Kreisliga B gelebt hat, ernsthaft zu bestehen. Neben der unausweichlichen Zwangsläufigkeit, dass man endlich mal wieder adäquat (und damit meine ich tatsächlich quantitativ) trainieren sollte, sind auch einige Dinge in puncto teaminterner Sozialpflege von Nöten, die aber an dieser Stelle nichts zu suchen haben.

    Mit Blick auf das gesamte Jahr gesehen, möchte ich betonen, dass es immer viele „Väter des Erfolges gibt“, es bei Misserfolg aber immer einsam am Steuer zugeht – das ist menschlich. Jetzt geht es darum, sich mal wieder in einer dunklen Stunde mit breitem Kreuz in den Sturm zu stellen und seinen „Mann zu stehen“ und nicht wegzulaufen. Wahre Legenden werden nämlich in dunklen, stürmischen Zeiten geboren und nicht in Zeiten des Ruhms…

     

  • Trophäen für unsere E2 beim Hallencup des VfL Schildesche

    Unsere E2-Jugend kehrte am Sonntag mit gleich drei Pokalen vom toll organisierten Hallencup 2020 des VfL Schildesche heim. Nach einer blitzsauberen Vorrunde mit klaren Siegen gegen Dornberg, Schildesche und Brake wurde auch das Halbfinale mit 2:1 gegen Fichte gewonnen. Nach einer knappen Niederlage gegen starke Queller (0:2) im Finale konnte unsere Jungs den 2. Siegerpokal in die Höhe stemmen.  Große Freude gab es auch über zwei weitere Preise, die in die Senne ginge: Kiano (bester Torschütze) und Henry (bester Torwart) wurden zusätzlich geehrt — Gratulation!

  • Minikicker siegen bei eigenem Fairplaycup

    Beim 1. Fairplaycup der Senner Schwanenapotheke konnten unsere Minikicker wieder einmal überzeugen und durften nach spannenden Finalspielen den  Siegerpokal in die Höhe stemmen. Die gesamte Elternschaft sorgte mit viel Unterstützung und Hilfsbereitschaft für einen reibungslosen und erfolgreichen Nachmittag für unsere Jungs. Hierfür ein herzliches Dankeschön.

  • Die „Gnadenlosen“ – Waldbadexpress schenkt Oerlinghausen sieben Dinger ein!

    (sm) In einem trotz des Endresultats unfassbar packenden und mindestens ebenso hochintensiven Bezirksligaduell hat der heimische Waldbadexpress den lippischen Nachbarn vom TSV Oerlinghausen auf dem Kunstrasenplatz am Waldbad durch Tore von Malte Gruner (4x) Matthes Schwabedissen, Simon Czernia und Gian-Luca Linstromberg mit 7:3 besiegt.

    Ich darf mich, wenn auch an dieser Stelle bzw. in Bezug zur „Senner Ersten“ nur vertretungsweise, bei Euch zurückmelden, liebe Leser und Interessierte rund um den wohlmöglich ältesten „Blog“ im Bielefelder Amateurfußball. Einige von Euch haben mich persönlich im letzten halben Jahr eng begleitet und können sich sicher vorstellen, dass es sich für mich ein wenig komisch anfühlt, mich nun wieder dem „Werk“ um den großen TuS 08 zuzuwenden, den ich natürlich, trotz der Distanz, nie aus den Augen verloren habe – wie könnte ich nach den vergangenen 16 Jahren und dem hochdramatischen 2019 auch? Aber darüber will ich nun nichts weiter verlieren, denn es gilt sich den Hauptprotagonisten, der Mannschaft des Waldbadexpresses und dessen Verantwortlichen zuzuwenden, die seit Sommer Woche für Woche Senner Fußballgeschichte schreiben!

