Kategorie: Spielberichte

  • Riserva bleibt siegreich

    Am 11. Spieltag der Kreisliga B konnte die Zwote Tabellenschlusslicht TG Hörste mit 6:1 auf dem heimischen Kunstrasen besiegen. Nach einer schwächeren ersten Halbzeit konnten die Senner in Überzahl in der zweiten Halbzeit für klare Verhältnisse sorgen.

    Beim zweiten Sieg in Folge verteidigten vor Keeper Sven „KnockouTer“veer Burhan Tokman, Felix Scharf, Kevin Baumert und Ivo Dalhoff, die anspruchsvolle Aufgabe des alleinigen Sechsers erledigte Max Koller, während die Außenbahnen Tom Friedrichs und Umut Yamaci bildeten. Erstmalig startete die Riserva mit einer Doppelspitze in Form von Lukas Hentschel und Marc Wittler, welche Unterstützung von Waldbadexpress-Leihgabe Olli Epke erhielten. Komplettiert wurde die Elf vom angeschlagenen Mirko Cacic, Chris Laugwitz und Max Fabry.

    Zwar ist die Riserva durchaus spielbestimmend in den ersten Minuten, kann sich aber gegen schwache Hörster keine Chancen herausspielen. Nach 25 Minuten kommt dann der Nackenschlag für die Senner: Baumert kann einen langen Ball nicht verteidigen und der Stürmer in aller Seelenruhe zum 0:1 aus Senner Sicht einschieben. Dass die Antwort nur 6 Minuten auf sich warten lässt, spricht dennoch nicht unbedingt für die Senner, da das Tor im Prinzip aus keiner richtigen Torchance entsteht: aus einer undurchsichtigen Situation im Hörster Strafraum kann Wittler Profit schlagen, der den Ball hinter dem Rücken des Verteidigers Richtung Tor spitzeln kann. Der nicht unhaltbare Ball trudelt in die linke Torecke und bedeutet das 1:1 Unentschieden. In der Folge zeigen sich die Senner mit mehr Zug zum Tor, ohne echten Torchancen zu kreieren. In der 38. Minute ist es dann ein perfekt getimter Ball von Epke in den Lauf von Youngster Hentschel, der kurz vorm 16er nur noch per Foul des letzten Hörster Verteidigers gestoppt werden kann. Als Konsequenz gibt es zurecht die rote Karte. Kurz vorm Halbzeitpfiff ist es dann erneut Hentschel, der einen Fehlpass der gegnerischen Verteidigung dankend im 16er annimmt und zur Führung trifft.

    Zwar konnte man den Rückstand noch in der ersten Halbzeit drehen, jedoch entstanden beide Tore nicht aus herausgespielten Chancen, sondern waren eher Geschenke. Dementsprechend enttäuscht zeigt sich auch Coach Pantel in der Pause, der eine klare Leistungssteigerung forderte. Mit den eingewechselten Laugwitz und Cacic sollen in der zweiten Halbzeit mehr Struktur und Torgefahr entstehen.

    Durch die numerische Überzahl kann sich die Riserva rasch einige vielversprechende Offensivaktionen erspielen, wobei oft das letzte Zuspiel zu ungenau ist oder gar nicht erst versucht wird. Nach Zuspiel von Baumert kann Friedrichs mit seinem ersten Saisontor in der 54. Minute das erlösende 3:1 erzielen. Die Gegenwehr der Gäste lässt darauf nach, die erspielten Torchancen der Senner werden jedoch nicht konsequent in Tore umgemünzt. So dauert es bis zur 83. Minute, als Cacic den eingewechselt „Fabreezy“ in Szene setzen kann, welcher frei vorm Torwart zum 4:1 einschiebt. Das Ergebnis in die Höhe schrauben können schließlich noch Epke und erneut Friedrichs, wodurch ein 6:1 Endstand zu Buche steht, welcher vor allem das zuletzt arg gebeutelte Torverhältnis der Senner auffrischt.

    Bei allem Respekt vor dem Gegner muss man festhalten, dass heute gegen den Tabellenletzten der Kreisliga B nur ein durchschnittliches Spiel gezeigt wurde, in dem man vor allem durch die rote Karte lange im Vorteil war. Dabei zeigte man gerade in der ersten Halbzeit keine gute Leistung, die von stärkeren Gegner bestraft worden wäre. Solch ein Gegner wartet am kommenden Sonntag mit dem TuS Solbad Ravensberg, der vergangene Saison nur knapp am Aufstieg gescheitert war und in dieser Saison noch den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt.

  • Souveräne Leistung bringt Waldbadexpress zweiten Heimsieg in Serie

    Nachdem der Waldbadexpress seiner Favoritenrolle im Kreispokal-Viertelfinale am vergangenen Donnerstag mit einem ungefährdeten 4:1-Erfolg beim B-Ligisten TuS Solbad Ravensberg gerecht geworden ist, konnte man im Ligabetrieb noch einmal nachlegen. Am 11. Spieltag der Bezirksliga behielt die Senner Elf gegen das Tabellenschlusslicht TuS Friedrichsdorf mit einem souveränen 3:0-Heimsieg die Überhand. Damit verlängert sich gleichzeitig auch die niederlagenfreie Serie wettbewerbsübergreifend auf mittlerweile acht Partien.

    In puncto Wetter gab es eine tristes Kontrastprogramm zur Vorwoche. Zu den tiefen zweistelligen Temperaturen gesellte sich ein graues Wolkenband, welches Dauerregen im Gepäck hatte – klassisches Herbstwetter. Die Umstände machten es den Akteuren auf dem tiefen Rasen extrem schwer, den Ball laufen zu lassen und Fußball zu zelebrieren. Das typische „Fritz-Walter-Wetter“ forderte also bereits vor dem Angriff erneut vor allem zwei wichtige Tugenden, die sich in den vergangenen Wochen in den Reihen der Senner Akteure immer mehr herauskristallisiert haben: hohe Einsatzbereitschaft gepaart mit einem unbändigen Willen.

    Mit Blick auf die erste Elf musste Trainer Mike Wahsner auf einigen wenigen Positionen an kleinen Stellschrauben drehen. Im Tor stand erneut Felix Winkler-Ersatz Lukas Steinfels, der sein Tor zu Null hüten konnte. Die Viererkette davor bekleideten Massimo Zanghi, Gian-Luca Linstromberg, Stefan Dopheide und Malte Hawerkamp, der als neuer Linksverteidiger Marcel Landgraf eine Position nach vorne schob. Das Mittelfeld setzte sich aus Cem Beyer, Ole Gruner, Michel Dennin und eben Marcel Landgraf, der den angeschlagenen Matthes Schwabedissen auf der linken Außenbahn stark vertrat, zusammen. In vorderster Front lief erneut das stark harmonierende Sturm-Duo aus Timon Finger und Malte Gruner auf. Mit Henrik Eckseler, Dennis Ambrosius, Matthes Schwabedissen, Luka Marquardt, Florian Helmke und Philipp Schlegel kann Chef-Coach Wahsner im Spiel immer noch auf eine breit aufgestellte Ersatzbank zurückgreifen.
    Während die Senner Akteure der tabellarischen Favoritenrolle gerecht werden und das Spiel auf dem seifigen Untergrund bestimmen, stehen die Gäste tief und lauern auf schnelle Gegenstöße. Trotz der deutlichen Feldüberlegenheit bleiben die Hochkaräter zu Beginn erst einmal aus. In Minute 20 ist es dann ein über die rechte Seite schnell vorgetragener Angriff, der den Weg zu Linksaußen Marcel Landgraf findet. Landgraf zieht im eins gegen eins in den Strafraum und wird gefällt – Elfmeter Senne! Spielführer Malte Gruner übernimmt Verantwortung, schnappt sich das Leder und scheitert mit einem nicht all zu platzierten Schuss am Gästekeeper.

    Getreu dem Motto „Jetzt erst recht!“ erhöht der Waldbadexpress das Tempo und kann rund fünf Minuten nach dem verschossenen Strafstoß endlich jubeln. Ein Ballgewinn im Mittelfeld wird auf den zentral stehenden Timon Finger weitergeleitet, der mit dem Ball an seinen Gegenspielern vorbeizieht und das Leder von rechts scharf vor das Gästegehäuse bringen kann, wo Kapitän Gruner zur verdienten 1:0-Führung eingrätschen kann – durchatmen! Abgesehen von einer Großchance, die Cem Beyer freistehend vor dem gegnerischen Schlussmann leider vergibt, wird das Spiel bis zur Halbzeit nickliger und von einigen Fouls zersetzt.

