Die zweite D-Jugend (Jungjahrgang) erobert mit einer starken kämpferischen Leistung drei Auswärtspunkte beim vorherigen Tabellenzweiten TSV Amshausen und schiebt sich wieder auf den zweiten Platz. Beim 3:1-Sieg waren nicht die spielerischen Akzente, sondern die Standardsituationen spielentscheidend. Drei von vier Toren fielen nach Eckbällen, zwei davon für unsere Jungs, die sich vor allem mit einer hervorragenden Defensivleistung die Punkte verdienten und einen sicheren Sieg mit in die Senne brachten.
Kategorie: Spielberichte
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Mission: Neujustierung! 4:3-Sieg der Zwoten in Jöllenbeck macht Mut
In einem durch zahlreiche Treffer in Folge von schweren Abwehrfehlern auf beiden Seiten geprägten Match setzte sich das personell gebeutelte Senner Team am Ende durch die Tore von Timon Finger, Frank Rott, Alexander Schulze und Burhan Tokman mit 4:3 durch.
Wie einmal einen Sonntagnachmittag im strömenden, sturmgepeitschten Regen verbringen, wer wünscht sich das als Kreisliga-Veteran nicht? Die Partie der Senner Zwoten beim Tabellenvierten aus Jöllenbeck war schon alleine meteorologisch keineswegs gesegnet, hinzu kamen die altbekannten Sorgen mangelnder personeller Konstanz, die man lediglich über einen kurzen Zeitraum im Herbst nicht kannte. Interimsspielertrainer Frank Rott fand recht passende Worte vor dem Auftritt seines Teams im Jöllenbecker Naturstadion zur Situation der eigenen Equipe: Sportlich befindet man sich nach der deutlich zu hohen Vorwochenniederlage gegen Langenheide (2:6) dort, wo es keinen passionierten Fußballer hinzieht – nämlich in der tabellarischen Bedeutungslosigkeit. Andererseits, ist in der Staffel 2 der B-Liga keine Mannschaft insofern als „Fallobst“ einzuordnen, als das auch die Teams der unteren Tabellenhälfte regelmäßig punkten, sodass man auch durchaus mit ordentlichem Punktepolster bei Corona bedingten fünf potenziellen Absteigern noch unten reinrutschen kann, wenn es nicht gelingt in den wesentlichen Partien die Spannung aufrecht zu erhalten. Den rechten Spaß am Fußballspielen zu halten und eine sportliche Antwort auf die missliche Tabellensituation parat zu haben war daher die Losung der heutigen Partie. Zudem gilt es sich für die Riserva neu zu schütteln, denn mit Tom Friedrich hat ein absoluter Leistungsträger der vergangenen Hinserie die Zwote in Richtung Waldbadexpress verlassen, um dort im Abstiegskampf der Bezirksliga zu unterstützen. Ein schmerzlicher aber im Endeffekt folgerichtiger Verlust für die zweite Senner Mannschaft. Da man unter der Woche erstmalig in dieser Saison zunächst personell (Corona-Ausfälle etc.) und danach sturmbedingt nicht trainieren konnte, sprach nicht viel für die Senner Elf, die zudem auf Felix Scharf, Kris Naporra, Mert Kilic, Ahmet Eser, Lukas Hentschel und Marc Wittler komplett verzichten musste, derweil Mirco Cacic mit Leistenbeschwerden sowie Alexander Schulze als Corona Rekonvaleszent deutlich angeschlagen in die Partie gingen. Mit Timon Finger und Jan-Luca Wolter stellten sich wiederum etatmäßige Kräfte des Waldbadexpresses in den Dienst der Zwoten, sodass Frank Rott trotz der mit halber Kraft in die Partie gehenden Akteure insgesamt eine ordentliche Startformation aufbieten konnte, der sich auch „Goldfuß“ und Allstaranwärter Flori Helmke dankenswerter Weise wieder anschloss.
Das im Schnitt recht junge Gastgeberteam, das bisher auf einen recht erfolgreichen Saisonverlauf blicken kann und als Tabellenvierter durchaus noch Möglichkeiten nach oben besitzt, spielte einen insgesamt sehr sicheren Ball im Aufbau und lauerte über klassisches, flexibles Flankenspiel auf seine Möglichkeiten, die sich dann vor allem im ersten Durchgang auch zu Genüge ergeben sollten. Das Senner Team agierte insgesamt defensiv orientiert, schaltete dann aber insbesondere über „Speedster“ Schulze sowie über die gut funktionierende Zentrale aus Rott und Helmke sowie den angeschlagenen Cacic im Verbund mit Timon Finger schnell um und kam so an aussichtsreiche Gelegenheiten. So ist es Alex Schulze, der sich seine Kräfte und Puste wohl einteilen musste, der von Cacic in den Sechzehner geschickt, zunächst noch am gut herauslaufenden Heimtorwart scheitert. Bei der nachfolgenden Ecke zeigt Timon Finger seine individuelle Klasse und mogelt die flache Hereingabe per Hackentrick zum 1:0 ins lange Eck des Jöllenbecker Gehäuses.
Die Gastgeber profitieren danach, insgesamt ausgereifter und eingespielter in den Lauf- und Ballwegen, von schweren Fehlern in der häufig zu statisch wirkenden und zu unentschlossen agierenden Senner Defensive. Zunächst bleiben die Vorstöße ins Senner Drittel zwar noch ohne Folgen, aber die Gastgeber haben nun deutlich mehr vom Spiel. Nach gut zwanzig Minuten gelingt dann der Durchbruch in die rechte Senner Flanke, vor dem eigenen Gehäuse passt Zuteilung und Abwehrverhalten nicht, sodass ein Heimakteur aus gut 18 Metern nahezu unbedrängt den Ball in den rechten Torwinkel schlenzt. Der Ausgleichstreffer reißt die Senner zwar wieder aus der zu lethargisch gewordenen Spielweise, aber die Fehlerquote beim Waldbadensemble blieb insgesamt deutlich zu hoch, während die Heimmannschaft große Abstimmungsschwierigkeiten bei Standardsituationen offenbart. So ist es ein Freistoß von Mirko Cacic, der zunächst an ihm selber verursacht worden war, den Frank Rott stark antizipiert, mustergültig über den Skalp rutschen lässt, während der herausstürmende Heimkeeper am Flugball vorbeisegelt. Das 2:1 für Senne, erneut nach Standard, ein Indiz für offensiv wieder stärker werdende Senner. Doch bleibt das Senner Leid im ersten Durchgang die Anfälligkeit im Zentrum, dieses Mal begünstigt durch eine Windbö, die den ansonsten seit Wochen solide-stark agierenden Ivo Dalhoff, auf der linken Senner Abwehrseite, am Flugball der Gastgeber vorbeischlagen lässt. Wieder kann Jöllenbeck von der Grundlinie scharf vorher ziehen, wieder ist der Angreifer schneller als die Senner Innenverteidigung und wieder ist der Ball im Netz – 2:2 Ausgleich.
Das Spiel gleicht einem Hin und Her, nur kurz nach dem Ausgleich schickt Frank Rott Alexander Schulze auf die Reise, der mit ein wenig Fortune den herauseilenden Torwart überwinden und zur neuerlichen Senner Führung, den Abseitsrufen des Heimteams zum Trotz, vollenden kann. Aber es bliebt beim Alten, „wie gewonnen, so zerronnen“ direkt vom Anstoß kombinieren sich die Gastgeber wieder über die rechte Senner Seite vor das Tor, gleich drei Senner in der Zentrale können den vorhersehbaren Spielzug nicht unterbinden und Jöllenbeck gleicht mit einem trockenen Flachschuss aus 18 Metern zum 3:3 aus. Generell das Senner Manko in diesen Zeiten, die schiere Flut an Gegentoren, insgesamt 51 Stück hat man in nunmehr 19 Partien kassiert, das ist echt ne Menge.Positiv bis hier her der engagierte Einsatz von Flori Helmke, der in seinem 30. Lebensjahr wohl die höchste Senner Laufleistung auf dem Jöllenbecker Kunstrasen abspulte und mit Timon Finger und Frank Rott im „alten Verbund“ beinahe blind agierte, was das Senner Offensivspiel stark beflügelte. Auch positiv zu vermerken, wie sich die angeschlagenen Akteure Cacic und Schulze verkauften, sowie der Einsatz von Joni Vogt, der Hoffnung machte.
Die ersten 10 Minuten nach der Pause gehören ganz klar den drängenden Gastgebern, die nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff gleich zwei Mal spektakulär scheitern. Zunächst spielen sich die Nordbielefelder wie gehabt zentral vor das Senner Tor, aber aus wenigen Metern vergibt der Jöllenbecker Angreifer kläglich gegen den überragend reagierenden Sven Terveer zwischen den Senner Pfosten. Die nachfolgende Ecke bekommen die Waldbadkicker erneut nur schwach verteidigt, sodass Frank Rott auf der Linie gegen den bereits geschlagenen Terveer retten muss. Einen Rückstand auf diese Weise vereitelt flaut der Drang der Gastgeber danach etwas ab, sodass die Senner wieder mehr von der Partie haben, aus dem Spiel heraus macht die Riserva aber deutlich zu wenig aus den sich nun bietenden Chancen und Kontergelegenheiten. Nach 70 Spielminuten muss wieder ein Standard her, der den am Ende knappen Ausgang besiegelt: Mirko Cacic schießt eine starke Ecke auf den kurzen Pfosten, wo Burhan Tokman mustergültig einläuft und die Ecke ins Jöllenbecker Tor verlängert – 4:3 Senne, noch 20 Minuten. Dieses Mal gelingt es der Waldbadequipe den postwendenden Ausgleich zu verhindern, sodass die Gastgeber ihre offensiven Ambitionen vergrößern mussten, wodurch Räume für Schulze, Finger und Vogt entstanden. Aber vor dem Tor zeigten die Senner in drei, vier Überzahl oder eins-gegen-eins-Situationen ein ums andere Mal Nerven. Alexander Schulze vergibt gleich zwei Mal, wobei der Heimkeeper in der ersten Szene deutlich außerhalb des Strafraumes die Hände zur Abwehr nutzt und entsprechend vom souveränen Schiedsrichter des Feldes verwiesen wird. Selbst in deutlicher Überzahl gelingt es den Sennern nicht, die sich nun bietenden Gelegenheiten in weitere Treffer und damit ein deutlicheres Ergebnis umzumünzen. Am Ende bleibt es beim knappen 4:3 für das Senner Team und damit beim ersten Sieg über eine der Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel, wichtig für die Moral und hoffentlich solider Ausgangspunkt für die folgenden Wochen.