    Wintervorbereitungen sind „eine Sache für sich“, weiß man auch am Senner Waldbad. Dementsprechend verwundert es auch kaum, wenn ich konstatiere, dass die Überraschungsmannschaft der Bezirksliga Staffel 02 aus dem Bielefelder Süden eine insgesamt durchwachsene Vorbereitung zur Rückserie der laufenden Spielzeit absolviert hat. Die meisten der zahlreichen Testpartien wurden mit vergleichsweise kleinem Kader bestritten, häufig fehlten zahlreiche Akteure aus unterschiedlichen Gründen, am Ende musste sogar ein Test aus Personalnot abgesagt werden. Sei es, wie es sei – verfolgt man den inzwischen gläsernen Lokalfußball auf den einschlägigen Online-Portalen, darf man feststellen, dass es nicht nur unserem heißgeliebten Waldbadexpress so geht bzw. ging, sondern auch ganz andere Kaliber mit denselben Erscheinungen zu kämpfen haben. Als sehr wenig karnevalsaffiner Betrachter, kann ich auch der Entscheidung wenig abgewinnen, die Rückwunde so früh einzuläuten, um eine Woche später, am Karnevalswochenende, dann eine Spielpause einzulegen, aber auch hier – „Don’t fight the System!“

    Mike Wahsner konnte zwar insgesamt auf eine über einen längeren Zeitraum gut eingespielte Startelf zurückgreifen, musste aber dennoch neben Co-Trainer Christian Lyko einige Akteure verletzungs- oder verhinderungsbedingt abschreiben, die sicher der Breite des Kaders und damit dem Bauchgefühl des Trainers gutgetan hätten. So kam Jan Partmann im Senner Tor zu seinem zweiten Saisoneinsatz und zeigte sich in zahlreichen Situationen in Bestform! Gian-Luca Linstromberg stellte zusammen mit Stefan Dopheide die Innenverteidigung, die von Publikumsliebling Marcel Landgraf und dem Senner „Gennaro Gattuso“ – Massimo Zanghi auf den Außen flankiert wurde. Zentral auf der Sechs agierte Regisseur und „Zauberfüsschen“ Michel Dennin zusammen mit Tackling-Gott Ole Gruner, der jedoch zur Pause verletzt ausscheiden und durch den glänzend aufgelegten sowie agilen Frank Rott ersetzt werden musste. Die überragende Flügelzange der vergangenen Spielzeit, Matthes Schwabedissen und Simon Czernia gaben ihr 2020-Debüt auf den angestammten Positionen, Czernia traf spät, Schwabedissen bereitete zwei Senner Treffer großartig vor und erzielte einen selbst. In der Offensive ergab sich mit Ausnahmetalent Malte Gruner (diesmal mit Haarband) und dem perfekt „eingesennerten“ Cem Beyer ein hochagiles und vor dem Tor humorloses Sturm-Duo, das die Tücken und schwierigen Bedingungen des kleinen Senner Geläufs optimal für die Spielweise des eigenen Teams auszunutzen verstand. Als Alternativen standen „Goldfuß“ Florian Helmke, Florian Krogmann, Dennis Ambrosius, Henrik Eckseler und der bereits erwähnte Frank Rott zur Verfügung.

    Da der TSV angekündigt hatte, die verlustfreie Senner Serie zu beenden, war abzuwarten, wie die Partie auf dem Minimalmaß-Platz am Senner Waldbad verlaufen würde, nachdem die Verantwortlichen der Stadt Bielefeld den Rasenplatz am Waldbad bei einer letzten Begehung am Freitag für den Spielbetrieb gesperrt hatten. Auch die Senner gingen trotz des „Heimvorteils“ mit gemischten Gefühlen in das Match, denn eigentlich kommt der Platz mit seiner berühmt-berüchtigten Enge und Kürze der Senner Spielweise keineswegs zu Gute, das aber nur am Rande, denn die diesbezüglichen Diskussionen sind am Ende vertane Liebesmüh.