    In der Kabine ist sich die Senner Elf bewusst, dass man das Spiel zwar klar in der eigenen Hand hält, aber ein Gegentreffer die Ausgangssituation von vor 45 Minuten wieder herstellen kann. Dementsprechend ist man gewillt ein zweites Tor nachzulegen und sowohl den Einsatz als auch die Konzentration hochzuhalten, um die wichtigen drei Zähler am Waldbad zu behalten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ersetzt Philipp Schlegel, der mit seinem hohen Tempo für offensive Akzente sorgen soll, den erneut viel Laufarbeit verrichtenden und stark mannschaftsdienlich spielenden Timon Finger an der Seite von Malte Gruner.

    Zu Beginn der zweiten Halbzeit verflacht das fußballerische Niveau der Partie etwas. Die Hausherren haben das Spiel zwar im Griff, können aber keine richtig gefährlichen Akzente in der Offensive setzen. Auf der anderen Seite verpufft jeder Angriffsversuch der Gäste an der erneut sicher stehenden und gut harmonierenden Defensive der Senner. Und selbst wenn mal ein Ball durchrutscht, ist der Senner Schlussmann Lukas Steinfels auf der Höhe und steht parat. Mit den Einwechselungen des Senner Oldies Florian „Goldfuß“ Helmke, der Cem Beyer ersetzt, und Luka Marquardt, der für den souverän agierenden Malte Hawerkamp in die Partie kommt, verändert sich die Statik des Senner Spiels zum Positiven. Keine drei Zeigerumdrehungen nach den Wechseln, gelingt der Senner Offensive über Florian Helmke, Malte Gruner und Philip Schlegel eine schöne Direktkombination, an dessen Ende das beruhigende 2:0 steht. Ein Doppelpass von Helmke und Gruner schafft Helmke den nötigen Raum, um den in die Tiefe einstartenden Schlegel zu bedienen, der vor dem Gästekeeper eiskalt bleibt und durch die Hosenträger zur zwei-Tore-Führung einschieben kann. Gleichzeitig holt sich Rechtsverteidiger Massimo Zanghi, auf Anweisung eines Gäste-Akteurs (!), aufgrund einer Provokation vor der gegnerischen Bank die zweite gelbe Karte ab.
    In Unterzahl steht die Senner Elf nun etwas tiefer, um nicht ins viel zitierte „offene Messer“ zu laufen, lauert aber gleichzeitig auf eigene, schnelle Umschaltmomente. Den Gästekickern fallen trotz numerischer Überzahl jedoch wenig spielerische Lösungen ein, sodass die verbleibenden zwanzig Minuten weitgehend schadlos überstanden werden können. Hinzu kommt, dass es ein in grün gekleideter Akteur Massimo Zanghi gleichtut und mit seinem zweiten Foul ebenfalls des Feldes verwiesen wird. In Gleichzahl nimmt der Waldbadexpress in den Schlussminuten das Heft des Handelns erneut in die Hand. Mit der nahezu letzten Aktion des Spiel ist es Urlaub-Rückkehrer Florian Helmke, der einen von Philip Schlegel abgeblockten Torschuss per Abstauber zum 3:0-Endstand über die Linie drücken kann.

    Damit können wir die Zähler zehn, elf und zwölf auf dem Punktekonto verbuchen. Die Witterungsbedingungen haben ein schönes, ansehnliches Fußballspiel, wie wir es auch selber von uns erwarten, nicht wirklich möglich gemacht. Dennoch ist jeder einzelne Punkt in erster Linie eine Stufe, die uns weiter aus dem unteren Tabellendrittel befördert. Aus den vergangenen sechs Ligaspielen konnten wir von 18 möglichen starke zwölf Zähler sammeln. Die Serie zeigt, welch Qualität in unseren Reihen schlummert. Eine Sache, die genau jetzt aber nicht passieren darf, ist, zufrieden zu sein. Natürlich ist die Serie schön, aber trotz alle dem muss in jeder Trainingseinheit, in jedem Spiel erkennbar sein, dass wir Lust auf mehr haben. Lust auf weitere Siege. Lust auf mehr Erfolg. Kein Schlendrian reinkommen lassen und weiter marschieren!

  • Riserva legt den Schalter um

    Nach zuletzt enttäuschenden Wochen konnte die Riserva am 10. Spieltag der Kreisliga B den Abwärtstrend stoppen und bei Mitaufsteiger KuS Beli Orlovi Srbija Bielefeld einen 3:0 Auswärtssieg feiern. Bei sonnigen 21 Grad schickte das Trainerduo Pantel/Friesen folgende Elf auf den ungeliebten Hartplatz in Oldentrup: vor Schnapper Sven Terveer verteidigten heute kompromisslos und ohne Makel Burhan Tokman, Felix Scharf, Jan-Hendrik Rüter und Ivo Dalhoff. Auf der Doppelsechs kam neben Mirko Cacic diesmal Max „Macki“ Koller zum ersten Startelfeinsatz, davor bedienten die beiden Außen Adriaan Stötzel und Tom Friedrichs die Offensivakteure Fabio Schiprowski und Marc Wittler. Komplettiert wurde das Team durch Chris Laugwitz, Jonny Friesen, Lukas Hentschel und Alex Schulze.

    Coach Pantel appellierte vor Beginn der Partie an alle aktiven Akteure, ein anderes Gesicht als in den Vorwochen zu zeigen. Dazu gehörte nicht nur eine variablere Spielweise, sondern auch Einsatz und Willen. So kam man nach einer Schrecksekunde in den ersten Minuten, als Terveer im 1 gegen 1 entschärfen musste, auch deutlich besser in das Spiel und beherrschte Ball und Gegner. Aus der heute sicheren Defensive konnte so der Spielaufbau über die gut abgestimmte Doppelsechs erfolgen. Immer wieder können so die schnellen Außenspieler Stötzel und Friedrichs eingesetzt werden, welche die nachrückenden Spieler im Zentrum freispielen.

    Nach 23 Minuten ist es dann ein solcher Ball der von Schiprowski auf Cacic abgelegt wird. Aus gut 25m hat der Balkanbomber Zeit und Raum und kann das Leder mit einem satten Rechtsschuss in der rechten unteren Torecke unterbringen. Das für die Riserva überraschende Gefühl einer Führung tut den Mannen sichtlich gut, denn auch in der Folge läuft nicht nur das Leder in den Senner Reihen, auch die Defensive erledigt heute ihren Job exzellent und bekommt tatkräftige, einsatzfreudige Hilfe aus allen Mannschaftsteilen. Nach 35 Minuten ist es dann erneut Cacic, der in der Mitte Platz und das nötige Auge hat, um Wittler in die Schnittstelle der Abwehr zu bedienen. Aus knapp 15m reicht dann ein platzierter Rechtsschuss, um die Senner mit 2:0 in Front zu bringen. Mit der recht komfortablen Halbzeitführung ist man sich untereinander einig, keinen Centimeter von der eigenen Marschroute abzuweichen und genau so konzentriert weiterzuarbeiten. Für weitere Akzente sollen in der zweiten Halbzeit Chris „CL7“ Laugwitz, Alex „Speedster“ Schulze und wenig später auch Lukas Hentschel sorgen.

    Die zweite Halbzeit ist der ersten sehr ähnlich, die Senner bleiben spielbestimmend und die wenigen Vorstöße von KuS Beli enden spätestens in den Händen von Schlussmann Terveer. Die Vorentscheidung folgt in der 68. Minute, als Laugwitz und Schulze sich über die rechte Seite durchkombinieren können und letzterer den völlig freistehenden Wittler in der Mitte bedienen kann. Dieser kann in aller Ruhe den Ball verarbeiten und aus 15m den herauslaufenden Torwart zum 3:0 Endstand überwinden. Die restliche Spielzeit verwalten die Senner das Ergebnis, während KuS Beli zwar versucht offensiv Akzente zu setzen, allerdings verteidigt die Riserva heute konsequent und kann somit den zweiten „zu 0“ Sieg der Saison einfahren. Nach den schwer verdaubaren Negativerlebnissen der letzten Woche ist dieser 3:0 Sieg Balsam für alle Beteiligten. Dass die Riserva den Kampf angenommen hat, sich variabel in der Offensive zeigte und alle an einem Strang zogen, ist vor allem auf dem holprigen Ascheplatz der richtige Wegweiser für künftige Spiele.