Aus Spaß an der Freude heraus zu kicken kann auch sein Gutes haben! Die zweite Mannschaft muss sich in der gegenwärtigen Lage mehr als Ausbildungsbetrieb begreifen und gute Rahmenbedingungen für nicht wenige der in Kürze hinzustoßenden A-Jugendlichen begreifen, für die der Schritt in den Bezirksligakader ein deutlich zu großer wäre. Das funktioniert aber nur, wenn ein intakter Mannschaftsgeist mit klaren Strukturen und Voraussetzungen den jungen Spielern Normen, Werte und klare Bedingungen aufzeigt. Alex Schulze, Burhan Tokman, Marcel Schmidt, Mert Kilic, Tom Friedrich, Jan Hendrik Rüter, Lukas Hentschel, Joni Vogt – alles gute Beispiele für junge Spieler, deren Weg aus der Senner Jugend in den Seniorenbereich geführt hat. Das bedeutet aber für die „alten Hasen“, die eigene Verantwortung für die jungen Kerle anzunehmen und die Jungs auf ihrem Weg in den Seniorenfußball zu begleiten. Diese Rolle kommt einmal mehr in den nächsten Wochen auf die legendäre Riserva zu – sie anzunehmen und sich dementsprechend auf dem Platz und im Trainingsbetrieb zu verkaufen, ist wie so oft, eine Charakterfrage.
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Lastminute 2:2-Ausgleich beschert Zähler gegen Hörste – Riserva zahlt Tribut für Aufholjagd der letzten Wochen
(SM) In einem über weite Strecken erschreckend schwachen letzten Spiel des Jahres 2021 nahm die Riserva mit dem Schlusspfiff und ausgesprochen schmeichelhaft noch einen Punkt von TG Hörste mit, „Speedster“ Alexander Schulze traf zwei Mal, einmal in der ersten und einmal in der letzten Aktion des Spiels.
So eine Nacht mal drüber schlafen ist schon wichtig, wenn man den Ereignissen eines Spieltages am Ende einigermaßen sachgerecht werden möchte. Erst dann ist der Blick frei für die Gesamt- und Begleitumstände des Durchstandenen. Zwar wähnte man sich am Samstagabend noch in der Sicherheit eines ordentlichen 15 Mann-Kaders, aber in diesen Zeiten heißt das nichts mehr. Kurzfristig, quasi 30 Minute vor Treffen, schmolz die Zahl der Einsatzbereiten für den „Riserva-Verwaltungsrat“ um Frank Rott, Sven Terveer und Stefan Mahne auf 13 ab, wobei der Einsatz von Keeper Terveer verletzungsbedingt alles andere als sicher galt. Wieder einmal war guter Rat teuer, aber es gibt sie noch, die guten Typen, die unglaublichen Charaktere, die Leute, die Du nachts anrufst und die dann nicht lange rumtun, sondern fragen: „Wann und wo?“ Bereits aus der Kabine des komplett neugebauten Sportgeländes in Halle, wohin das letzte Riserva-Match des Jahres witterungsbedingt verlegt worden war, kam nur noch eine Option in Frage, um den engen Kader der Senner Zwoten aufzustocken: Alexander Lorenz, der schlachterprobte kasachische Steppensturm, längst im Allstar-Status der Südbielefelder angekommen, an diesem nasskalten vierten Advent auf dem heimischen Sofa erwischt: „Kannst Du kommen? Sieht übel aus!“ – und, er kam – fast pünktlich zum Anstoß! Ich habe in den letzten zwei Jahren nochmal viel gelernt über Zusammenhalt, Loyalität und echte Freundschaft – diese kleine Kreisliga-Story, so unbedeutend sie in diesen bewegten Zeiten auch erscheinen mag, steht sinnbildlich dafür! DANKE für alles, Alexander Lorenz!
Welchen Wert, der im zweiten Durchgang für Joni Vogt kommende Lorenz für das schwächelnde Waldbadensemble haben sollte, sollte am Ende deutlich werden. Zunächst musste einmal mehr in der Innenverteidigung umgebaut werden: Vor dem angeschlagenen, aber am Ende durchhaltenden Sven Terveer im Tor (auch hier ein deutlicher Schulterklopfer für den aufopferungsvollen Terveer!) lief mit Burhan Tokman und Jan Henrik Rüter das gefühlt, fünfundachtzigste IV-Duo auf. Während Jan Henrik Rüter sich nach ausgesprochen unsicherer, erster Halbzeit einschließlich unglücklicher Vorbereitung des Hörster Führungstreffers, im zweiten Durchgang stabilisierte und teilweise überragend, Hörster Konter im zweiten Durchgang im Alleingang entschärfte, erwischte Burhan Tokman einen rabenschwarzen Tag. Ivo Dalhoff kämpfte und kniete sich in die Partie, er gehörte zu den besseren Sennern, während Kris Naporra vor allem kommunikativ und mit Präsenz versuchte, sein Team voranzutreiben. Lukas Hentschel auf der Sechs wirkte nach seiner guten Partie gegen Ravensberg gehemmt und verhalten, Mirko Cacic musste der deutlichen Belastung der vergangenen Wochen Tribut zollen und blieb weit hinter seinen Möglichkeiten als Spielmacher. Alexander Schulze, einer der wenigen Lichtblicke im Senner Team, war im Prinzip der einzige Senner, der so etwas wie Torgefahr ausstrahlte. Als die Gastgeber das aber nach einer guten halben Stunde realisiert hatten, wurden die Durchbrüche des Highspeed-Wunders sehr selten und lief im Prinzip alles gegen die Waldbadkicker. Mert Kilic auf der linken Flanke zeigte nach vielen guten und engagierten Leistungen in den vergangenen Wochen einen desolaten Auftritt. Auch die Offensivabteilung aus Marc Wittler und Joni Vogt machte einen mehr als abgehalfterten Eindruck und wirkte mental bereits in der Winterpause. Auf der schmalen Bank nahmen Erich Klassen, Marcel Schmidt und der dazu gerufene Alex Lorenz, Platz.
Obwohl die Senner eine erschreckend schwache Vorstellung liefern sollten, lief es zunächst sogar noch ausgesprochen günstig für die Südbielefelder: Direkt vom Anstoß spielten die Senner Alex Schulze über rechts frei, der kurz den Turbo zündete und mit einem harten Torschuss aus dreizehn Metern aus halbrechter Position den Hörster Keeper, der zum Ende hin ein tragischer Held werden sollte, überwand. Die Forderung des verletzten Spielertrainers Frank Rott wurde somit umgehend erfüllt, jedoch offenbarten die Waldbadkicker in der Folge eine desaströse Gesamtform. Immer wieder vertändelte die Abwehr im Spielaufbau völlig unnötig Bälle und lud die Gastgeber zu hochgefährlichen Torszenen ein. Noch jedoch sollten sich die Gastgeber des unfassbar schnellen Schulzes nicht erwehren können. Wieder auf die Reise geschickt, geht Schulze aufs Tor, jedoch anstatt aus 7 Metern einfach abzudrücken, spielt Schulze auf die mitgelaufenen Wittler und Kilic ab, die den Ball verpassen, wobei Kilic gleich zwei Mal am nahezu ruhenden Ball vorbeitritt – hier war das 2:0 Pflicht! Kurz darauf ist Schulze ein letztes Mal seinem Gegenspieler entfleucht und springt über dessen Harakiri-Grätsche im Strafraum hinweg, hier wäre sonst wohl, ohne Zweifel, der Strafstoßpfiff erfolgt. Danach ergaben sich die Senner ihrer unterirdischen Gesamtperformance, probierten es, weil spielerisch so gar nichts glückte, ausschließlich mit langen Bällen auf Schulze. Auch Hörste agierte viel mit Langholz und profitierte von katastrophalen Fehlern der nach Sicherheit suchenden Senner Defensive. Hörste war engagierter, lief mehr und verdiente sich eine Offensivaktion nach der nächsten. Nach einer unnötig verursachten Ecke können die Gastgeber eine zu kurze Faustabwehr des ansonsten guten Terveer im Senner Sechzehner zurücklegen und mit Schuss aus 13 Metern den verdienten Ausgleich erzielen. Hörste jetzt am Drücker und durch ein wahres Fehlpassfestival der Senner immer wieder eingeladen, profitiert nur 10 Minuten nach dem Ausgleich von einem Querschläger: Jan Henrik Rüter trifft die Kugel nicht richtig und das Leder verabschiedet sich in Kerzenmanier majestätisch in den nieselregenverhangenen Adventssonntag. Die Gäste können den Ball erobern, ein Pass in die Spitze und Terveer ist gegen den alleine vor ihm auftauchenden Stürmer machtlos – 2:1 Hörste.