    Die Gäste zeigten sich von Beginn an als physisch robuste Truppe, die keinen Zweifel daran ließ, dass sie sich trotz aller Umstände und stürmischen Wind einiges für den Rückrundenauftakt ausrechnete. So waren die Grün-Schwarzen auch optisch im ersten Durchgang das spielbestimmende Team, ohne jedoch aus dieser Variable wirkliches Kapital zu schlagen. Das taten hingegen die Senner, die jede noch so minimale Gelegenheit durch Unsicherheiten und Stellungsfehler zu wittern schienen und viele richtige Entscheidungen mit einer glänzenden Fähigkeit im Team-Play zu antizipieren, in Zählbares ummünzten. Die Gäste versuchten gar nicht erst Fußball zu spielen, was sicher eine nachvollziehbare Entscheidung darstellt, sondern suchten ihr Heil darin, permanent Standardsituationen, wozu ja quasi jeder Einwurf zehn Meter hinter der Mittellinie zählt, zu generieren. Die Senner hingegen setzten auf die feine Technik ihrer Offensivakteure und die unwahrscheinliche Geschwindigkeit ihres Highspeed-Duos auf den Außen. Einen äußerst schweren und kaum zu beneidenden Stand hatte dabei der Unparteiische, der in einem äußerst giftig und mit teils expliziter Härte geführten Spiel alle Hände voll zu tun hatte und insbesondere zu Beginn einige Entscheidungen traf, die nicht aus jeder Perspektive nachvollziehbar waren.

    Oerlinghausen versuchte hart in Richtung Senner Strafraum zu pressen, um durch die, bei der Enge zwangsläufig entstehenden, Einwürfen und Standardsituationen zu Torraumszenen zu kommen. Nach 90 Minuten waren es sicher zwei bis drei Dutzend wie Eckstöße vorgetragene Einwurf Szenen, mitten rein ins bunte Leben des Senner Sechzehners, die die Gäste zu verbuchen hatten, aber mit den „zwei Türmen“ in der Senner Innenverteidigung, Linstromberg und Dopheide sowie auch dem einen oder anderen gnädigen Einwand des Fußballgottes, überstanden die Waldbadkicker das „Trommelfeuer“ in den eigenen sensiblen Bereich. Erst in den letzten zwanzig Minuten kamen die Lipper per Standards zu Treffern, da war das Match aber insgesamt schon entschieden. Es war allerdings, insbesondere vor dem Hintergrund der pausenlosen Belagerung des Senner Sechzehnmeterraumes, ein „Sahne Tag“ vom furchterregend guten Malte Gruner, der vier von fünf sich ihm bietenden Torchancen, mit gnadenloser Effizienz verwertete. Der Kapitän hat hier einen deutlichen Entwicklungsschritt getan, mit dem er den aufopferungsvollen Defensivkampf seiner Mannschaft vergoldet hat, den er obendrein von vorne angeführt hat. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da wäre der gute Senner „Präsi“ Lars Herrmann jetzt noch unterwegs, um die Fehlschüsse des Blondschopfes aus der Senner Botanik zu sammeln – diese Zeiten sind vorbei. So ist es Malte Gruner, der nach einem bilderbuchartig und technisch sehenswert vorgetragenen Angriff über die linke Senner Seite, gegen eine von der Geschwindigkeit und Präzision des Angriffs völlig überraschte Oerlinghausener Mannschaft, zum 1:0 trifft: Michel Dennin hatte – gehaucht wie einen perfekten Handkuss – Marcel Landgraf mit einem gefühlvollen Flugball auf die linke Außenbahn verabschiedet. Landgraf hatte Gruner im Rückraum erspäht, bedient diesen perfekt in den Fuß, sodass Gruner mit einem saharatrockenen Flachschuss direkt neben den rechten Pfosten das 1:0 markiert. Allerdings ließen sich die Gäste durch die frühe Senner Führung mal so rein gar nicht beeindrucken sondern erhöhten weiter den Druck auf die Senner Defensivreihen, die sich jedoch in einem grandiosen Fight mit maximaler Gegenwehr ereiferten. Es entwickelte sich ein hässliches, völlig zerfahrenes Spiel mit pausenlosen Strafraumszenen im und am Senner Sechzehner. Stark, was der Senner Defensivverbund da leistete. Wenn sich dann aber die Möglichkeit für den Waldbadexpress ergab, nach vorne etwas zu machen, dann brannte es sofort lichterloh bei den Gästen: So antizipieren die Senner in der 20. Spielminute geradezu eine kleine Schlampigkeit in der Oerlinghausener Hintermannschaft und sofort geht die Post ab. Gruner und Beyer gewinnen aggressiv den Ball, schnelles direktes Spiel über zwei Stationen, Vorhergabe, Matthes Schwabedissen scheitert in einem ersten Abschlussversuch, aber Gruner ist zur Stelle und drückt die Kugel zum 2:0 über die Linie. Die ganze Mannschaft wirkte trotz der pausenlosen Defensivaktionen höchst präsent und bereit, sodass auch das 3:0, nur eine Minute später, ein weiteres Mal die Ausnutzung eines minimalen Fehlers in der Gästeabwehr darstellt. Dieses Mal wird der blendend aufgelegte Matthes Schwabedissen über rechts alleine auf die Reise geschickt, ist mit seiner unglaublichen Geschwindigkeit sofort entfleucht und lässt dem Oerlinghausener Keeper im eins-gegen-eins keine Abwehrchance – 3:0 Senne, Oerlinghausen stürmte, aber Senne traf! Die fehlenden 25 Minuten bis zum Pausentee sind nichts für Fußballästheten und Senne-Fans. Oerlinghausen schnürt das Waldbadensemble mit unnachgiebigen Druck hinten ein, die Senner sind sie mal in Ballbesitz, geben das Leder viel zu schnell und teils überhastet wieder Preis, sodass es beim unnachgiebigen Trommelfeuer in Richtung Senner Gehäuse bleibt. Irgendwann sind die Senner dann nach einem durchaus unnötigen Ballverlust in der Offensive fällig: Der TSV spielt einen langen Flugball auf den Rechtsaußen, Landgraf verliert, und das hat Seltenheitswert, eines seiner Laufduelle, im eins-gegen-eins ist Keeper Partmann chancenlos und es steht nur noch 3:1. Dabei gehört erwähnt, dass die Gäste mit ihren Einwurf-Standards gleich zweimal den Querbalken touchieren – aber Glück muss man sich erarbeiten und das tat diese Senner Elf aufrichtig. Ich komme dabei auch nicht umhin, die wirklich grandiose Performance der Senner Innenverteidigung und insbesondere des Senne-Rückkehrers Gian-Luca Linstromberg hervorzuheben, denn es war wahrliche Schwerstarbeit, die dort verrichtet wurde. Kurz vor dem Pausentee rettete der hochgewachsene Linstromberg ein eins-gegen-drei gegen die Gäste und vereitelte damit überragend den Anschluss der Lipper – Ehre, wem Ehre gebührt!