  • Waldbadexpress verlässt die Abstiegsplätze

    Der nächste Sieg ist eingetütet, die nächste drei Zähler dürfen auf der Habenseite verbucht werden! Mit dem 4:1-Heimerfolg über die Elf vom Gütersloher TV, die in der vergangenen Spielzeit als Aufsteiger lange Zeit an der Tür zur Landesliga klopfen konnte, verlässt der Waldbadexpress erstmalig in dieser Spielzeit die Abstiegsplätze. Gleichzeitig bleibt die Elf des Trainer-Duos Mike Wahsner und Christian Lyko damit auch im fünften Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Die stolze Bilanz der letzten 450 gespielten Minuten: Drei Siege, zwei Remis – so kann es weitergehen!

    Die Vorbereitung auf dieses wichtige Spiel gegen einen der direkten Konkurrenten im Tabellenkeller lief jedoch alles andere als optimal. Die Einheit am Dienstag wurde aufgrund von diverser berufs-, studien- und krankheitsbedingter Absagen kurzfristig eingestampft. An dieser Stelle heißt es sich einmal mehr selber zu hinterfragen, ob die eigene Absage einen triftigen Grund hat oder eher aus notorischer Unlust entsteht. Ein wichtiger Punkt, an dem in naher Zukunft an einigen Stellschrauben gedreht werden muss. Durch den Feiertag am Donnerstag, an dem nicht trainiert werden darf, stand also lediglich die Freitagseinheit auf dem Plan, die genutzt werden musste, um sich möglichst gut und fokussiert auf diese wichtige Heimaufgabe vorzubereiten.

    Die Trainingswoche, wenn man selbige überhaupt so nennen kann, wirkte sich auf einigen wenigen Positionen dementsprechend auf die Startelf der Hausherren aus. Im Tor stand mit Felix Winkler ein abermals mehr als sicherer Rückhalt, der es sich aber nicht nehmen lässt, den nicht ganz unhaltbar scheinenden Gegentreffer auch selbstkritisch zu beäugen. Mit Henrik Eckseler stieß neben Massimo Zanghi, Gian-Luca Linstromberg und Marcel Landgraf einer der Trainingsweltmeister neu auf den Posten des zweiten Innenverteidigers. Vor Ole Gruner und Michel Dennin, die als angestammte Sechser viel Lauf- und Zweikampfarbeit zu verrichten hatten, lief mit Cem Beyer, dem Rückkehrer Simon Czernia, Timon Finger und Kapitän Malte Gruner ein offensiv ausgerichtetes, nahezu auf einer Höhe agierendes Vierergespann auf. Mit Jan Gruner, Philipp Schlegel, Matthes Schwabedissen, Florian Helmke, Frank Rott und Luka Marquardt hatte Chef-Coach Wahsner die qualitativ wohl beste Bank der jüngeren Vergangenheit in der Hinterhand.

    Von Beginn an ist zu erkennen, dass die Senner Kicker in der heimischen bpi-Arena zeigen wollen, wer der Herr im Hause ist. Keine 180 Sekunden sind gespielt, da ist es ein starker Ballgewinn im Zentrum, der genutzt wird, um Linksaußen Cem Beyer flach in die Tiefe zu schicken. Der im Sommer vom TuS Eintracht an‘s Senner Waldbad gewechselte Beyer zieht nach innen, legt sich den Fuß auf den starken rechten Fuß, zieht ab und beobachtet, wie der Ball leicht abgefälscht neben dem zweiten Pfosten einschlägt – 1:0 Senne, Blitzstart!

    Die mit dem hohen Tempofußball des TuS überfordert wirkenden Gästen sehen einen Angriff nach dem anderen auf das eigene Tor rollen. Nur 15 Minuten später ist es erneut eine konsequente Balleroberung in der gegnerischen Hälfte, die auf Sturmtank Timon Finger weitergeleitet wird, der wiederum seinen Sturmpartner Malte Gruner in aussichtsreicher Position am gegnerischen Sechszehner erspäht. Gruner zieht von halbrechts nach innen, zieht mit seinem starken linken Fuß auf und setzt den Ball gefühlvoll am langen Pfosten in‘s Netz – 2:0 Senne, bärenstark!

    Für große Teile der Aktiven auf und der Schaulustigen neben dem Feld vollkommen unverständlich verflacht das Spiel des Waldabdexpress ab Minute 30 so sehr, dass der Gast besser in‘s Spiel und zu seinen ersten Chancen kommt. In Minute 39 kommt es dann, wie es so häufig kommen muss. Mit einer der wenigen Szenen gelingt es dem GTV noch vor der Pause den 1:2-Anschlusstreffer zu erzielen. Aus leicht abseitsverdächtiger Position schiebt sich der Gästestürmer vor die TuS 08-Abwehr, setzt seinen Sturmpartner in Szene, der die Senner Hintermannschaft mit zwei Haken wiederum ganz alt aussehen lässt und zum 1:2-Halbzeitstand vollenden kann.

    Die Enttäuschung von Coach Wahsner über das, was die Mannschaft in der Lage ist zu leisten, aber erneut nicht über die volle Distanz der bisher 45 gespielten Minuten abgerufen hat, entlädt sich in einer kurzen, aber klaren Standpauke. Dennoch gilt es zu registrieren, dass man führt und die Trümpfe in der eigenen Hand hat. So ist man sich einig, die Basics, Zweikämpfe und das Reden wieder zu kombinieren, um frühzeitig für die verdiente Entscheidung zu sorgen.

    Es dauert nicht lange, da kommt der Waldbadexpress auch in Durchgang Zwei erneut früh in‘s Rollen. Aus einem sicheren Defensivkonstrukt heraus starten die Senner Kicker angetrieben von Kapitän und Leader Malte Gruner, der es in zwei glasklaren 1vs.1-Situationen mit dem gegnerischen Keeper versäumt, für die Entscheidung zu sorgen, erneut Anlauf um Anlauf auf das GTV-Gehäuse. Nach exakt einer Stunde macht es Sennes Spielführer dann aber besser und verwertet einen Steilpass mit dem starken linken Schlappen zur mehr als verdienten und wesentlich beruhigenderen 3:1-Führung.

    Mit Matthes Schwabedissen, der unter der Woche leicht erkältet nicht trainieren konnte, Philipp Schlegel, der nach einer Verletzung sein Comeback feiert, und Florian „Goldfuß“ Helmke sind inzwischen drei Akteure auf dem Feld, die auf ihren Positionen noch einmal zu überzeugen wissen und für neuen Schwung sorgen. Routiniert spielt die Senner Elf die Führung herunter, um mit der letzten Aktion noch einmal zuzuschlagen. Der stark aufgelegte Schlegel nutzt einen Ballgewinn im letzten Drittel des Platzes, um Malte Gruner seinen dritten Treffer mustergültig aufzulegen. Im Stile eines Spitzenstürmers lässt sich Gruner diese Chance nicht nehmen und netzt mit einem platzierten Schuss in‘s lange Eck zum Hattrick ein – 4:1 Senne, Endstand.

    Die Saisonpunkte sechs, sieben und acht lassen uns auf Tabellenplatz zwölf und damit aus der Gefahrenzone hüpfen. Eine schöne Momentaufnahme, die wir kurz genießen wollen. In unserer Situation, gepaart mit den eigenen Ansprüchen, muss jedoch jedem einzelnen bewusst sein, dass dies, bei allem Respekt vor dem Gegner, ein absoluter Pflichtsieg war – nicht mehr und nicht weniger. Jede Woche gilt es sich in den DREI Trainingseinheiten auf‘s neue zu motivieren, um sich der nächsten Aufgabe bestmöglich gegenüberzustellen. Wenn wir anfangen sollten die Trainingsintensität zu drosseln und den viel zitierten Schlendrian in unsere Arbeit auf dem Platz reinkommen zu lassen, gucken wir uns Ende Mai verdutzt an und finden uns eine Liga niedriger im Klassement wieder. Es liegt an uns, nur an uns, dies zu verhindern.

  • Riserva nach 2:5 Heimniederlage im Abwärtsstrudel?

    Nach einer 2:5 Heimniederlage gegen die Reserve von BV Werther verliert die Riserva nicht nur den Nimbus der Unbesiegbarkeit auf dem heimischen „Mini“-Kunstrasenplatz, sondern rutscht auch in der Tabelle in das Mittelfeld ab. Mit nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen befindet sich die Zweitvertretung derzeit in einem bedenklichen Negativtrend.

    Nach einem enttäuschenden Remis und einer durchwachsenen Trainingswoche, konnten die Trainer Pantel und Friesen immerhin eine auf dem Papier starke Startelf aufbieten. Vor Rückhalt Sven Terveer verteidigten Felix Scharf, Kevin Baumert, Ivo Dalhoff und Last-Minute-Leihe Jan Gruner, die Doppelsechs bildeten erneut Mirko Cacic und Philipp Graf. Die Offensivpositionen bespielten Lars Trapp und Adriaan Stötzel über außen, während Fabio Schiprowski und Marc Wittler in der Spitze für Akzente sorgen sollten. Komplettiert wurde der Kader durch die Bank mit Tom Friedrichs, Umut Yamaci, Mert Kilic, Max Koller und Jonny Friesen.

    Nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen war die Marschroute für den heutigen 9. Spieltag eigentlich eindeutig in der Kabine klargemacht: den Gegner früh mit Einsatz und Willen stören und den Ball ruhig in den eigenen Reihen laufen lassen. Dass dies erneut über weite Strecken des Spiels nicht klappte, passt in das derzeitige Gesamtbild der Riserva.

    Die ersten 25 Minuten sind von beiden Mannschaften kein gutes Spiel, Chancen und gepflegte Ballstafetten sind eine Seltenheit. In der 26. Minute ist es dann ein unnötiger Ballverlust auf der rechten Senner Seite, der dankend per schnellem Zuspiel in die Spitze zum Werther 1:0 führt. Ob und inwiefern die Führung der Gäste Auswirkung auf das Spiel der Senner hat, lässt sich schwer beschreiben, denn nur drei Zeigerumdrehungen später ist es ein verlängerter Einwurf der Wertheraner der gegen die schlafende Senner Innenverteidigung zum 2:0 führt. Die ersten nennenswerten Angriffe kann die schwache Senner Mannschaft erst in den letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit verzeichnen: zwei Mal kann in der Spitze der Ball auf Schiprowski abgelegt werden, der aus aussichtsreichen Situationen verzieht, einmal ist es Graf, der eine Hereingabe nur knapp verpasst.

    Mit einem 0:2 Halbzeitergebnis ist die Stimmung in der Halbzeitpause zurecht angespannt. Coach Pantel fordert im zweiten Durchgang mehr Einsatz und Spielfreude, der Gegner ist definitiv nicht unschlagbar. Zur Stabilisierung der Defensive und mehr Tempo in der Offensive kommen Friedrich und Koller ins Spiel. Die ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit versprechen zunächst Gutes, schnell kann man sich in der gegnerischen Hälfte festsetzen und zumindest bis zum 16er freispielen. Dann ist es erneut ein langer Ball in die Senner Hälfte, der nicht verteidigt werden kann. Frei vor Keeper Terveer kann der gegnerische Stürmer noch in aller Ruhe auf seinen Mitspieler querlegen – 0:3. Zumindest den Willen kann man der Senner Elf in den Folgeminuten nicht absprechen, auch wenn spielerisch weiterhin wenig dabei rumspringt und auch die Stimmung auf dem Platz intensiver wird.

    In der 65. Minute ist es dann ein Zuspiel von Trapp in die Schnittstelle der Wertheraner Abwehr, welches Wittler von halbrechts zum 1:3 Anschlusstreffer verwerten kann. Nur zwei Minuten später ist es dann ein schnell ausgeführter Einwurf von Friedrichs in den gegnerischen Strafraum, knapp vor der Grundlinie kann Wittler noch einen Torschuss abgeben, welchen der überraschte Torwart von der Hand ins Tor springen lässt. Wie aus dem Nichts ist die Riserva plötzlich wieder mitten im Spiel und kann das vor wenigen Minuten für nicht möglich gehaltene noch schaffen. Dementsprechend riesig ist die Ernüchterung nur eine Zeigerumdrehung später: ein erneut unnötiger Ballverlust im Mittelfeld der Senner wird schnurstraks in den Lauf des gegnerischen Stürmers gespielt, welcher zum 2:4 einnetzt. Der Schock ist groß und wird wenig später nicht geringer, als ein schnell ausgeführter Freistoß locker über die Senner Abwehrreihe gespielt und zum 2:5 Endstand eingeschoben wird. Zwar kommt man noch einige Male vor das gegnerische Tor, doch auch Werther bleibt bis zum Schlusspfiff durch Konter gefährlich.

    Es ist in den letzten Wochen schwer zu erklären, wie leicht man sich Tore fängt. Am kommenden Spieltag muss die Riserva auf dem ungeliebten Ascheplatz von Mitaufsteiger KuS Beli Orlovi Srbija Bielefeld ran. Um den Schalter wieder umzulegen, wird eine deutliche Leistungssteigerung in allen Mannschaftsteilen nötig sein.

  • Waldbadexpress verschenkt zwei Auswärtspunkte

    Die Senner Elf bleibt dank des 1:1-Remis bei Mitaufsteiger Türkgücü Gütersloh zwar auch im vierten Pflichtspiel in Folge ungeschlagen, in der Analyse und Nachbetrachtung der Partie beim Ligakonkurrenten werden einige Akteure die Enttäuschung über den mehr als möglichen Sieg jedoch nicht verbergen können. Ein klares Chancenplus konnte leider nicht in Zählbares umgemünzt werden, sodass sich der Waldbadexpress am Ende mit einem Zähler begnügen muss.

    Bei leicht verregnetem Wetter standen auf dem idyllisch gelegenen und gut gepflegtem Kunstrasenplatz in Gütersloh alle Spieler bis auf Urlauber Luka Marquardt und Studien-Praktikant Simon Czernia zur Verfügung. Dementsprechend veränderte sich im Vergleich zur Vorwoche nicht all zu viel mit Blick auf die erste Elf. Felix Winkler hütete in üblicher Manier den Senner Kasten, der von der Verteidigungsreihe Massimo Zanghi, Gian-Luca Linstromberg, Stefan Dopheide und Marcel Landgraf starke Unterstützung bekam. Die Mittelfeldreihe, bestehend aus Cem Beyer, Ole Gruner, Michel Dennin und Matthes Schwabedissen, versuchte immer wieder das Spiel mit flachen Bällen auf die Doppelspitze, bestehend aus Malte Gruner und Florian Helmke, schnell zu machen.

    Das Stimmungshoch aus dem ersten Saisonsieg gegen den SC Hicret, gepaart mit dem Unentschieden gegen den VfB Schloß Holte und dem Pokalerfolg gegen den bis dato noch ungeschlagenen Spitzenreiter FC Türk Sport unter der Woche, gaben vorab genug Rückenwind, um mit einer breiten Brust bei der Elf von Türkgücü Gütersloh anzutreten. In den ersten 45 Minuten ist auch durchaus zu erkennen, zu was die Senner Elf fußballerisch in der Lage ist. Wie in den Partien zuvor, zwingt man die gegnerische Abwehrreihe durch hohes Gegenpressing früh zu Fehlern und Unsicherheiten. Die stabile Defensivgerüst lässt erneut, bis auf wenige Kontersituationen der Gastgeber, wenig zu. Und wenn doch mal ein Ball durchrutscht, dann ist mit Felix Winkler mal wieder der stark agierende Senner Schlussmann da, um den Gegentreffer zu verhindern.

    Der Kunstrasenplatz kommt der Senner Elf entgegen, um bis zur Pause den Ball ordentlich laufen zu lassen. Immer wieder schafft es die Senner Offensive durch kurze, schnelle Ballstafetten das runde Leder weit in die Hälfte der Hausherren zu tragen. Im Abschluss, im wichtigsten Moment vor dem Tor, fehlt in Durchgang eins jedoch noch das letzte Quäntchen Glück und Willen. Cem Beyer und Matthes Schwabedissen schaffen es immer wieder sich durch gekonntes Tempodribbling auf ihrer Außenbahn durchzusetzen und etliche Hereingaben in den Strafraum zu produzieren. Leider verpasst die Senner Offensivreihe den Ball im letzten Moment oder der Abschluss wird pariert, geblockt oder zischt am Tor vorbei. Bereits im ersten Abschnitt erarbeitet sich der Waldbadexpress ein deutliches Chancenplus, mit dem es in die Kabine geht.

    In der Halbzeitpause sind sich die elf Akteure auf dem Platz einig, dass man dem Gegner in puncto Zweikampfführung und vor allem fußballerisch überlegen ist – es fehlt lediglich die Belohnung in Form eines eigens erzielten Treffers. Dementsprechend heißt es geduldig zu bleiben und nichts am eigenen Spielsystem zu ändern.

    Wieder kommen die Kicker vom Waldbad gut in den zweiten Abschnitt und produzieren einen Angriff nach dem anderen. Das Tor der Gastgeber scheint bis dato aber wie vernagelt, sodass man weiter anlaufen und auf den erlösenden Führungstreffer warten muss. Jetzt, wo das zu keiner Zeit hart und zu keiner Zeit unfair geführte Spiel immer länger andauert, kommen auch die Gastgeber öfter zu dem ein oder anderen gefährlichen Abschluss nach langen Bällen aus der Tiefe oder Kontersituationen. Dennoch hat man als Akteur auf dem Platz – bei allem Respekt vor dem Gegner – zu keiner Zeit das Gefühl, dass man nicht doch noch als Sieger vom Platz gehen wird.