Bei Senne ging einfach gar nichts mehr, daran sollten auch deutliche Worte in der Kabine nichts ändern. Der einzige, bei dem die Ansprache offenbar nicht ganz verhallte, war Jan Henrik Rüter, der im zweiten Durchgang eine starke Leistung darbot und gegen drei, vier hundertprozentige Überzahl-Konter der Gastgeber, die eigentlich die Entscheidung hätten bedeuten müssen, zum Teil überragend rettete. Änderung in Präsenz und Verantwortungsbewusstsein sowie vor allem Verantwortungsübernahme kam erst mit Alexander Lorenz auf den Platz. Lorenz forderte die Bälle, zeigte sich immer anspielbereit und nahm es auch, wie in alten Zeiten, notfalls mit drei Gegenspielern gleichzeitig auf. Da, wo sich zahlreiche Akteure der Riserva beinahe ängstlich wegduckten, strahlte Lorenz Präsenz und Sicherheit aus. Frank Rott brachte Erich Klassen für Marc Wittler und Marcel Schmidt für den angeschlagenen Cacic, insgesamt gewannen die Senner im letzten Spieldrittel leidlich die Regie, die besseren Chancen hatten aber ganz klar die Gastgeber, die ein ums andere Mal ihre Offensivschwäche offenbarten. Bis auf eine Chance von Marc Wittler, sowie zwei guten Freistößen von Alex Lorenz, reichte es jedoch bis zur 93. Spielminute für nichts Zwingendes, dann überschlugen sich die Ereignisse: Ein letztes Mal, dieses Mal über links geschickt, geht „Speedster“ Schulze mit Ball am Fuß in den Sechzehner und wird nach Vorhergabe unsanft vom Hörster-Keeper abgeräumt. Der Schiedsrichter zeigt sofort auf den Punkt, aber in dieser Situation war die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, erneut überhaupt nicht vorhanden, sodass Burhan Tokman, zuletzt stets fehlerfreier Elferschütze, zum Strafstoß antrat. Doch der Elfer stand symbolisch für die Leistung des sympathischen Singer-Songwriters – schwach, der Hörster Keeper pariert: Es sollte nicht sein. Nochmal landet der Ball bei Terveer, der in der letzten Aktion der Partie das Spielgerät mit weitem Flugball zu Alexander Lorenz bringt. Ein letztes Mal spielt Lorenz den Ball auf Schulze, der sich die Kugel jedoch im ersten Kontakt zu weit vorlegt, sodass der TG-Keeper und designierte Held dieses nasskalten vierten Advents, die Kugel eigentlich nur noch aufzunehmen braucht. Irgendwie rutscht dem Torwart das glitschige Spielgerät jedoch durch die Hände und Hosenträger, plötzlich steht Schulze wieder mit Ball am Fuß vor dem leeren Tor. Hatten zuletzt die Senner zu zahlreichen Gastgeschenken eingeladen, war es nun das Heimteam in Person des bis dahin stark haltenden Torwarts, das zum Treffen einlud. Schulze knallt den Ball rein und der Schiedsrichter beendet die vierminütige Nachspielzeit – 2:2 Endstand.Ich glaube, es ist nicht erwähnenswert, dass dieser letzte Auftritt in 2021 nichts war, und zwar in jeder Hinsicht, abgesehen von dem Punkt, den man mitgenommen hat. Darüber hinaus muss man wohl konstatieren, dass das Herausarbeiten aus dem Tabellenkeller der letzten 8 Wochen deutlich und reichlich Körner gekostet hat. Hinzukommt, dass die Pandemieentwicklung dazu geführt hat, dass zuletzt nur noch unregelmäßig personelle Unterstützung zur Verfügung stand. Man überwintert mit 23 Punkten auf Tabellenplatz sieben, 19 Punkte hat man in den letzten acht Wochen geholt, dafür gilt an dieser Stelle allen, die sich zusammengerauft haben, sowie kurzfristig und aus empfundener langjähriger Solidarität unterstützt haben, ein riesengroßes Dankeschön! Ob es der angehende Familienvater Flori Helmke, Marcel Landgraf, unser angehender Anwalt Jan Gruner, Malte Hawerkamp, Henne Eckseler, mein „Lieblingsmensch“ Luka Marquardt oder zu guter Letzt, der unverwüstliche Alexander Lorenz war, vielen, vielen Dank dafür, dass ihr mitgeholfen habt, den Karren „2. Mannschaft“ aus dem Dreck zu ziehen und wir jetzt um einiges beruhigter in die äußerst kurze Winterpause gehen können. Ansonsten gehört Frank Rott und Sven Terveer in diesem „Abspann für 2021“ ein Dankeschön und Komplimente für die Übernahme der sportlichen Verantwortung bei der Riserva, mutmaßlich „to be continued“.
Ich verabschiede mich an dieser Stelle und wünsche allen Lesern, Freunden, Fans und dem TuS 08-Zugewandten ein frohes Fest sowie Gottes Segen!Bleibt gesund und bis nächstes Jahr!
Man of the Match: Alexander „Speedster“ Schulze
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Vorwochenhypothek zu hoch – Riserva kann Ravensberg nicht stoppen
(SM) Am Ende war die Hypothek für den teuer erkauften Vorwochensieg zu hoch. Die Riserva verlor gegen den Tabellenführer aus Ravensberg am Ende zwei Tore zu hoch aber verdient.
Die furiose Aufholjagd der Senner Zwoten seit Mitte Oktober hat ausgerechnet im heimischen Wohnzimmer am Waldbad einen herben Dämpfer erlitten. Dabei verlor man die Partie gegen den nur um vier Punkte hinter der Optimalausbeute liegenden Tabellenprimus aus dem Altkreis im Prinzip bereits nach acht Minuten, in denen sich die Senner kollektiv im desaströsen Tiefschlaf befanden. Letzten Endes beginnt die Geschichte um die Niederlage in dem Spiel, in dem man sich eigentlich so viel vorgenommen hatte, bereits eine Woche zuvor, beim Herzschlagsieg gegen Kellerkind Hillegossen in der Schlussminute. Doch neben mehreren Bündeln Nerven, hatte dieses Spiel auch zwei Figuren gekostet, die Erscheinung, Auftreten und Dominanz der Riserva in den letzten Wochen neben anderen sehr stark geprägt haben. Die Rede ist von Torhüter Sven Terveer, der die letzten acht Wochen nahezu fehlerfrei gehalten hatte, sowie von Spielertrainer Frank Rott, der als intellektueller Regisseur und Fußballvirtuose im Zusammenwirken mit Mirko Cacic, Lukas Hentschel sowie den Flügelspezialisten Tom Friedrich und Alexander Schulze das Senner Spiel gestaltete und in dem Moment Verantwortung für das Team übernahm, als Trainer Ahmet Yildirim befördert wurde. Terveer holte sich im ungemütlichen Kick gegen Hillegossen eine Oberschenkel Zerrung, Frank Rott zog sich eine schwere Schulterprellung zu, beide fielen für den Vergleich gegen den Tabellenersten aus. Aber – und auch da muss man ehrlich sein -, waren es auch die Gesamtbegleitumstände einer sehr bewegten Hinrunde, die ihren Teil zur am Ende deutlichen Niederlage beitrugen. Die Trainingsbeteiligung wankte auch in den letzten, durchaus erfolgreichen Wochen regelmäßig zwischen vier und vierzehn, zu wenig, wenn man eine Partie, wie die gestrige, erfolgreich gestalten will. Ich bin aus dem Alter raus, um mir über die Begründungen hinsichtlich der Nichtteilnahmen Gedanken zu machen, daher möchte ich hier nur festhalten, dass es einfach zu wenig war. Auch die Auflagen der Bundesregierung zur Teilnahme am Amateursport ist für die Senner, natürlich neben anderen Teams, eine heikle Entwicklung. Bis heute fehlt der wohl auf Jahre gesehen konstanteste Innenverteidiger der Senner Mannschaft, zwei Spieler konnten nach Wochen erst kurzfristig wegen der erforderlichen Impfungen wieder zum Team stoßen, eine weitere Bürde. Aber, und das muss auch erwähnt werden, die Gäste nutzten, hervorragend auf die Senner Mannschaft eingestellt, die notorisch schwächste Phase des Waldbadensembles gleich zu Beginn, um quasi innerhalb von acht Minuten die Partie zu entscheiden. Eine Sache also, die sich die Senner unbedingt für die Rückrunde ins Aufgabenbuch schreiben müssen. Erich Klassen im Senner Tor hielt einige Male überragend und auch regelmäßig absolut sicher, sah aber bei den Treffern zum 0:2 und 2:4 ausgesprochen unglücklich aus. Jan Hendrik Rüter zeigte sich nach zuletzt regelmäßig konstant starken Partien unsicher, ähnliches galt für Ivo Dalhoff, der nicht an seine überragenden Leistungen z.B. gegen Peckeloh III anschließen konnte. Kris Naporra mühte sich nach Kräften, der für ihn eingewechselte Burhan Tokman offenbarte nach seiner Roten Karte Trainingsrückstand und mangelnde Spielpraxis. Jan Gruner agierte konstant und insgesamt souverän, war aber stets gefordert und konnte die Mängel in der Defensive nicht ausbügeln. Mirko Cacic offenbarte im Spielaufbau ungewohnte Mängel in der Präzision und leitete direkt mit seinem ersten Fehlpass den Gästekonter zum 0:1 ein. Lukas Hentschel setzte eins-zu-eins die Vorgaben von Coach Rott um und spielte einen ungemütlichen, ekeligen Sechser, kam aber spielerisch kaum zur Entfaltung. Tom Friedrich war nach Wochen der Verbannung wieder hochmotiviert am Start und konnte den wichtigen Anschlusstreffer ermogeln, war aber insgesamt zu wenig ins Spiel eingebunden, ähnliches galt für sein Pendant Alexander Schulze, dessen „Turbo“ eigentlich nur beim 2:3 sehenswert zum Einsatz kam. Mert Kilic war mit dem verdienten Startelfeinsatz auf der „10“ sichtlich überfordert, der für ihn bereits nach 25 Minuten ins Spiel kommende Okan Tokman hatte zwar einige gute Einzelszenen, die aber verpufften. Marc Wittler in der Offensive konnte gegen die bullige Ravensberger Innenverteidigung zwar einige Bälle gut festmachen, zeigte aber so gut wie keine Durchschlagskraft als Sturmspitze. Daran wird zu arbeiten sein. Von der Bank kam ansonsten noch der schwer angeschlagene Frank Rott sowie Lars Trapp, beide konnten aber an der Niederlage nichts mehr ändern.