    Die Halbzeit verschaffte eine der ganz wenigen Verschnaufpausen während dieser hochintensiven Partie, die die gut und gerne 150 Zuschauer für eine Erfrischung oder eine der ersten Freiluft-Bratwürste des jungen Jahres nutzten.

    Der zweite Durchgang setzte zwar mit dem Versuch der Gäste fort, per Standard endlich zum Torerfolg zu kommen, aber die Senner stellten in den zweiten Fünfundvierzig zunehmend das bessere und ohnehin effizientere Team, wenngleich sich Jan Partmann im Senner Tor gleich mehrfach als sicherer und souveräner Schlussmann bewies. Außerdem musste Tackling-Star Ole Gruner das Grün mit einem stark geschwollenen Fuß räumen, hoffen wir, dass sich die Befürchtungen eines Bruches nicht bewahrheiten, aber das sah schon wirklich alles andere als gut aus. Senne, mit einem sofort in den Kampf mitziehenden Frank Rott, immer besser und Oerlinghausen zunehmend verzweifelt und mit schweren Abstimmungs- und Stellungsfehlern vor allem beim Senner Mittel der Wahl, vom Rückenwind beflügelten langen Bällen. So schickt Jan Partmann den Torjäger vom Dienst, Malte Gruner, nach einem abgefangenen Einwurf per sensationell getimten Abstoß auf die Reise, der Oerlinghausener Verteidiger verschätzt sich beim durch eine Windbö beflügelten Leder, Gruner bricht durch und vollendet einmal mehr mit gnadenloser Effizienz nun zum 4:1. Der nächste Senner Treffer, knapp eine Viertelstunde nach der Pause ist der erste wirklich wahrnehmbare Wirkungstreffer bei den Gästen, die sich dennoch über 90 Minuten unnachgiebig wehren und stets dranbleiben. Aber jetzt klappt auch noch alles bei den Waldbadkickern, die in der zentrale um Dennin und Rott sowie Dopheide und Linstromberg kompakt und offensiv schnell umschaltend stehen. Wieder wird Matthes Schwabedissen bilderbuchartig auf diesem engen Geläuf geschickt, wieder produziert der Senner Außenrenner eine Bilderbuchvorhergabe, die der Top-aufgelegte Gruner nur noch zu verwerten braucht, und es steht 5:1. Kurz zuvor hatten die Gäste einen eigenen Akteur verletzungsbedingt auswechseln müssen, die Szene ohne Gegnereinwirkung sah nicht gut aus, wir wünschen von hier aus alles Gute und baldige Genesung! Zwanzig Minuten vor dem Ende rutscht den Sennern eine Ecke durch, die am langen Pfosten zum 5:2 genutzt wird. Würde hier nochmal etwas gehen, für die nie aufsteckenden Lipper?