    Mit Timon Finger kommt rund zwanzig Minuten vor Schluss noch einmal ein Senner Akteur auf den Platz, der den Schwung der Vorwochen in den Schlussminuten auf der rechten Außenbahn mitnehmen und für neue Gefahr sorgen soll. In Minute 80 ist es dann eben jener Timon Finger, der sich auf der rechten Seite nach einer Umschaltaktion durchsetzen kann, am zweiten Pfosten Matthes Schwabedissen erspäht und diesen mit einer langen Flanke butterweich bedient. Schwabedissen kontrolliert den Ball, legt in sich auf seinen starken rechten Schlappen und drischt das Leder zur verdienten Führung in‘s lange Eck – 1:0 Senne, endlich!

    Nun heißt es die letzten zehn Minuten schadlos zu überstehen, um dem vermutlichen Mitkonkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib drei wichtige Punkte abzunehmen und die eigene, positive Serie weiter auszubauen. Vollkommen überflüssig fängt die Senner Elf allerdings an, sich immer weiter in die eigene Hälfte fallen zu lassen, um das Ergebnis über die Zeit zu retten. So wittern die Gastgeber noch einmal ihre letzte Chance in wilden Kontersituationen. Einer dieser Angriffe rutscht tatsächlich auf der rechten Seite durch, wo Türkgücü‘s Außenspieler den Ball unbedrängt in den Senner Strafraum hereinbringen kann, in dem der Ex-Bundesliga-Profi Momo Diabang am zweiten Pfosten wartet, um den Ball zum Ausgleich einzuköpfen – 1:1, mehr als unnötig. In den verbleibenden vier Minuten passiert nichts erwähnenswertes mehr, dass eine letzte Hoffnung auf die erneute Führung und den damit verbundenen Sieg aufkeimen lässt.

    So sitzt man nach dem Spiel mit gesenktem Kopf in der Kabine und guckt sich fragend an, wie man die sicher geglaubten drei Punkte derart bitter noch verspielen konnte. Natürlich ist es ein weiterer Punkt auf der Habenseite. Und natürlich bleiben wir auch im vierten Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage. Dennoch MÜSSEN wir uns eingestehen, dass wir dieses Spiel mit der letzten Konsequenz besser hätten über die Bühne bringen MÜSSEN. Ein derartiges Chancenplus darf uns gegen einen direkten Konkurrenten im Tabellenkeller in der letzten Minute nicht in Form des unverdienten Ausgleiches um die Ohren fliegen. Bereits nächste Woche kommt mit der Elf vom Gütersloher TV das nächste Kellerkind in die bpi-Arena. Wir stehen derzeit mit fünf Punkten nach acht Spielen auf Platz 15. Wir dürfen nicht drumherum reden, dass ein am kommenden Sonntag ein Heimsieg Pflicht ist, um weiter aus dem Tabellenkeller empor zu klettern. Jetzt heißt es aus den eigenen Fehlern zu lernen und Reife zu zeigen.

  • Zweite Mannschaft erlebt Debakel in Steinhagen

    Sonntag, 25 Grad, Sonne und einer der schönsten Kunstrasenplätze in Bielefeld: die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Vorstellung waren durchaus gegeben für die Mannen von Trainerduo Pantel/Friesen. Nach 90 gespielten Minuten konnten sich allerdings nur die Gastgeber von Türk Sport Steinhagen selbst auf die Schulter klopfen, schließlich schickten sie die Riserva mit 5:1 wieder zurück in den Bielefelder Süden. Neben der sportlichen Misere mussten die Senner Verletzungen von Christopher Laugwitz, Olli Epke und Jan-Henrik Rüter beklagen, wie auch eine gelb-rote Karte für Tom Friedrichs. Gute Besserung an dieser Stelle!

    Dass es nicht am Mangel von qualitativ guten Spielern gelegen haben kann, zeigt die von Pantel und Friesen aufgebotene Elf: im Tor wurde Keeper Terveer, der beruflich bedingt erst später zum Spiel stoßen konnte, von Lukas „Steini“ Steinfels ersetzt, die Viererkette bildeten Ivo Dalhoff, Felix Scharf, Jan-Hendrik Rüter und Adriaan Stötzel. Vor der Doppelsechs mit Philipp Graf und Mirko Cacic liefen erneut Olli Epke und Christopher Laugwitz im Sturm auf und wurden von Alex Schulze und Tom Friedrichs flankiert. Komplettiert wurde das Senner Ensemble durch Maxi Fabry, Jonny Friesen, Simon Joeriskes und Martin Hahn.

    Während vergangene Woche die Meinungen anscheinend auseinander gingen was die gezeigte Leistung in der Anfangsphase angeht, ist die Sache an diesem 8. Spieltag klar: Die erste Halbzeit war die schlechteste Leistung, die die Riserva seit sehr langer Zeit zeigte. Bereits nach 1 Minute wird ein Ball auf der Doppelsechs im Spielaufbau vertendelt, der gefährliche Angriff kann gerade noch auf 16er Höhe unterbunden werden. Eine Minute später ist es dann ein Fehlpass von Rüter auf den spielerisch überragenden 10er von Türk Sport Steinhagen, der jenen dankend annimmt, auf dem Weg zum Tor nicht mehr aufzuhalten ist und zum 1:0 einschiebt. In der Folge ist nur der Gastgeber am Drücker, die Riserva findet spielerisch nicht statt. Entweder wird der Ball aus den Abwehrreihen lang nach vorne gebolzt oder katastrophale Pässe von der Innenverteidigung und Doppelsechs landen beim Gegner und werden in Großchancen umgemünzt. So auch in der 26. Minute: völlig unbedrängt wird aus der Innenverteidigung ein langer Ball geschlagen, der beim Gegner landet. Nach der ungestörten Ballannahme wird ein Steilpass gespielt auf den flinken Mittelstürmer, der im Strafraum noch den letzten Senner Verteidiger narrt und zum 2:0 einschiebt.

    Was sich in den letzten Wochen bereits öfters spielerisch angedeutet hat, zeigte heute seinen negativen Höhepunkt. Die gezeigte Leistung von allen Akteuren war heute nur mit der Note 6 zu bewerten. Nicht nur spielerisch zeigte man sich vorne harmlos und hinten desolat, auch Körpersprache und Einsatz passten nicht zu einem Kreisliga B-Spiel, das man gewinnen wollte. So wurde in Halbzeit eins nur ein einziger passabler Angriff zu Stande gebracht. Über Cacic und Graf landet der Ball linksaußen bei Friedrichs, welcher eine scharfe Flanke vor das gegnerische Gehäuse bringt, die Laugwitz nur knapp verpasst.

    Dass Coach Pantel in der Halbzeit keine positiven Worte über den bisherigen Spielverlauf finden konnte, war wenig überraschend. Allerdings sollte auch jedem Akteur klar sein, dass ein 2:0 Rückstand in der Kreisliga kein aussichtsloses Ergebnis ist, so lange man sich zusammenreißt und ein anderes Gesicht zeigt.

    Halbzeit zwei brachte allerdings wenig bessere spielerische Elemente, der Gastgeber ließ wenig zu und war vorne weiterhin brandgefährlich. Das 3:0 ist dann ein Geschenk von Keeper Steinfels, welcher in Karius-Manier seinen Strafraum verlässt und es beim Versuch eines Kopfballs bleibt – der gegnerische Stürmer bedankt sich und schiebt ins leere Tor ein. Nur wenig später ist es dann Schulze, der sehenswert zum 3:1 Anschlusstreffer trifft: einen verunglückten Klärungsversuch nimmt „Schulz“ direkt und verkürzt. Hoffnung kommt allerdings nur kurz auf, denn nur 7 Minuten später findet eine Flanke von der rechten Defensivseite der Senner einen dankbaren Abnehmer in der Mitte – 4:1, die Messe ist nun endgültig gelesen.

    Für die beiden besten Chancen ist Neuzugang Graf verantwortlich, der zunächst einen schwer zu verarbeiteten Ball nicht im leeren Gehäuse unterbringen und kurze Zeit später einen Scharf-Knaller aus der zweiten Reihe, welcher an die Latte kracht, nicht erfolgreich abstauben kann. Dass sowohl beide Chancen als auch das Senner Tor durch Einzelaktionen beziehungsweise Glück entstehen, ist symptomatisch für das heutige Offensivspiel der Riserva. Dass sowohl Laugwitz, Epke als auch Rüter teils verletzt, teils angeschlagen das Spielfeld verlassen müssen, ist umso bitterer. Was nicht bitter ist, ist die gelb-rote Karte für Kabelbrand Friedrichs, welcher neben einem harten Foul, sich auch zu intensiv auf ein Gespräch mit dem souveränen Schiedsrichter einlässt und daraufhin vom Platz fliegt.