Die Niederlage als solche geht vor dem Hintergrund des Spielverlaufs auch völlig in Ordnung. Ravensberg trumpfte von Beginn an druckvoll auf und nutzte die kollektiv desolate Anfangsphase der Senner für eine komfortable 3:0-Führung, die aber erstmal auf dem winzigen Senner Kunstrasen nicht allzu viel zu bedeuten hat: Dem 0:1 geht ein Fehlpass von Cacic voraus, die Senner werden in der Vorwärtsbewegung böse getroffen, Erich Klasen hält im eins gegen ein sowie im Nachschuss sensationell, auch ein zweiter Nachschuss kann geblockt werden, doch dann beim dritten Mal ist der Ball halt drin. Dem 0:2 aus knapp 30 Metern geht ein Stellungsfehler vom Senner Keeper voraus, allerdings senkt sich die Kugel auch in Sonntagsschussmanier in die Senner Maschen. Bei Ravensberg klappte einfach alles. Beim 0:3 werden die Senner wieder ausgekontert und können dem flinken Rechtsaußen der Gäste nicht hinterherkommen. Klassen drängt den Spieler zwar im Rauskommen weit nach rechts ab, aber aus spitzestem Winkel trifft der Ravensberger dennoch zum 0:3 nach acht Minuten.
Tom Friedrich kann nach einer kurzen Konsolidierungsphase bei den Sennern ein Abstimmungsproblem zwischen Innenverteidiger und Torwart der Gäste zum 1:3 nutzen, kurz darauf wirft Schulze nach Cacic Pass den Turbo an, entkommt auf Rechtsaußen und knallt den Ball an den Innenpfosten, von wo aus die Kugel ins Tor springt. Danach entwickelt sich eine hektische Partie, in der der Jungschiedsrichter sichtlich überfordert ist und den Gästen, die clever jeden Körperkontakt mit lautem Schreien, als lebensbedrohlich erscheinen lassen, zu zahlreichen Standards verhilft. Spielfluss und alles weitere sind von da an bis zur Pause gebrochen.Zwar nehmen sich die Senner für den zweiten Durchgang nochmal vieles vor, es gelingt aber kaum noch, die starke Innenverteidigung der Gäste in Bedrängnis zu bringen. Die Partie bleibt hässlich und hektisch, wie das Wetter an diesem nasskalten dritten Advent. Die Gäste nutzen einen von zahllosen Freistößen für die Vorentscheidung zum 4:2, Klassen im Senner Tor bekommt gegen den hart aber relativ zentral geschossenen Standard nur einen Arm hoch, sodass die Kugel im Netz zappelt. Danach hat Senne zwar noch gefühlte Gelegenheiten, aber wirklich zwingend passiert da nicht mehr wirklich etwas. Kurz vor Ende springt der Gästezehner mit beiden Beinen gestreckt voran in seinen Gegenspieler und erhält eine sehr milde Gelbe Karte, verletzt sich bei der Aktion aber selbst. Die Gäste lassen sich trotz Führung dann noch zu ein paar weniger sympathischen Aktionen hinreißen, naja, am Ende gab ihnen das rein sportliche Ergebnis irgendwie auch recht. Burhan Tokman und Jan Henrik Rüter bereiten den Gästen dann noch per Slapstickeinlage frei nach dem Motto „Kommunikation wäre gut gewesen“ den Weg zum 5:2, während beide Senner am Boden liegen, braucht der Gästeangreifer nur noch an Erich Klassen vorbei ins Tor zu schieben. Nochmal Burhan Tokman wird dann sogar Passgeber zum, in Anbetracht der Gesamtereignisse, sehr schmeichelhaften 6:2.
An fünf von sechs Gegentoren hat man durch teilweise schwere Fehler selbst mitgewirkt, gegen einen gnadenlos effizienten Tabellenführer, der bis auf beim 1:3 keine Fehler machte, war das unterm Strich einfach zu wenig, oder eben zu viel, je nach Sichtweise. Nicht alle, aber viele Akteure im Senner Kollektiv holen sich ihre Sicherheit und gute Performance über das Training. Die zahllosen Unsicherheiten dokumentieren, dass hier vieles leider fehlte.
Die furiose Aufholjagd der letzten Wochen hat nun zwar einen Dämpfer erlitten, jetzt heißt es, sich mit einem positiven Erlebnis aus dem schweren Jahr 2021 zu verabschieden. Am Dienstag und am Freitag wird nochmal trainiert, ehe man am kommenden Vierten Advent in der Partie gegen TG Hörste in Halle den vorletzten Hinrundenspieltag begeht und in eine ausgesprochen kurze Winterpause „eindreht“, die bereits am 6. Februar mit der letzten Hinrundenpartie gegen FC Delta wieder beendet sein wird.
Ich hoffe, man sieht sich bereits am Dienstag zahlreich zum Training sowie zum Abschlusstraining verknüpft mit der Mini-Weihnachtsfeier am Freitag.
Man of the Match: Lukas Hentschel
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B2 mit Kantersieg in die Winterpause
Am Wochenende ging es für die B2 des TuS 08 Senne 1 zum Nachbarn nach Sennestadt. Bei diesem Kellerduell hieß es Letzter gegen Vorletzten. Die Sportfreunde aus Sennestadt konnten bis zu diesem Zietpunkt noch keinen Punkt verbuchen, die Senner Mannschaft nur einen. Deshalb konnte man sich eine realistische Chance auf Punkte vor dem Spiel zumindest ausmalen. Durch die Unterstützung aus der C1 und der B1 konnte man trotz der neuen Corona-Auflagen für Ü16-jährige mit einem Kader von 14 Mann zu dem Spiel auf dem angeschlagenen Rasenplatz anreisen. Eine Absprache zwischen den Sennestädtern und Sennern zur Durchführung der Partie machte es möglich.
Die Trainer der Waldbadkicker sahen ein durchaus gutes Spiel ihrer Mannschaft welches in Endefekt deutlich mit 0:13 gewonnen werden konnte. Endlich hat sich die Mannschaft ihre ersten 3 Punkte sichern und für ihre bisherigen Mühen in Training belohnen können.
Als Troschützen trugen sich ein: Yasin Tez (1), Valton Krasniqi (4), Ersan Tez (1), Batu Akdeniz (1) Caner Yildiz (2), Luka Bollweg (1), Justus Busse (1) und Spiros Siozios (2).Da die restlichen Meisterschaftsspiele, die noch vor der Winterpause angesetzt warten, aufgrund der neuen Coronaverordnung nicht stattfinden werden, beschreibt die Partie in Sennestadt einen versönlichen Abschluss, bevor es nach Weihnachten in nächsten Jahr (hoffentlich!) weitergeht.
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9:1 – Riserva weiterhin auf Kurs!
(SM) Die zweite Mannschaft von Frank Rott, Sven Terveer und Teammanager Stefan Mahne hat auch das fünfte Spiel in Folge gewonnen und der Reserve vom TuS Eintracht keine Chance gelassen.
Die Situation rund um die zweite Mannschaft des TuS 08 Senne I hat sich deutlich entspannt: Sowohl personell konnte man zuletzt zahlreiche Kicker zurück in die eigenen Reihen holen, sportlich konnte man sich inzwischen deutlich von den Abstiegsrängen distanzieren und zum oberen Mittelfeld aufschließen. Aber der Schein sollte nicht trügen: Die Corona-Lage aber auch das eine oder andere herbstliche Tiefdruckgebiet drücken die Trainingsbeteiligung. Wie eng doch wahre sportliche Not und Dekadenz beieinander liegen können.
Gegen die abstiegsbedrohte zweite Mannschaft vom TuS Eintracht reichte den Waldbadkickern indes trotz des Ausfalls von Tom Friedrich, Okan Tokman, Alexander Klimusch, Florian Helmke sowie des rotgesperrten Burhan Tokman eine über weite Strecken wenig erbauliche Leistung zu einem Torfestival. Jan Gruner war wieder mit von der Partie und erwies sich als topfitte, vielseitig einsetzbare Alternative, ebenso wagte Lars Trapp nach langer Rekonvaleszenz wieder den Schritt in den Pflichtspielbetrieb und ließ seine technischen Stärken aufblitzen. Defensiv standen die Senner, insbesondere zu Beginn wackelig, die Verteidigung um Scharf, Rüter, Naporra und Dalhoff offenbarte viele Abstimmungsprobleme und agierte gegen die gute und schnelle Eintracht Offensive zu verhalten. Erst Mitte des ersten Durchganges fand man hier nach konsequenter Deckungsarbeit gegen die guten Gästeangreifer zu der gewohnten Sicherheit vor Sven Terveer im Senner Tor. Der starke Jan Gruner agierte in einem fein laufenden Dreieck mit Mirko Cacic und Frank Rott, wobei alle drei Kicker mit ihrer individuellen Klasse zum deutlichen Ergebnis beitrugen. Auch „Speedster“ Alexander Schulze war erstmalig seit Monaten wieder in einem Pflichtspiel mit von der Partie, erhielt insgesamt zu wenige Bälle, bewies aber seine überragende Sprintstärke und Torgefährlichkeit, wenn er denn in Szene gesetzt wurde. Auch Mert Kilic, für mich der Überraschungsspieler der Saison, zeigte erneut eine gute Leistung und belohnte sich mit zwei Treffern dafür selber. Marc Wittler in der Sturmspitze zeigte sich engagiert und mühte sich zu vielen Wegen, häufig kamen die Bälle aber zu lang und er blieb ohne eigenen Treffer. Lukas Hentschel und Joni Vogt blieben angeschlagen draußen, Marcel Schmidt, Erich Klassen und eben Lars Trapp kamen von der Bank.