    Die Antwort präsentierten Cem Beyer und Simon Czernia, die davon profitierten, dass sich Malte Gruner auf dem Rückweg in die eigene Hälfte befand und somit lediglich passiv abseits stand, als Cem Beyer über rechts Außen geschickt, die nächste Traumvorhergabe der Blauen an diesem Spieltag produziert, die Simon Czernia, der insgesamt nicht in der überragenden Form der vergangenen Saison stattfand, nur noch einzuschicken braucht – 6:2. Jetzt, nach über 70 Minuten Full-Contact Fußball geht allmählich etwas die Spannung aus der Partie und es wird insgesamt auf beiden Seiten etwas ungenauer gearbeitet, wodurch Jan Partmann einige Male für seine Mitspieler retten muss. Tatsächlich gelingt den Gästen fünf Minuten vor Ende der offiziellen Spielzeit ein weiterer Treffer, aber auch der Waldbadexpress ist noch nicht durch und behält sich den insgesamt 10 Treffer in diesem munteren Treffer selber vor: Gian-Luca Linstromberg veredelt seine über 90 Minuten überragende Abwehrleistung mit einem Volleytor, leicht abgefälscht zum 7:3, den hatte sich der Heimkehrer des goldenen 92er Jahrganges mehr als verdient, dieses Spiel wurde trotz der wahnsinnig guten Effizienz in der Offensive vor allem in einer zermürbenden Abwehrschlacht mit gut und gerne 15 Minuten Netto-Spielzeit im Senner Strafraum gewonnen.

    Eine überragende Teamleistung ihrer Mannschaft sowie ausgezeichneter Individualkönner durften die zahlreich erschienenen Senner Zuschauer an diesem stürmischen Sonntag am Senner Waldbad bestaunen. Für mich persönlich war es sehr ergreifend, mitzuerleben, wie sehr diese Mannschaft Werte und Grundsätze lebt, die in vielerlei Hinsicht repräsentativ für das stehen, was am Senner Waldbad in den letzten fünf Jahren erreicht wurde. Da wird sich mit und füreinander auf dem Platz zerrissen, um die blau-weiße Flagge weiterhin selbst im Sturm wehen zu lassen. Aufopferungsvoller Kampf und Engagement, aber auch spielerisch-technisch höchst sehenswerte Aktionen und Szenen, die einem jeden, der den Weg dieser Jungs aus der Kreisliga B mitverfolgt hat, wie eine Offenbarung vorkommen muss. Ich hoffe und wünsche sehr, dass der immer weiter zunehmende Zuspruch für den Verein, die Fußballabteilung und das Flaggschiff, den Waldbadexpress, sich so weiterentwickeln. Die Zeit ist reif, weitere tiefgreifende Schritte zu gehen, um das Werk dieser großartigen Jungs und ihrer Trainer weiter zu beflügeln. Wir gehen unseren Weg, dieser Weg war auch im 13. Spiel in Folge Erfolg versprechend. Jungs – nur IHR habt es in der Hand, wie dieser Weg weitergeht, aber sicher ist, dass Senne hinter Euch steht!