    Das 5:1 entsteht dann in Unterzahl über die rechte Senner Seite und ist gleichzeitig das Endergebnis, welches auch in dieser Höhe absolut in Ordnung geht. Dass man nicht nur sportlich heute gegen einen starken Gegner unterlegen war, sondern auch Spieler durch Verletzungen und einen Platzverweis verliert, ist umso unglücklicher für die zweite Mannschaft der Senner. Dennoch sollte jedem klar sein, dass man mit solch einer Leistung und Einstellung keine Spiele erfolgreich gestalten kann. Der derzeitige 4. Platz ist sicherlich eine positive Momentaufnahme, allerdings stimmte die spielerische Leistung diesmal nicht mit dem Tabellenplatz überein. Am nächsten Spieltag kommt der an diesem Wochenende zum ersten Mal siegreiche Tabellenletzte TuS Hillegossen II, welche mit Sicherheit ihre Chance wittern werden. Für die Riserva bedeutet das, in der kommenden Woche die Fehler aufzuarbeiten und wieder ein anderes Gesicht beim Heimspiel zu zeigen, um der Favoritenrolle gerecht zu werden. Dabei sollte sich jedes Mitglied der Riserva überlegen, was man diese Saison eigentlich erreichen möchte — auch, wenn man als Aufsteiger nicht von den ersten Plätzen sprechen sollte, so möchte man doch so lange wie es geht oben mitmischen und nicht ab Spieltag 12 nur noch um die goldene Ananas spielen.

  • Ein Punkt für die Psyche – Waldbadexpress erkämpft sich ein 1:1-Remis

    Wieder einmal durchlebte die junge Senner Elf am siebten Spieltag der Bezirksliga ein Wechselbad der Gefühle. Mit der Elf des VfB Schloß Holte, die in der vergangenen Spielzeit erst in der Relegation zum Aufstieg in die Landesliga gescheitert war, gab sich durchaus ein Schwergewicht der Liga die Ehre in der heimischen bpi-Arena. Dabei lag es insbesondere an der starken Willensleistung der Heimelf, dass beide Mannschaften am Ende in eine durchaus gerechtes Remis einwilligen mussten. Die Bedingungen stimmten schon lange vor dem Anstoß: Der Wettergott meinte es bei über 20 Grad ein vielleicht letztes Mal in diesem Kalenderjahr mehr als gut mit den 22 Akteuren auf dem Platz. In Kombination mit dem top gepflegten Rasen bot das herrliche Spätsommerwetter einen mehr als würdigen Rahmen für den nächsten Senner Anlauf auf die nächsten Zähler.

    Im Vergleich zu den beiden Vorwochen litt die Intensität der drei Trainingseinheiten unter der Woche ein wenig aufgrund von einigen beruflich- und krankheitsbedingten Absagen. Dennoch konnte das Trainer-Duo Wahsner/Lyko am Spieltag personell fast aus den Vollen schöpfen und sich gleichzeitig sogar den Luxus erlauben, einige Akteure zur Unterstützung an die zweite Mannschaft abzutreten. So änderte sich mit Blick auf die Aufstellung zum 3:0-Vorwochenerfolg über den SC Hicret nur auf einer Position etwas. Keeper Felix Winkler sah mit Massimo Zanghi, Gian-Luca Linstromberg, Stefan Dopheideund Marcel Landgraf die identische Abwehrkette vor sich. Neben dem zentralen Mittelfeld-Duo, bestehend aus Ole Gruner und Michel Dennin, beackerten Rückkehrer Matthes Schwabedissen und sein PendantLuka Marquardtdie Außenbahnen. In der vordersten Angriffsreihe war einmal mehr Verlass auf die laufstarken und mannschaftsdienlich agierenden Timon Finger und Kapitän Malte Gruner.

    Die ersten Zähler aus der Vorwoche lösten vor allem einige Knoten im Kopf, sodass man von Beginn an nicht gewillt war, dem spielerisch favorisiertem Gast auf dem eigenen Platz die Kontrolle über das Spielgeschehen zu überlassen. Dennoch begann die Partie alles andere als optimal: Nicht einmal fünf Minuten sind gespielt, da kombiniert sich der Gast mit einer guten Ballstafette durchaus ansehnlich durch das Senner Mittelfeld. Dem Holter Rechtsaußen gelingt eine scharfe Flanke, die im Strafraum zunächst an Freund und Feind vorbeisegelt, am Ende aber auf dem Kopf von Gian-Luca Linstromberg landet. Sennes Innenverteidiger will den Ball wenige Meter vor dem eigenen Gehäuse zur Ecke klären, trifft das runde Leder dabei aber leider so unglücklich, dass das eigene Tornetz zappelt – erneut ein früher Schlag in’s Gesicht, von dem sich die in gelb gekleideten Hausherren ein paar Minuten erholen müssen.

    Spätestens ab Minute 15 sind dann aber alle Senner Kicker sowohl psychisch als auch physisch auf Betriebstemperatur. Entgegen der eigenen Annahme, dass die Gäste das Spiel machen und den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren lassen wollen, entwickelt sich ein ausgeglichenes Spiel. Das Innenverteidiger-Duo Linstromberg und Dopheide zieht das Spiel in Kombination mit der Doppelsechs immer wieder in guter Abwechslung aus langen Bällen in die Tiefe und kurzen Bällen in die Schnittstellen auf. Vor allem Rückkehrer Schwabedissen muss auf der rechten Flanke läuferische Schwerstarbeit leisten, um offensiv und defensiv auf der Höhe zu sein. Insgesamt steht die Senner Hintermannschaft – bis auf zwei kleine Unachtsamkeiten – erneut stabil und lässt wenig zu. Lediglich das Spiel nach vorne lässt im letzten Drittel noch die notwendige, aber entscheidende Präzision vermissen. Daher bestimmen wenig Torszenen, dafür aber schnelle Umschaltmomente und eine gesunde Zweikampfhärte das Spielgeschehen bis zur Halbzeit.

    In der Halbzeitpause geht ein Ruck durch die Senner Elf, da nun auch die letzten Zweifler im und um das Team erkennen, dass hier heute erneut etwas Zählbares mitgenommen werden kann. Die fehlende spielerische Dominanz der Gäste, die man aufgrund der Qualität im Kader durchaus erwarten darf, gepaart mit der eigenen physischen Präsenz geben einen letzten Motivationsschub für den zweiten Abschnitt. Das Bild ist nahezu identisch zu dem in Durchgang eins: Im Spiel gegen den Ball wird jeder heran rollende Angriff der Holter mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt – nur so geht es in dieser Liga! Zudem gelingen immer wieder Balleroberungen in der eigenen Hälfte, die für schnelle Konter genutzt werden und mehr und mehr Gefahr auf das Gästetor ausstrahlen. Die eigene Spielanlage wirkt klarer und ein Stück weit reifer als noch in den Wochen zuvor.

    Zwanzig Minuten vor dem Abpfiff belohnt sich der bis dato wacker kämpfende Waldbadexpress dann endlich für den couragierten Auftritt. Wieder einmal ist es Schwabedissen, der sich auf der rechten Seite durchsetzt und in der Mitte Spielführer Malte Gruner an der Kante zum Strafraum erkennt. Gruner nimmt den Ball an, verarbeitet diesen technisch sauber und lässt einen nicht allzu strammen, dafür aber verdeckten Schuss in Richtung des Holter Schlussmannes ab. Der fußballerisch starke Gästekeeper offenbart bei der Abwehraktion auf der Linie eine kurze Schwäche, lässt den Ball nach vorne abklatschen, wo Gruner’s Sturmpartner Timon Finger dankend den Ball zum Ausgleich in die Maschen drischt – 1:1, Ausgleich Senne!

    In der letzten Viertelstunde muss die Senner Elf dem bisherigen Spielverlauf kräftemäßig ein wenig Tribut zollen und einige schwierige Szenen der Gäste vor dem eigenen Tor überstehen. Die gefährlichste Aktion wird einmal mehr vom überragend agierenden Schlussmann Felix Winkler geklärt, der dem eingewechselten VfB-Stürmer im eins gegen eins mit aller Macht die Stirn bietet und in einer Monsterparade seine ganze Klasse zeigt – Chapeau! Auch der Gast bietet noch einmal Räume, die für die letzten überfallartigen Senner Angriffe genutzt werden, der erhoffte und viel zitierte Lucky Punch bleibt am Ende aber aus.