Eintracht war zu Beginn das agilere Team, während die Senner behäbig, unaufmerksam und ein wenig überheblich daherkamen. Das zuletzt gegen Peckeloh gezeigte großartige Engagement auf dem Platz fehlte komplett, gegen den Ball standen die Senner viel zu weit von ihren technisch versierten, flotten Gegenspielern weg, sodass es sofort gefährlich für das Senner Gehäuse wurde. Allerdings wussten die Gäste zunächst nichts mit ihrem Spielvorteil anzufangen. Der hohen individuellen Klasse des Waldbadensembles geschuldet, kam man dann doch noch zur ersten wirklich guten Chance und die gereichte sogleich zum 1:0: „Speedster“ Alex Schulze lässt seinen Bewacher, mustergültig von Cacic in den Raum bedient, stehen und überwindet den Gästekeeper nach einer knappen Viertelstunde aus spitzem Winkel. Das 1:0 führte nicht zu mehr Sicherheit, die defensiven Mängel blieben bestehen und erlaubten den viel zu viel Raum behauptenden Gästen nach 20 einen sehenswerten Treffer zum 1:1. Auf den völlig verdienten Ausgleich reagierten die Senner insgesamt unaufgeregt und einmal mehr mit individueller Klasse: Nur kurz nach dem 1:1 nimmt Mirko Cacic aus gut und gerne 25 Metern in zentraler Position einen hoch abspringenden Ball volley, und knallt das Leder zur neuerlichen Führung unter die Latte. Kurz darauf mimt Jan Gruner den Freistoß-Scharfschützen und zirkelt einen Standard direkt an den linken Giebel-Innenpfosten, von wo aus der Ball ins Tor springt – zwei Traumtreffer in zwei Minuten zum 3:1. Jetzt zeigte sich das Waldbadensemble gepusht, während sich bei den gut gestarteten Gäste Resignation zeigte. Endlich, spielerisch ohne zu brillieren aber ein solides Niveau erreichend, kam der kleine Waldbadexpress in Fahrt und konnte durch einen Frank Rott-Doppelpack, per Halbzeitpause getrennt, auf 5:1 erhöhen.Eintracht blieb nach vorne hin dennoch gefällig und auch immer wieder gefährlich, verpasste aber den Anschluss, sodass die Senner durch einen schön herausgespielten Kilic Treffer auf 6:1 von dannen ziehen konnten. Insgesamt ist die Messe spätestens ab da wohl gelesen, auch einen zweifelhaften Strafstoß können die Gäste nicht in Zählbares ummünzen. Die Senner hingegen erhöhen in einem nasskalten Flutlichtspiel am 1. Advent durch ein weiteres Tor von Mert Kilic zunächst auf 7:1, ehe nochmal Standardspezialist Mirko Cacic einen Freistoß aus 20 Metern in die Maschen zimmert. Der Schlusspunkt gebührte dem „Speedster“ der Sener, Alexander Schulze, der auch schon für den Start des Senner Torreigens verantwortlich zeichnete. Schulze veredelt eine saubere Vorhergabe von rechts humorlos zum 9:1 und dem Endstand. Sehr erfreulich die Rückkehr von Lars Trapp in die Senner Reihen im Spielbetrieb, wir haben den kreativen 94er sehr auf dem Platz vermisst. Neben Marcel Schmidt, der sich seinen Einsatz durch wochenlangen Fleiß und perfekter Trainingsbeteiligung mehr als verdiente, kam neben Erich Klassen noch Joni Vogt zu einem Kurzeinsatz.
Wir wissen alle nicht, was in den nächsten Tagen passieren wird. Auch eine frühe Winterpause für den Amateurfußball liegt sicher nicht im Reich der Unmöglichkeit. Daher sollte man eigentlich annehmen, dass man die Möglichkeiten, sich sportlich im Kollektiv bewegen zu dürfen nicht fahrlässig verstreichen lässt, gerade jetzt, wo es läuft! Die wesentlichen Punkte dazu sind intern angesprochen und brauchen hier wohl nicht wiederholt werden. Ich rate jedoch dringend zu einer anderen Einstellung, insbesondere dann, wenn man sich noch ernsthaft etwas vornimmt!Man of the Match: Mirko Cacic
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0:2 in Hillegossen – B2 mit Rückschlag
(MH) Auch an diesem Wochenende ging es für die B2 wieder zu einem Auswärtsspiel. Mit einem gut gefüllten Kader, dank zweier Aushilfen der C1, ging es gegen die 2. Mannschaft des TuS Einigkeit Hillegossen, die in der Tabelle nur wenige Plätze über der Senner Mannschaft standen.
Anfangs war das Spiel sehr ausgeglichen und es kam zu wenigen vielversprechenden Torchancen. Die erste erarbeitete sich der C-Jugendliche Henrik Lochmöller, der von der Mittellinie aus startete und sich an 2-3 Gegenspielern vorbeidribbelte, sodass er dann aus knapp 20 Metern mit seinem starken linken Fuß zum Torabschluss kam. Der gegnerische Torwart war so eben noch mit den Fingerspitzen an dem Ball und lenkte ihn dadurch just noch an die Torlatte. Der darauffolgende Angriff der Hillegossener führte jedoch zu dem 1:0, was zu dem Zeitpunkt nicht das Spielgeschehen widerspiegelte. Nach dem Gegentor brachen unsere Senner Jungs jedoch etwas ein und konnten kaum noch einen Ball vernünftig in Richtung des gegnerischen Tores spielen. Nach ein paar weiteren guten Gelegenheiten des Gegners ging es in die Halbzeit. Jedoch hatte die Traineransprache durch Coach Stefan Mahne nicht den gewünschten Effekt, und die wenigen Chancen, die sich die Mannschaft in der 2. Halbzeit herausspielte wurden nicht genutzt, da man fast immer einen Schritt zu spät war. Die anfängliche Druckphase zu Beginn des zweiten Durchganges hielt somit nicht lange gehalten und der TuS Einigkeit Hillegossen übernahm wieder das Spielgeschehen. Durch die nun hoch stehende gegnerische Mannschaft hatte es die Senner Kicker noch schwerer als sonst schon, den Ball hinten herauszuspielen. Nach einem missglückten Abschlag des Senner Torwarts musste das 2:0 in Kauf genommen werden. Ab dem Zeitpunkt hätte die Senner Mannschaft mehr Mumm gebraucht, um das Spiel noch zu drehen, was jedoch ausgeblieben ist.
Nach einem Spiel, bei der die Mannschaft nicht ganz mit sich zufrieden sein kann, müssen nun alle bei dem Derby in 2 Wochen gegen die Sportfreunde Sennestadt auf die nächsten Punkte hoffen! -
6:3 Wahnsinn im „Wohnzimmer“ – Riserva besiegt einmal mehr „All-Peckeloh“-Auswahl!
Ich bin in den letzten anderthalb Jahren häufiger gefragt worden, woran man eigentlich denkt, wenn man bei einem Luftangriff, bei Sirenengeheul nebeneinander gekauert in einer schmalen Betonröhre hockt und in bitterkalter, feuchter Nacht stundenlang auf den nächsten Einschlag eines ballistischen Gefechtskopfes wartet. Nun, da sind in erster Linie Gedanken an die eigene Familie, die Geburt der Kinder, gute Freunde und Weggefährten sowie schöne Momente, die einem das Leben bis dahin geschenkt hat. Einen dieser -für einen passionierten Kreisligakicker- schönen, enorm emotionalen Momente hat mir die 2. Mannschaft des TuS 08 Senne I am 7. Juni 2019 geschenkt: Damals besiegte man die schier übermächtig erscheinende Auswahl vom SC Peckeloh III in einem dramatischen Aufstiegsendspiel vor hunderten Fans auf der Hartalm mit 2:1 – eine Sternstunde Senner Fußballhistorie!!
Zeitsprung! Knapp zweieinhalb Jahre später sollte sich das Szenario unter beinahe gleichen Vorzeichen, dieses Mal auf dem kleinen Kunstrasen am Senner Waldbad, wiederholen. Die Riserva konnte auf keine Verstärkung aus der eigenen Ersten hoffen, Ex-Zwote Coach Ahmet Yildirim befindet sich mit dem Waldbadexpress in einer Findungsphase und nahm verständlicherweise alle Akteure seines Kaders zum schweren Auswärtsspiel in Rheda mit. Die zuletzt zum Kader der Zwoten gestoßenen Flori Helmke und Marcel Landgraf weilten im wohlverdienten Urlaub (Genießt ihn, Jungs!) und auch weitere zuletzt reaktivierte Standby-Kräfte waren beruflich bedingt verhindert. Die Gäste aus dem Altkreis (zuletzt zwei Mal erfolgreich) hingegen, konnten aufgrund des Corona-bedingten Ausfalls der Westfalenliga-Partie gegen den SC Herford, den eigenen Kader mit Akteuren der 6. Liga aufstocken. Das ungleiche Duell, „David gegen Goliath“ von einst, sollte sich also wiederholen. Psychologisch gesehen eine schwierige Ausgangslage für die Spielertrainer Frank Rott und Sven Terveer, die tabellarisch, gegen die zuletzt siegreichen Gäste, eher mit einem Duell auf Augenhöhe gerechnet hatten – was sich natürlich nun, aufgrund der enormen individuellen Qualität der Gäste, völlig entgegengesetzt gestaltete. Die Senner liefen mit dem seit Wochen tadellosen Rückhalt im Tor, Sven Terveer, sowie mit Jan Hendrik Rüter und Felix Scharf in der Innenverteidigung auf, die vom zuletzt stabil-soliden Ivo Dalhoff und den mit eher ungewohnter Aufgabe betrauten Jonathan Vogt flankiert wurden. Die Zentrale bemannten der von Woche zu Woche noch mehr in Schwung kommende Youngster, „Lücke“ Hentschel sowie „Balkan Bomber“ Mirko Cacic. Mert Kilic rückte auf den rechten Flügel und zeigte eine großartige kämpferische wie auch spielerisch solide Leistung. Der seit Wochen in bestechender Form spielende und rackernde Tom Friedrich kam über den angestammten linken Flügel, machte ein Tor selber und zwang die Gäste mit scharfer Hereingabe zu einem Eigentor – mehr braucht man wohl an dieser Stelle nicht mehr zu erwähnen. Das „Duo wider Willen“ in der Offensive gaben der unfassbar gute Spielertrainer Frank Rott sowie der technisch brillante und vor dem Tor eiskalte jüngere Tokman Bruder, Okan Tokman, ab. Die wertvollen Reservekräfte Alex Klimusch und Marc Wittler (beide angeschlagen) sowie Kris (K)Napo(rra) und Marcel Schmidt offenbarten ihren großen Wert, durch zum Teil frühzeitige, verletzungsbedingte, Einwechselungen.