    Man of the Match: Gian-Luca Linstromberg

  • Turniersieg für Minikicker in Sende

    Erneut konnten die Senner Minikicker einen Turniersieg erringen. Ungeschlagen gewannen unsere Jungs das Hallenturnier beim SW Sende.In einem spannenden Finale wurde mit 6:3 gegen die Mannschaft von Sf Sennestadt gewonnen.

    V.l.Trainer Said Nassery,Bilal,Cinar,Julian,Jakob,Finn,Joshua,Emil,Max,David und Trainer Holger Globich

  • TuS 08-Bambinis erfolgreich in Altenhagen

    TuS 08-Bambinis erfolgreich in Altenhagen

    Die Senner Bambini-Mannschaft von Christian Quintana und Bülent Bozkurt hat am Sonntagmorgen äußerst erfolgreich an einem Turnier in Altenhagen teilgenommen! Am Ende durfte sich der Senner Nachwuchs über viele Tore und jedes Kind über eine Medaille freuen! Vielen Dank an den FC Altenhagen für die Einladung! 

  • Minikicker mit Turniersieg in Vlotho

    Turniersieg für unsere Minikicker in Vlotho am 26.01.2020.

    Von links:Felix,Nick,Lenny,Julian,Bilal,Liam,Timucin, Joshua,Elai und Emil
    Im Hintergrund Trainer Said Nassery

  • E2-Jugend erreicht 2. Platz beim Fairplay-Cup des TuS Brake

    Unsere E2-Jugend hat mit viel Einsatz und stellenweise tollem Kombinationsfussball den 2. Platz beim Hallenturnier des TuS Brake errungen. Erst im Finale mussten sich unsere bis dahin gegentorlosen Jungs dem SC Halle knapp mit 1:2 geschlagen geben. Als Trostpflaster für unser Team erhielt Tom Begemann die Auszeichnung als bester Torwart des Turniers.

  • Hochkarätiges E-Jugendturnier mit Bundesliga-Nachwuchs

    Am Sonntag den 5.1. richtete unsere E2-Jugend die Silberrunde des Porta Indoor Masters aus (veranstaltet vom TuS Lipperreihe) und konnte in der Halle im Schulzentrum Senne hochkarätige Nachwuchsmannschaften u.a. von Borussia Dortmund, Eintracht Braunschweig, SV Darmstadt 98, VfL Bochum, Arminia Bielefeld und Alemannia Aachen begrüßen. Packende Spiele auf nationalem Spitzenniveau in der Senne, mit einem verdienten Turniersieger BVB 09. Unsere E2-Jugend hat mit einem Sieg, einem Unentschieden und tollen Leistungen bei knappen Niederlagen gegen den VfL Bochum (1:2) und Arminia Bielefeld (0:2) einen tollen 8. Platz belegt.

  • Waldbad-Express mit überragendem Abschneiden bei den Stadtmeisterschaften im Hallenfussball!

    Am gestrigen Abend spielten die Jungs vom Senner Waldbadexpress das zweite Jahr in Folge und zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren in der Endrunde der Bielefelder Hallenstadtmeisterschaft. Die unglaubliche Atmosphäre dieses Events mit ihrer elektrisierenden Wirkung war zunächst in der Senner Kabine, die man sich mit dem TuS Dornberg teilen durfte (danke dafür!), nachdem ein höherklassiger Bielefelder Verein eigenmächtig die Kabinenbelegungen zu den eigenen Gunsten geändert hatte, nur oberflächlich spürbar. Als es dann aber still wurde und die Teambesprechung begann, da konnte man spüren, wie die Anspannung stieg. Für mich bemerkenswert, wer da aus dem Kreise der Mannschaft, nach den Worten des Trainers, die besonnenen Worte zur Teamtaktik fand. Jetzt konnte man den Jungs aber ansehen, dass sie voll da und zunehmend konzentriert an die erste Aufgabe des Abends herangingen. Mit dem VfL Ummeln stand man dem südbielefelder Lokalrivalen aus der Kreisliga A gegenüber, der sich mit starken Leistungen die Endrunde redlich verdient hatte und durch die Senner, die selber zwei Mal als Kreisligist in der Endrunde standen, nicht im Geringsten unterschätzt wurden.