    Es passiert nicht allzu häufig, dass diese Senner Elf mit einem Punkt unter dem Arm den Platz verlässt. Genau das konnte man kurz nach dem Schlusspfiff auch in einigen Gesichtern der Akteure erkennen. Freut man sich, dass man nicht verloren hat oder trauert man dem vielleicht glücklichen, aber alles andere als unmöglichen Sieg hinterher? Natürlich haben wir den Anspruch, das Beste in unserem Sport zu erreichen. Beim Fußball ist das in einem Spiel, welches 90 Minuten dauert, eben nunmal der Sieg und die damit einhergehenden drei Punkte. In der Situation, in der wir uns aber befinden, muss jeder einzelne vielleicht so klar im Kopf sein, dass man sich mit einem Unentschieden zufrieden gibt. Wichtig ist, die Art und Weise der Entstehung zu betrachten. Die vier Zähler, die in den vergangenen beiden Wochen auf der Habenseite verbuchten werden konnten, hat man einem großen Einsatzwillen, einer entfesselten Leidenschaft und einem starken Teamgeist zu verdanken. All diese Attribute müssen Training für Training, Spiel für Spiel an den Tag gelegt werden, um GEMEINSAM die Leiter aus dem Tabellenkeller empor zu klettern.

  • Erster Saisonsieg – Waldbadexpress belohnt sich für harte Arbeit

    Ganze sechs Wochen musste der in den vergangenen Monaten oft und viel gelobte Waldbadexpress auf diesen einen erlösenden Moment warten. Nach sechs, vor allem psychisch schwer zu verarbeitende Wochen war es dann am vergangenen Sonntag soweit: Dank des 3:0-Erfolgs beim SC Hicret stehen die langersehnten ersten Punkte in der Bezirksliga auf der Habenseite!

    Entgegen unserer eigenen fußballerischen Grundidee, den Ball eher laufen zu lassen und über schnelles Offensivspiel zum Erfolg zu kommen, bot der große Ascheplatz am Gleisdreieck nicht unbedingt die ideale Grundlage dafür. Wenn man in den beiden vergangenen Trainingswochen aber eine signifikante Veränderung visuell wahrnehmen konnte, dann, dass es auch untereinander mit einer gesunden Portion Agressivität durchaus zur Sache gehen konnte. Dies wiederum bot genau die richtige Grundlage, um der erfahrenen Bezirksliga-Elf des SC Hicret auf dem ungeliebten Untergrund mit den Grundtugenden Laufbereitschaft, Einsatzbereitschaft und nicht zuletzt dem unbändigen Willen mehr als nur Paroli bieten zu können.

    Vor Felix Winkler, dem wieder einmal sicheren Rückhalt im Senner Gehäuse, bot das Trainer-Duo Wahsner/Lyko mit Rechtsverteidiger Massimo Zanghi, dem Innenverteidiger-Duo Gian-Luca Linstromberg und Stefan Dopheide, sowie dem Linksverteidiger Marcel Landgraf zwar eine im Vergleich zur Vorwoche veränderte, aber dieses Mal kaum zu überwindende Viererkette auf. Die zweite Kette im Mittelfeld bestand aus der Doppel-Sechs Ole Gruner und Michel Dennin, sowie der Flügelzange Simon Czernia und Luka Marquardt. In vorderster Front liefen Timon Finger und Spielführer Malte Gruner auf, der mit seinen drei Treffern am Ende der 90 Minuten zum Spieler des Spiels avancieren sollte.

    Wie geht man eine Partie an, wenn man als Tabellenschlusslicht mit null Zählern zu einer äußerst unangenehmen Auswärtsaufgabe reisen muss? Entgegen dem Credo zur Vorwoche mit einem frechen Auftritt von Minute eins. Natürlich lag die Priorität, ähnlich wie in der Vorwoche, auf einer stabilen und geordneten Defensive, um nicht in’s offene Messer zu laufen. Im Vergleich dazu einigte man sich aber gleichzeitig darauf, die Abwehrkette der Gastgeber anzulaufen und so frühzeitig unter Druck zu setzen. Einzelne kleine Szenen zeigen, dass in diesem Spiel physisch und psychisch eine ganz andere Senner Elf auf dem Platz steht. Ob es Ole Gruner’s Grätsche (!) an der Außenlinie ist, einer von Timon Finger’s zahlreicher erlaufener Bälle, Gian-Luca Linstromberg’s x-tes gewonnenes Kopfbalduell oder die gute Kommunikation innerhalb der Mannschaftsteile – bereits in den ersten 30 Minuten deutete das Waldbad-Ensemble an, dass in dieser Partie mehr als nur ein Punkt drin ist.

    Die vielleicht spielentscheidende Szene ereignet sich in Minute 34, mit der die Kicker vom Waldbadexpress die Weichen gleichzeitig in Richtung Auswärtssieg stellen sollten. Im Anschluss an eine Ecke ist es Innenverteidiger Stefan Dopheide, der den Ball aus rund acht Metern am Torwart vorbei auf das Gehäuse der Gastgeber drischt. Als die ersten Senner Arme bereits zum Jubeln in Richtung Bielefelder Himmel gehen, klärt Hicrets Spielführer den Ball als letzter Mann mit dem Oberarm auf der Torlinie. Die Folge: Doppelbestrafung = Platzverweis und Strafstoß für den TuS 08! Kapitän Malte Gruner übernimmt Verantwortung und schiebt das runde Leder bei sommerlichen 24 Grad eiskalt im rechten unteren Eck ein. 1:0 Senne!

    In numerischer Überzahl bietet der große Ascheplatz dem Waldbadexpress nun mehr Räume, die zum cleveren Kontern genutzt werden können. Mit einem Tempogegenstoß belohnt sich die in blau gekleidete Wahsner-Elf noch vor der Pause mit einem zweiten Treffer für eine couragierte Leistung. Einer von vielen Ballgewinnen in der eigenen Hälfte landet bei Rechtsaußen Luka Marquardt, der den einlaufenden Malte Gruner erspäht und den Ball in die Spitze durchsteckt. Gruner sieht sich im eins gegen eins dem Hicret-Schlussmann gegenüber, knickt leicht nach rechts ab, dreht sich um die eigene Achse und erspäht die Lücke am verwaisten langen Pfosten, wo der Ball dank eines gefühlvollen Abschlusses im Netz einschlägt. 2:0 Senne, Halbzeit!

    Ein in dieser Saison bis dato noch nicht da gewesenes Glücksgefühl, gepaart mit einer großen Euphorie, liegt in der Halbzeitpause in der Kabinenluft. Emotionale Kurzansprachen und klare, ordnende Worte geben die Richtung für Durchgang Zwei vor, in der man den Sack mit einem dritten Tor zumachen will. In Unterzahl suchen die Gastgeber nach dem Seitenwechsel ihr Glück insbesondere in langen Bällen auf den bulligen Stürmer, der über die gesamte Spieldauer aber zu keiner Sekunde von den beiden stark aufspielenden Innenverteidigern Stefan Dopheide und Gian-Luca Linstromberg aus dem Auge verloren wird.

    Im Gegensatz zu den Gastgebern, die sich keine richtig zwingende Aktion mehr erspielen können, kommt der Waldbadexpress in schnellen Umschaltmomenten immer wieder in’s rollen. Die Überzahl bietet gleichzeitig große Räume für einige Kontersituationen, die lange Zeit leider ungenutzt bleiben und das Spiel so bis zehn Minuten vor dem Abpfiff noch einem Resthauch an Spannung verleihen. In Minute 82 ist es dann aber ein weiteres Mal Malte Gruner, der den ersten Dreier mit seinem dritten Treffer endgültig unter Dach und Fach bringt. Wieder einmal profitiert der TuS von einem Ballgewinn, der im zentralen Mittelfeld bis tief in die gegnerische Hälfte vorgetragen und am Ende mit einem Pass in die Spitze zu Malte Gruner und einem cleveren Abschluss später veredelt wird. 3:0 – Schluss, Aus, Ende.