Was sich in den ersten 10 Minuten nach Anpfiff durch den selten aus der Ruhe zu bringenden Referee auf dem schmalen Geläuf des Senner Kunstrasens abzeichnete, konnte keinem der anwesenden Zuschauer unserer Senner Riserva freuen: Die Gäste schraubten das Senner Ensemble mit ihren Westfalenliga-Kickern nach allen Regeln der Fußballkunst auseinander. Die Bälle flipperten im teils direkten Spiel nur so durch die Peckeloher Reihen und ließen die Jungs vom Waldbad regelmäßig dumm aus der Wäsche schauen. Allerdings vergaß der nominell Tabellenvorletzte sich für seine fußballerische Demonstration zu belohnen. Drei „Hunterprozentige“ spielte sich das Gästeteam vor den staunenden Augen der Senner Elf in den ersten fünf Minuten heraus, doch der Ex-Prof in den Reihen der Gästeauswahl verfehlte jeweils knapp den Senner Kasten. Irgendwann musste es dann jedoch passieren: Einmal mehr in gefühlter Lichtgeschwindigkeit lief die Murmel vom enorm starken Spielmacher des SCP initiiert, ohne Chance auf Abwehr, durch den Senner Sechzehner und die bullige Sturmspitze der Gäste brauchte gegen den bis dahin bereits mehrfach geprüften Terveer im Senner Tor, nur noch den Fuß hinhalten. Das war für Kreisliga B-Verhältnisse einfach zwei bis drei Stufen zu schnell, das Waldbadensemble zeigte sich aber auch beeindruckt und ein wenig eingeschüchtert vom bis dahin Erlebten. Die Senner mussten mentale wie sportliche Aufbauarbeit leisten und einen Plan fassen, um gegen die überragenden Individualisten der Gäste ein Mittel zu finden, das deren Spielstärke sowie Zug zum Tor relativierte. Der einzige Fehler, den die Gäste kollektiv begingen, war es, den Schiedsrichter von Beginn an bei nahezu jedem noch so unwichtigen Pfiff anzugehen, anstatt die Partie, mit der bis dahin dargebotenen sportlichen Souveränität herunterzuspielen. Senne musste bereits nach gut zehn Minuten Joni Vogt verletzungsbedingt herausnehmen. Für ihn kam Kris Naporra und zeigte seinen enormen Wert für das Senner Team mit Kämpferherz bei gleichzeitig cleveren und stets mit Augenzwinkern versehenen Kommunikationsstil – Attribut: Sympathisch! Irgendwie erlahmten die kaum zu unterbrechendenden Kombinationsstafetten der Peckeloher dann ein wenig und die Senner konnten sich erstmalig über zahlreiche lange Bälle aus der eigenen Defensive, sowie durch Keeper Terveer, ein wenig freischwimmen. Dass die Senner daraus direkt Kapital schlagen konnten, ist wohl die entscheidende Komponente dieser ungleichen Partie. In Höhe des Gästefünfers kommt die Riserva um die 15. Minute herum an einen Einwurf, den Mert Kilic direkt auf den am kurzen Pfosten postierten Frank Rott spielt. Rott verlängert ungestört den Wurf auf den zweiten Pfosten, der Gästetorwart wirkt überrascht und Okan Tokman bedankt sich am langen Pfosten per Kopf für das Geschenk mit dem zu diesem Zeitpunkt eher unerwarteten Ausgleich. Ein wenig vor den Kopf gestoßen sind die einen, Morgenluft witternd die anderen, gelingt es der Riserva nun in die Zweikämpfe zu kommen und im Spiel gegen den Ball zunehmend erfolgreich zu agieren. Dem überragenden Spielmacher im Zentrum der Gäste ist dennoch kaum beizukommen, sodass die Peckeloher-Auswahl am Drücker bleibt. Felix Scharf muss den Platz verletzungsbedingt räumen, für ihn kommt „Mentalitätsbestie“ Alexander Klimusch auf den Platz, der sich obwohl angeschlagen, sofort mit enormen Willen in den Dienst seiner Elf stellt! Aber zunächst sind nochmal die Gäste am Zug, bei denen sich der eigene Spielmacher mit bemerkenswerter Technik gegen fünf Senner durch den Heimstrafraum tankt und dann mit viel Übersicht den am langen Pfosten postierten, etatmäßigen Torjäger der Peckeloher Dritten bedient. Der bis dahin mehrfach überragend reagierende Sven Terveer ist zwar an dem Torabschluss noch dran, muss sich dann aber tapfer dieser „Tausenprozentigen“ geschlagen geben. Für einen Moment ist die Welt der Gäste wieder in Ordnung, aber die nadelstichartigen Befreiungsaktionen sowie die mehr und mehr den überbordenden Respekt ablegenden Waldbadkicker nehmen diese Partie inzwischen anders an. Nach den 1:2 gelingt es den Sennern zunehmend sich aus dem Würgegriff des Tabellenvorletzten zu befreien und mehr und mehr das eigene Offensivspiel zu forcieren. Okan Tokman und Frank Rott bringen zusammen mit dem wieder einmal überragenden Tom Friedrich sowie dem unbequem agierenden Mert Kilic nun ihrerseits die Gästeabwehr ein wenig ins Schwimmen und identifizieren zunehmend die Schwachstellen des bis dahin weit überlegenen Teams aus dem Altkreis. Als Friedrich und Rott gemeinsam in einer eher unspektakulären Situation „vorne drauf“ gehen, spielen die Gäste einen kapitalen Fehlpass, der letzten Endes bei Frank Rott landet. Frank Rott spitzelt nach wenigen Schritten die Kugel am abermals verdutzten Gasttorwart vorbei und die Riserva stellt den Spielverlauf erneut völlig auf den Kopf – 2:2. Mit dem Mut der Verzweiflung angesichts des bisherigen Matchs, wächst die Riserva, nach dem erneuten Nackenschlag für die Gäste, in den kommenden 50 Spielminuten über sich hinaus. Die Gäste hingegen hadern bei nahezu jeder Situation lautstark mit den Entscheidungen des Unparteiischen und verlieren durch die zunehmende Hektik völlig den Faden, während das Senner Ensemble insgesamt ruhig, klug und überlegt dort fortsetzt, wo man mit den beiden Ausgleichstreffern angefangen hatte. Der Jubel über Frank Rotts frechen Ausgleichstreffer ist im engen Rund des WBK noch nicht verklungen, da spielt der immer mehr Zugriff aufs Spiel seiner Farben erhaltende Mirko Cacic einen gefühlvollen Ball in die Senner „Raketenantriebsteststrecke“ auf dem linken Flügel. Sehenswert erreicht Tom Friedrich „Mach3“, lässt alles „zwischen hier und Borgholzhausen“ links liegen und hämmert eine knallharte, flache Vorhergabe in die Todeszone vor dem Gästegehäuse. In Anbetracht des omnipräsenten Frank Rott sowie dem clever im Rückraum lauernden Okan Tokman muss der Gästeverteidiger zu der scharfen Vorhergabe hingehen, versenkt diese aber, der enormen Wucht der Kugel geschuldet, im eigenen Kasten – 3:2 Senne, Spiel gedreht, die Gäste fassungslos. Sven Terveer wird bei einer Abwehraktion nach einem weiten Einwurf in den Fünfer, von einem hereinstoßenden Gästeangreifer mit Ball ins Tor gerammt, der Unparteiische entscheidet auf Freistoß für den nach Luft ringenden Senner Schlussmann und es bleibt bei der knappen Führung. Jetzt wird die Nummer richtig ungemütlich, denn die Hektik nimmt weiter zu und wird erst durch den Habzeitpfiff des Referees kurzzeitig unterbrochen.
Es ist dieselbe Dramaturgie des zweieinhalb Jahre zuvor stattfindenden Aufstiegsspiels mit zahlreichen Parallelen: Hier, das mit enormer individueller Klasse ausgestattete Team des Altkreismatadors, dort die Jungs aus dem Bielefelder Süden mit einem begnadet-überragenden Frank Rott und einer durch Herz, Leidenschaft und Mut geprägten, kollektiven Mannschaftsleistung.
Mit Wiederanpfiff des souveränen Unparteiischen, versuchten die Gäste sofort wieder an das dominante Anfangsdrittel anzuschließen, nur die Senner, die ließen das nicht mehr zu. Man fand Mittel und Wege durch die defensiv über sich hinauswachsenden Hentschel, Cacic, Klimusch und Rüter, die Zentrale im Spiel gegen den Ball wirksam zu verwehren, zwang die Gäste dadurch in viele teils nicklich geführte Zweikämpfe und „zerstörte“ damit das zu Beginn so effektive Spiel der Peckeloher. Selber kam man nun zu immer besseren Situationen vor dem Gästetor und profitierte vom starken Okan Tokman, dem er gelang viele Bälle in der Offensive festzumachen und damit das eigene Spiel in den Angriff zu treiben. Durch diese Spielweise förderten die Senner viele Defizite in der Abwehr des Tabellenvorletzten zu Tage und sollten nur Minuten nach Wiederanpfiff direkt davon profitieren: Einen durch Tom Friedrich provozierten Einwurf führen die Senner blitzschnell aus, der Ball wird aus dem Fuß an den in der Zentrale nachrückenden Lukas Hentschel weitergeleitet, der sich in 17 Metern Tordistanz auf halblinker Position am Sechzehner befindet. Hentschel, mutterseelenalleine gelassen, begreift die Gunst der Stunde und lässt kurzerhand einen flachen Kracher in Richtung langes Toreck ab. Der Gästekeeper ist nicht schnell genug unten und die gut getroffene Kugel schlägt im langen Eck des Peckeloher Tores ein – 4:2 Senne, jetzt ist das Waldbad vollends aus dem Häuschen! Für das, angesichts des „erweiterten Kaders“ mit klaren Erwartungen zum Spiel angereiste Team aus dem Altkreis kommt es jetzt aber auch „knüppeldick“: Der Westfalenliga-Torjäger des SCP erleidet im Zweikampf augenscheinlich eine Bänderverletzung und muss ausgewechselt werden. Hoffentlich ist es keine schlimmere Verletzung, dem jederzeit sportlich fair agierenden Angreifer wünschen wir jedenfalls gute Besserung und eine baldige Genesung!