    So war die Partie auch zunächst durch Abtasten und vorsichtiges Taktieren geprägt, ehe der A-Ligist den Auftakt mit zwei hochkarätigen Gelegenheiten hatte. Der erste Treffer gebührte dann jedoch dem Waldbadexpress, als sich Gian-Luca Linstromberg und Cem Beyer per Traumkombination durch die Halle spielten und Linstromberg eiskalt zum 1:0 veredelte. Kurz darauf kommt der VfL jedoch zum verdienten Ausgleich, als sich die Senner aus einer misslichen Lage nicht befreien können und ein Ummelner Kicker sehenswert stramm unter die Latte trifft. Ummeln im ersten Durchgang absolut gleichwertig, gehört der Schlusspunkt im ersten Durchgang, aber der gute Lukas Steinfels vereitelt im eins-gegen-eins die mögliche Ummelner Führung.

    Direkt nach der Pause ist es einmal mehr der seit Wochen grandios aufspielende Ur-Senner Linstromberg, der einen schweren Ummelner Abspielfehler mit erneut starker Übersicht zum Senner 2:1 nutzt. Kurz darauf profitiert der VfL von einem Senner Fehler und zieht zum 2:2 gleich. Danach nimmt der Waldbadexpress Fahrt auf und dominiert die Partie bis zum Ende. Resultat: Das von Malte Gruner virtuos vorbereitete und von „Zauberfüsschen“ Michel Dennin knallhart eingeschossene 3:2, das von Luka Marquart jeweils artistisch vollendete 4 und 5:2, sowie das von Malte Gruner aus einiger Entfernung in den langen Winkel gezimmerte 6:2. Damit war die Messe insgesamt gelesen, nichtdestotrotz lieferte der VfL Ummeln bis zur Schlusssirene einen harten aber stets fairen Fight, der in der letzten Spielminute noch mit dem 6:3 belohnt wurde, ehe der starke Lukas Steinfels im Senner Tor aus dem Spiel heraus per sehenswertem Abstoß das 7:3 Schlussresultat erzielt. Senne steht im Halbfinale, Kompliment an den VfL Ummeln für die starke diesjährige Stadtmeisterschaft!

    Dass es während einer der anderen Viertelfinalspiele einmal mehr (und einmal mehr zu viel) in diesem Jahr zu Ausschreitungen kam, sei an dieser Stelle nur am Rande erwähnt. Ich bin auch zur Zeit wohl kaum der Richtige, diese Geschehnisse irgendwie einzuordnen oder zu bewerten und erlaube mir daher nur die Anmerkung, dass diejenigen, die sich zu diesen Szenen hinreißen lassen, einmal darüber nachdenken sollten, wie gut wir es in diesem Land hier haben, in dem Frieden und nicht Gewalt eigentlich der Normalzustand sind, dessen Erhalt uns ALLEN sehr wertvoll und eines jeden oberste Pflicht sein sollte.

    Der Waldbadexpress stand indes nach 2016 wieder in einem Halbfinale der Hallenfußball Stadtmeisterschaften, ein weiteres grandioses Kapitel, dieser unfassbar tollen Jungs und Mannschaft, die somit die Möglichkeit haben sollten, das Jahr 2019 zu „verplatinen“, den vergoldet mit Brillanten ist dieses unvergleichbar erfolgreiche Jahr ohnehin schon.