    Drei kleine, für die erneut zahlreichen Senner Anhänger sehr wahrscheinlich sogar unscheinbar wirkende Szenen, sollen an dieser Stelle allerdings nicht verschwiegen werden. Die Einwechselungen von Henrik Eckseler, Dennis Ambrosius und Florian Helmke, die innerhalb der letzten 30 Minuten in die Partie geworfen worden sind, stehen stellvertretend für einen wichtigen Punkt in unserem Senner System: Mannschaftsdienlichkeit. Es ist absolut nicht selbstverständlich, dass man sich im Anschluss an die Vorlesungen und Prüfungsvorbereitungen in der Universität oder die langen Arbeitstage drei (!) Mal in der Woche für keinen einzigen Cent zum Platz begibt, um sich für den kommenden Sonntag den Allerwertesten aufzureißen. Noch weniger selbstverständlich ist es dann aber, nicht mit einem Startelf-Einsatz belohnt zu werden und sich trotzdem, ohne großes Murren, auf die Bank zu setzen und seine Teamkollegen und Freunde so von draußen zu unterstützen – großes Kino! Dies gilt natürlich für Alle, ob Nummer eins oder 18!

    Da ist er also, der erste Saisonsieg. Ja, es fühlt sich gut an, sich selber endlich zu belohnen. Und ja, wir genießen diese kurze Momentaufnahme insbesondere aufgrund der psychisch zermürbenden Wochen zuvor für einen kurzen Augenblick. Dennoch wäre es fatal zu glauben, dass es nun jeden Sonntag so laufen wird. Wir sind zwar jung, aber dennoch clever genug, um einschätzen zu können, dass es nur so geht, wie am Sonntag. Es stand eine Mannschaft, eine Einheit auf dem Platz, die das Vorhaben umgesetzt und sich gegenseitig zu Höchstleistung angetrieben hat. Ab Dienstag heißt es dann erneut, das Feuer und den Willen im Training zu entfachen, um den Fokus auf die nächste Aufgabe am kommenden Sonntag zu richten.

  • Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt – Waldbadexpress scheitert an sich selbst

    Es wurde viel geredet in der Trainingswoche vor dem Heimspiel gegen den TuS Dornberg, um die Fehler der Vorwochen anzusprechen und zu analysieren. Im Anschluss an die Einheit am Dienstag legte die Senner Elf gar eine Extraschicht an der Taktiktafel ein, um gemeinsam nach Lösungen und Verbesserungen zu suchen. Initiator war Spielführer Malte Gruner, der wahrlich keinen Monolog hielt, sondern alle Kicker aufforderte, sich mit einzubringen. Nach einem intensiven Austausch war man sich einig, wie man eine Chance sah, den favorisierten Gast in der heimischen bpi-Arena zu knacken. Die 90 Minuten auf dem Platz sollten aber zeigen, dass der Plan mit dieser Performance nicht aufgehen konnte.

    Abseits der Fehleraufarbeitungsanalyse gaben drei gute und vor allem intensive Einheiten unter der Woche durchaus Grund zur Hoffnung, dass der Senner Elf im zweiten Heimspiel in Folge mehr gelinge könne, als in den Wochen zuvor. Hinzu kam, dass die Rahmenbedingungen einmal mehr ideal waren: Das gepflegte Grün zeigte sich von seiner besten Seite und die Temperaturen hielten sich mit knapp unter 20 Grad absolut im Rahmen – bestes Fußballwetter! Bei der Aufstellung drehte das Trainer-Duo Wahsner/Lyko erneut an einigen Stellschrauben. Vor dem Stamm-Keeper Felix Winkler bildeten Linksverteidiger Marcel Landgraf, das Innenverteidiger-Duo Massimo Zanghi und Stefan Dopheide, sowie Rechtsverteidiger Jan Gruner den Abwehr-Block. Rechtsaußen Cem-Beyer, das zentrale Duo Ole Gruner und Michel Dennin, sowie Bezirksliga-Debütant Simon Czernia bildeten die Mittelfeld-Reihe. Im Sturm lauerten Kapitän Malte Gruner und Timon Finger auf Ballverluste des Gegners und Bälle aus den eigenen Reihen.

    Mit welcher Marschroute will man den Gast aus dem Bielefelder Westen zum Verzweifeln bringen? Wie sieht der Matchplan nach zuvor vier Niederlagen in Serie aus? Defensiv kompakt stehen, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen möglichst gering halten, ab der Mittellinie zupacken und bei eigenem Ballgewinn schnell umschalten. Keine 180 Sekunden sind gespielt, da wird dieses Vorhaben mit der ersten gelungenen Aktion der Gäste nahezu überrumpelt. Die kombinationsstarken Dornberger profitieren von einem Fehler im Senner Aufbauspiel, verlagern das Spiel auf die eigene linke Seite, ziehen mit hohem Tempo in Richtung Grundlinie, bringen den Ball flach vor das Senner Gehäuse, wo Dornbergs Nr. 10 nur noch den Fuß hinhalten muss, um das Leder zur frühen Führung über die Linie zu drücken – bitter!

    Sennes Reaktion? Die ersten Köpfe gehen nach unten, die Körpersprache zeigt bei einigen in blau gekleideten Kickern zunächst deutlich, dass dieser Gegentreffer die Gedanken fliegen lässt. Wie sollte man auf so einen Tiefschlag reagieren? Idealerweise mit Kampf! Es sind vor allem Ole Gruner und Marcel Landgraf, die mit robustem Einsteigen etliche Zweikämpfe bestreiten und auch gewinnen. Hier und da gelingt ein erfolgreicher Tempogegenstoß über Rückkehrer Simon Czernia, der dem Senner Spiel mit seiner Schnelligkeit und Robustheit in den Vorwochen schmerzlich fehlte. Es sind kleine Aktionen wie diese, an denen man sich auch in den kommenden Wochen gemeinsam hochziehen muss.

    Auch wenn das fußballerische Offensivfeuerwerk eher auf der Strecke bleibt, steht das defensive Grundgerüst bis kurz vor der Halbzeit. Natürlich sind die Gäste feldüberlegen und treiben den Ball die meiste Zeit schnell und zielorientiert von A nach B und wieder zurück, etwas wirklich Zwingendes springt bis zu Minute 42 dabei aber nicht heraus. Dann ist es erneut eine kleine Unaufmerksamkeit in der Senner Hintermannschaft, die leider den entscheidenen Ausschlag gibt. Dornbergs körperlich robuster Linksaußen erläuft sich einen totgeglaubten Ball, wird im Anschluss bei seiner Flanke vor den Senner Kasten nicht gehindert und findet am zweiten Pfosten einen Abnehmer, der aus stark abseitsverdächtiger Position zwischen drei (!) Senner Verteidigern unbedrängt zum 0:2 einköpfen kann – das zweite Gegentor zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt.

    In der Halbzeitpause ergreifen erneut vereinzelt Spieler das Wort, um das Ruder im zweiten Abschnitt noch irgendwie rumzureißen. Die defensiv kräftezehrende erste Hälfte sollte im Nachhinein aber ihren Tribut zollen. Das Steno ist schnell erzählt: Dem viel und oft geadelten Waldbadexpress sollte bis Minute 90 nicht eine nennenswerte Offensivaktion mehr gelingen. Stattdessen sind es die spielerisch cleveren Gäste, die nach dem Seitenwechsel Ball und Gegner laufen lassen. Fünf Minuten vor dem Ende der Partie netzt der TuS Dornberg mit der dritten echten Chance gleichzeitig zum dritten Mal ein. Wieder ist es ein mit viel Tempo vorgetragener Angriff über links, wieder ist es eine halbhohe Flanke in das Zentrum und wieder muss der Abnehmer den Ball mit der Brust nur noch irgendwie über die Linie stolpern – 0:3, der Deckel ist spätestens jetzt endgültig drauf. Rund sieben Zeigerumdrehungen später ist Schluss, die Senner Elf verliert auch Partie Fünf des „Abenteuers Bezirksliga“.

    Damit die Bezirksliga auch in der kommenden Spielzeit ein Bestandteil im Senner Seniorenfußball bleibt, muss der Grundstein weiter in der harten Arbeit unter der Woche gelegt werden. Die guten Ansätze, die durchaus zu erkennen waren, sind der erste Schritt in die richtige Richtung. Die positive Eigendynamik, die die Kommunikation untereinander hervorbringt, ist der nächste Schritt in die richtige Richtung. Wir sind noch immer die Truppe, die Jungs, das Team, das in den letzten fünf Jahren zwei Mal zusammen aufgestiegen und ein Mal knapp in der Relegation am Aufstieg gescheitert ist. All diese Erfahrungen haben uns gemeinsam reifen lassen und zusammengeschweißt. Wir ziehen uns nur gemeinsam, als Team, als unüberwindbare Einheit, als vertrauter und verschworener Haufen aus dem Sumpf, in dem wir gerade stecken. All den Worten müssen Taten folgen, es zählen keine Ausreden mehr!