Die Waldbadkicker befreien sich nun vollends und können über Cacic sowie die starken Friedrich und Kilic im engen Zusammenwirken mit Tokman und Rott mehr und mehr Offensivaktionen verbuchen. Defensiv hingegen passt zwischen das bereits in der Vorwoche souverän und so gut, wie fehlerfrei agierende IV-Duo Klimusch und Rüter keine Tageszeitung, wenn dann die Gäste doch mal durchkommen, scheitern sie spätestens an den selbstbewusst und zweikampfstark spielenden Naporra und Dalhoff oder am überragenden, immer sicheren Sven Terveer im Senner Tor.
Die Durchbrüche der Riserva mehren sich nun, die Peckeloher Defensive verliert unter dem sich aufbauenden Druck mehr und mehr den Faden und produziert viele Fehler, aus denen die Senner sofort Kapital schlagen: Als die Senner erneut auf halblinks in einem Zweikampf den Ball nahezu vom Gegner in den Fuß gespielt bekommen, schickt Frank Rott sofort den stark aufspielenden Okan Tokman auf die Reise, der dem Torwart des Gästeteams im eins-gegen-eins, mit der Trockenheit eines namhaften französischen Rotweins, keine Chance zur Abwehr lässt und auf 5:2 für Senne erhöht. Kurz darauf muss es nach einem klaren Schubser gegen den aufs Gehäuse enteilten Frank Rott eigentlich Strafstoß für Senne geben, aber der Schiedsrichter hatte die Situation anders bewertet und die Pfeife bleibt stumm. Auf der anderen Seite entscheidet der Referee nach einer Einwurf Situation und vermeintlichem Anschlusstreffer für Peckeloh auf Abseits, die Gäste wollten die zweifache Weiterleitung des Einwurfs nicht gesehen haben, der Schiedsrichter stand aber nah dran. Das mit drei Toren hinten liegende und so furios gestartete Team aus dem Altkreis Halle erging sich nun zunehmend in lautstarken Bewertungen der Schiedsrichterleistung. Da auch die zahlreich mitgereisten Gästeanhänger nach Genuss mehrerer Gerstenkaltschalen im Glasmantel in die Klagesymphonie mit einstimmten, entschied der Unparteiische 20 Minuten vor Ende der Begegnung darauf, alle Zuschauer auf die Nordseite des Kunstrasens zu verlegen. Von da an wurde es zwar etwas ruhiger, trotzdem kam es zu einigen hässlichen bis ekeligen Szenen, außerdem verlief die nun zusehends zerfahrene Partie im hektischen Fahrwasser zahlreicher, teils überhart geführter Zweikämpfe. Aber dieses sich mit Mut und Herz über 80 Minuten in die Partie knieende Senner Team sollte kaum noch große Schwächen offenbaren. Zwar kommen die Gäste etwa 10 Minuten vor Ende nach einem kleinen Schlendrian in der Senner Innenverteidigung noch unverhofft zu einem Anschlusstor, aber Tom Friedrich kann nur kurz darauf nach einer scharf getretenen Cacic-Ecke den Drei Tore-Abstand wieder herstellen. Kurz zuvor hatte bereits Frank Rott in einer vergleichbaren Situation einen Senner Treffer verfehlt. Marcel Schmidt kommt im Schlussakkord für den starken Mert Kilic in der Offensive und stimmt sofort in den aufopferungsvollen Fight seiner Teamkollegen mit ein und kann wichtige Ballgewinne, die Zeit und Ballbesitz bringen, verbuchen. Mit Abpfiff kommt es noch zu einigen, das Spiel nachbetrachtenden Dialogen, aber alles im sportlich fairen Rahmen. Letzten Endes bleiben die drei Punkte, nach einem kräftezehrenden Kampfspiel gegen einen zu Beginn übermächtig erscheinenden Gegner am Waldbad.
Die bemerkenswerte Entwicklung der Riserva der zurückliegenden Wochen hält an! In der vergangenen „Englischen Woche“, das Punktekonto quasi verdoppelt und mit dem ungemütlichen Nachholspiel bei Croatia, sowie der ungleichen Partie gegen das verstärkte Team aus Peckeloh zwei Charaktertests mit „Note 1“ bestanden. Szenekenner behaupten, dass ein Stück luftgetrocknetes, tranchiertes Rinderfilet, flankierten von drei Flaschen Pfälzer Riesling durchaus zuträglich für die teaminternen Betrachtungs- und Analyseweisen bei der freitagabendlichen Kabinenparty gewesen wären – alles Gerüchte! Jungs, Ihr seid da und Ihr habt den Weg zueinander wiedergefunden! Da ist eine Bombenstimmung (und ich weiß, was das heißt…) auf und neben dem Platz, da werden aber auch unbequeme Wahrheiten in Angesicht zu Angesicht angesprochen, jedoch mit dem Resultat, dass man sich integriert und sich nicht voneinander abwendet. Lasst uns einfach so weitermachen und schauen, wen man noch so in dieser Liga ärgern kann. Zunächst hat man sich deutlich vom Tabellenende abgesetzt, das ist gut und war wichtig. Jetzt muss man einfach schauen, wie man mit dem Schwung der letzten siegreichen Partien weiter in Richtung oberes Tabellendrittel arbeiten kann.
Man of the Match: The „noble“ Frank Rott
Bild des Tages:

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Hinten mit Geduld und nach vorne mit Friedrich – Riserva mit 4:0-Erfolg bei Croatia!
(SM) Sollten mich zu dieser, von mannigfaltigen Veränderungen der Gesellschaft und deren Lebensweise geprägten Epoche unserer Zeitrechnung, in vielen Jahren mal meine Enkel fragen, „Opa, was ist eigentlich Kreisliga?“, ich würde wahrscheinlich wie folgt beginnen:
Es war ein lausig kalter Mittwochabend im November bei klarem Himmel und hellem Mondschein auf einem der letzten großen Tennenplätze in unserer Stadt. Tenne, das ist ein rotbräunlicher Sportplatzbelag aus Ziegelmehl, Asche und Schlacke, der vor 100 Jahren, nach dem Krieg verwendet wurde, um schnell und kostengünstig zahlreiche Fußballplätze zu bauen. Heute, gibt es die nicht mehr. Das Flutlicht beleuchtete bereits als wir ankamen das riesengroße Spielfeld, auf dem 20 Minuten vor Anpfiff mit einem altersschwachen Kreidewagen dünne Spielfeldmarkierungen aufgetragen wurden. Unsere Mannschaft, die damals nach einer schwierigen Phase ganz unten in der Tabelle stand und das Spiel unbedingt gewinnen wollte, hatte sich gerade knapp 30 Minuten warmgelaufen. Der Schiedsrichter erschien 2 Minuten vor Anpfiff und dann ging es auch schon los…So, genug Kreisligaromantik würde ich sagen, Opa bin ich höchstwahrscheinlich auch noch nicht, daher habe ich ja noch ein wenig Zeit um zu üben!
Dennoch stand die Nachholpartie gegen den Tabellenneunten vor dem Hintergrund der geschilderten Rahmenbedingungen sinnbildlich für das, wofür wir die Kreisliga kennen und manche wohl auch lieben.
Genau 17 Tage lagen zwischen dem, aus Gründen einer schweren Verletzung eines kroatischen Spielers, abgebrochenen Ligaspiel NK Croatia gegen Sennes Riserva. 17 Tage, die die Verhältnisse beim annodazumal Tabellenvorletzten auf den Kopf gestellt haben. Den vor knapp drei Wochen eingeschlagenen Weg in eine bessere Zeit hat die Zwote konsequent fortgesetzt und sich vom B-Liga-Fallobst zu einer mehr als ernst zu nehmenden Mannschaft gemausert. Würde man das Nachholspiel gewinnen, konnte man direkt und auf einen Punkt an den Gegner herankommen. Auch der Kader der Riserva ist seit dem Startschuss vor drei Wochen in eine neue Zeitrechnung übergegangen. Mit Marcel Landgraf kehrte ein „verlorener Sohn“ des einst berüchtigten Senner 92er Jahrganges, der auf Anhieb 2011/12 den A-Ligaaufstieg erstritt, in den Kader eines Senner Teams zurück – auch das ist eben Kreisliga!