    Wenn man diesen verschworenen und inzwischen gereiften Haufen junger Haudegen erlebt und von den Beginnen im Jahr 2014 an mitverfolgt hat, dann kann man ein gewisses „Gänsehaut-Feeling“ kaum unterdrücken, nimmt man den unfassbaren Spirit wahr, der hier inzwischen miteinander gelebt wird – etwas ganz Besonderes und wie ich meine sehr, sehr Seltenes.
    Die Partie gegen den zwei Klassen höheren Favoriten von der Rußheide sollte nach dem souveränen 6:2-Sieg der Senner über ebenjenen Gegner, über die gesamte Spieldauer auf Augenhöhe verlaufen.
    Das 1:0 für den Underdog erzielt Philip Schlegel nach einer kämpferisch starken Einzelleistung, die der junge Ballkünstler mit einem knallharten Torabschluss ins lange Toreck vergoldet. Aber der Favorit nutzt sogleich eine Überzahlsituation nach etwas ungestümen Senner Vorstoß zum 1:1-Ausgleich. Im weiteren Verlauf kann das Team aus dem Bielefelder Osten die in den Zweikämpfen etwas zu zurückhaltende Art der Waldbadkicker nutzen, um auf 3:1 davonzuziehen, vor allem hier hatte man in der Vorrunde dem Favoriten den Schneid abgekauft. Kurz vor dem Seitenwechsel ist es Timon Finger, der mit zwei grandiosen, technisch sehenswerten Szenen die Senner zumindest wieder auf ein Tor heranbringt.

    Kurz nach der Pause hat Malte Gruner sogar nach schneller Spieleröffnung und bilderbuchartiger Vorarbeit von Cem Beyer die Riesenchance zum 3:3, aber der Ball springt unfassbar Zentimeter neben das Tor und die Halle verstummt, nach dem der eigentlich hochverdiente Ausgleich nicht fällt. Stattdessen kann der Favorit, gefühlt ein wenig zu einfach, auf 2:5 davonziehen. Auch hier scheint die Messe gelesen, aber wer das glaubt, hat die Rechnung ohne die im vergangenen halben Jahr mehrfach bewiesene Moral dieses unglaublichen Senner Teams gemacht. Der vermeintliche Finalist beschränkt sich auf Ergebnisverwaltung, der Waldbadexpress rollt nochmal an und liefert eine mehr als packende Aufholjagd: Cem Beyer nutzt einen vermeidbaren Ballverlust des Fichte Keepers und hat ein wenig Glück, als er den Schlussmann außerhalb des Strafraumes zum 3:5 überwinden kann. Nur eine Minute später ist es der jüngste Spross der Gruner Family auf dem Felde, der einen Ball im Fichter Spielaufbau zu Bruder Malte spitzeln kann, der sich in dieser Szene nicht zweimal bitten lässt und die Senner wieder auf ein Tor heranbringt. Jetzt wird der Favorit nervös und die Senner sollen Ihre Chance auf den Ausgleich wittern UND bekommen: Der zum fünften Feldspieler umfunktionierte und starke Luka Marquardt schießt kurz hinter der Mittellinie auf das Tor, Malte Gruner fängt das Geschoss in zentraler Position vor dem Fichteraner Gehäuse jedoch ab, tanzt seinen Gegenspieler aus, verlädt den Torwart und erzielt überragend das 5:5 – Gleichstand! Schafft Senne jetzt den großen Wurf?

    Es läuft schon die Schlussminute, da kann der VfB Keeper einmal mehr kurz hinter der Mittellinie auf das Senner Tor schießen, zwei im direkten Schussfeld stehende Senner Spieler werden vom an sich weniger stark geschossenen Ball passiert, der starke Jan Partmann im Senner Tor sieht den Ball spät und bekommt die Murmel unglücklich durch die Beide, von wo aus er an den Innenpfosten und dann ins Tor springt. Welch‘ unglückliche Fügung für das grandios fightende Senner Team, dass sich so stark zurück in dieses Spiel gearbeitet hatte. Im Schlussakkord ist das Glück den Sennern nicht mehr hold und als die Senner gleich dreimal hinten heraus den Futsal nicht wegbekommen, erhöht der Westfalenligist sogar auf 5:7. Am Ausscheiden auf der Zielgeraden hätte auch der mögliche Treffer von Michel Dennin nichts mehr geändert, der wenige Sekunden vor Schluss den letzten Senner Angriff nicht mehr veredeln kann. Mit 5:7 muss man sich am Ende dem VfB Fichte geschlagen geben, dem man in zwei Partien Duelle auf Augenhöhe bieten konnte, wenigstens diesen „Vorwurf“ wird man sich im Vergleich zum Vorjahr, nicht erneut ausgesetzt fühlen müssen…