Das Verantwortlichentrio Rott-Terveer-Mahne musste auf den rotgesperrten Burhan Tokman sowie auf Kris Naporra und Mert Can Kilic aus dem Kader des vorangegangenen Sonntags verzichten. Neben Landgraf schlossen Felix Scharf und erneut Malte Hawerkamp die entstandenen Lücken. In der Startaufstellung rückte Hawerkamp zusammen mit Alexander Klimusch vor Keeper Terveer in die Innenverteidigung. Felix Scharf erhielt als Außenverteidiger den Vorzug vor dem am Sonntag stark und fehlerfrei aufspielenden Jan Hendrik Rüter, rechtfertigte seine Aufstellung aber mit einer tadellosen Defensivleistung. Ein weiteres Mal in blendender Form präsentierte sich Außenverteidiger Ivo Dalhoff, der sich mit zunehmendem Selbstvertrauen auch in die Offensivaktionen seiner Mannschaft mit einschaltete. Zunächst mit klarem Defensivauftrag ausgestattet, liefen Flori Helmke und Lukas Hentschel auf der Sechs auf und hatten im ersten Durchgang auf dem ungewohnten Geläuf gegen körperlich robuste Gegenspieler keinen leichten Stand. Das legendäre Comeback von Marcel Landgraf auf dem rechten Senner Flügel lockte sogar dessen Eltern und treuesten Fans auf den Milser Sportplatz, von hier aus herzliche Grüße! Einer derjenigen, die zur Zeit den Unterschied ausmachen, war einmal mehr „Maschine“ Tom Friedrich. Tom war einer der Akteure, die selbst in den dunkelsten Momenten der zurückliegenden Monate jederzeit zum Tem gestanden und durch Präsenz ein Zeichen gesetzt haben. Dafür gebührt dem 22-jährigen ein sehr herzliches „Chapeau“ meinerseits, auch in diesem Spiel sollte Friedrich seine Wichtigkeit für das Team unterstreichen können. Spielertrainer Franky Rott und „Silencer“ Marc Wittler komplettierten das Team als offensives Duo. Mit der eher „gröberen Kelle“ Jonathan Vogt, „Balkan-Bomber“ Mirko Cacic, Jan Hendrik Rüter und Marcel Schmidt standen außerdem Alternativen zur Verfügung, um jederzeit auf sich stellende Herausforderungen reagieren zu können.Die Auf- und Einstellung des Senner Teams erwies sich vor dem Hintergrund der Gegneranalyse und den gesammelten Erfahrungen als folgerichtig. Das Team von NK Croatia drückte der Partie im ersten Drittel ganz klar seinen Stempel auf und profitierte zudem von vielen kleinlichen Pfiffen gegen die Riserva sowie einer eher großzügigen Haltung des Unparteiischen bei augenscheinlichen Vergehen der Gastgeber. Hinten sicher stehen, Hohe Bälle des Gegners aus dem Zentrum in die Spitze verhindern und vor allem geduldig sein hieß es für die Waldbadkicker im ersten Durchgang. Croatia war zunächst das bessere Team und profitierte von vielen kleinen Ballverlusten und Fehlpässen, die einen geordneten Spielaufbau der Senner zunächst deutlich erschwerten. Aber die Gastgeber machten aus ihrer augenscheinlichen Spielkontrolle insgesamt viel zu wenig, was aber auch an der soliden Abwehrarbeit mit kleinen Schönheitsfehlern von Klimusch, Hawerkamp, Scharf und Dalhoff lag. Der Tabellenneunte verzeichnete insgesamt deutliche Vorteile in der Zweikampfstatistik sowie bei zweiten Bällen, die aufgrund der eher halbhoch bis hoch angelegten Spielweise beider Teams zahlreich waren. Knapp wurde es, als die Gastgeber um die 20. Spielminute einen Freistoß an der rechten Sechzehnerkante unentdeckt auf zentralhalbrechts zurücklegen und der folgende Torschlenzer nur knapp am langen Eck des Gehäuses von Sven Terveer vorbeifliegt. Senne war kurz zuvor zu seiner ersten guten Torchance gekommen, als Frank Rott Tom Friedrich über links schickt und Marcel Landgraf in der Mitte einlaufend die gute Hereingabe nur um wenige Zentimeter mit dem Kopf verfehlt.
Als sich die Waldbadkicker zum zweiten Mal ernsthaft in Richtung Heimtor orientieren, soll es auch direkt klingeln. Bei der eigentlich ersten gelungenen Kombination der Senner in der Zentrale meistert Marc Wittler um die 20. Minute herum den entscheidenden Pass auf Mr. Zuverlässig, Tom Friedrich. Der entkommt mit gezündetem Nachbrenner seinem Gegenspieler und dringt von halblinks kommend in den Sechzehner ein und nimmt in relativ scharfem Winkel Kurs aufs Tor. Im Zentrum ist zwar ein Senner mitgelaufen, aber Friedrich entscheidet sich selbstbewußt für den eigenen Torabschluss und nutzt die vorm Torhüter geöffnete kurze Ecke für die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte aber sehr wichtige Führung. Wenige Minuten nach der Senner Führung kommen die Gastgeber durch einen unvermittelten Lattentreffer aus 25 Metern und einer daraufhin folgenden, dramatischen Torraumszene zur wohl besten eigenen Gelegenheit der Partie, doch Klimusch, Terveer, Hawerkamp und Scharf können den Ausgleich mit ein wenig Fortune verhindern. Ab der 30. Spielminute bauen die Gastgeber etwas ab, während sich die Riserva an Platz und kleinliche Pfiffe gewöhnt hat. Das Match wird ausgeglichener, auch weil die Senner Zentrale um den ackernden Helmke und den minütlich besser werdenden Lukas Hentschel mehr Zugriff bekommt. Im Resultat steht ein deutliches Plus an Senner Offensivaktionen über Friedrich und Landgraf. Tom Friedrich verpasst einen weiteren Treffer über seine Seite kommend nur knapp, Marc Wittler vergibt die bis dato größte Torchance, als er einen ins Zentrum abgewehrten Ball in der 44. Spielminute nicht im Tor unterbringen kann und aus 16 Metern knapp am Tor vorbeischießt.Mit der nunmehr verdienten Führung geht es in die Pause. Die Senner Mannschaft schwört sich kurz auf die Gangart für die zweiten Fünfundvierzig ein. Je länger die Partie dauern würde, desto wahrscheinlicher würden Senner Tore.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff verlässt der mit einigen muskulären Problemen kämpfende Wittler für „Balkan-Bomber“ Cacic das Kieselrot, und Cacic sollte seinem jüngst erworbenen Pseudonym in mehrfacher Hinsicht gerecht werden, also „Bomber“… Der langhaarige Standardspezialist (Haarband ist deutlich angezeigt!) braucht nur kurz, um sich in der Zentrale mit Hentschel, Helmke und den in die Offensive verschiebenden Frank Rott zu synchronisieren. 10 Minuten nach Einwechselung spielt Cacic einen weiten Flugball auf den zentral in Richtung Tor wegstartenden Frank Rott, der den herauskommenden Torwart kurz irritiert, soadass dieser die auftrumpfende Kugel nicht abwehren kann. Der Ball springt am Keeper vorbei (oder andersherum) und rollt dann letzten Endes nicht mehr einholbar über die Linie zum 2:0. Damit ist die Vorentscheidung gefallen, die Gastgeber bringen allenfalls noch Stückwerk mit eher unkoordinierten weiten Bällen zustande, sodass die kompromisslos agierende Abwehr mit dem sich mehr und mehr in die Offensive einschaltenden, starken Ivo Dalhoff, Terveer im Senner Tor einen zusehends ruhigen Restabend bescherrt. Das in den 2010er Jahren erfolgreiche Arminia-III-Landesliga-Duo um Cacic und Rott diktiert mit dem so wertvollen und mannschaftsdienlich agierenden Flori Helmke zusehndes die Senner Spielweise, sodass es gefährlich eigentlich nur noch in eine Richtung geht. Keine zehn Minuten nach dem so wichtigen 2:0 wird Lukas Hentschel in knapp 30 Meter Torentfernung in leicht linker Position gefoult und es folgt eine weitere Episode „zwischen Genie und Wahnsinn“ mit Mirko Cacic. Der „Balkan-Bomber“ vom Waldbad nimmt sich das Leder und wichst die Kugel wie einen Strich, zugegeben – nicht völlig unhaltbar, in den rechten Knick, sodass das Tornetz nur noch „Flatsch“ sagen kann. Jeder, der das in wenigen Tagen 31 Jahre alt werdende „Enfant terrible“ des Senner Klüngels kennt, kann nicht umhin, die Szene mit einem leichten Schmunzler und dem Gedanken, „er hats mal wieder gebracht“, zu quittieren. Das 3:0 ist die Entscheidung, Marcel Landgraf darf das Feld nach 68 Minuten unter dem Jubel der frierenden Senner Anhängerschaft verlassen, für Landgraf komplettiert die „gröbere Kelle“, Joni Vogt das Team und kann von Beginn an Akzente setzen. Die Senner spielen sich nun an diesem unwirtlichen Mittwochabend in einen kleinen Rausch, lassen das Spielgerät teils sehenswert laufen und kommen zu weiteren hochkarätigen Gelegenheiten. Tom Friedrich, Frank Rott und nochmal Mirko Cacic haben aussichtsreiche Versuche für weitere Tore, während Klimuschs und Hentschels Versuche aus der zweiten Reihe über das Gehäuse gehen. Malte Hawerkamp klärt jeden Versuch der Gastgeber in Richtung Senner Tor zu kommen, humorlos heraus, sodass es Jonathan Vogt ist, der sich in der 85. Spielminute für seinen Einsatz belohnt und alleine auf das Tor entkommend, souverän zum 4:0 einschießt. Der Schiedsrichter sah keinen Anlass, über die regulären 90 Minuten hinaus auf dem Geläuf zu verweilen, sodass sich die Riserva um viertel nach neun über den dritten Dreier in Folge freuen, und ein wenig aufatmen darf.
Ein 4:0 bei NK Croatia ist immer ein Statement einer Mannschaft! Wer dieses unbequem zu bespielende Team, dessen Spielweise auf dem riesengroßen Ascheplatz zu Milse (den wir gemäß der Presseartikel von vor ein paar Wochen zum letzten Mal gesehen haben dürften) und die hitzigen Spielverläufe kennt, der weiß das und kann das insbesondere vor dem Hintergrund eines Flutlichspiels an einem Mittwochabend einschätzen. Die Riserva hat sich in den zurückliegenden knapp drei Wochen sukzessive aus der Krise gearbeitet – das sieht man auch daran, dass die Neigung zum Verweilen nach dem sportlichen Programm wieder merklich zunimmt. Ohne das überbewerten zu wollen, liegt auch hierin ein Schlüssel zu mannschaftlicher Geschlossenheit auf dem Platz. Den Zusammenhalt im gesamten Senner Seniorenfußball zu stärken ist Leitungsaufgabe, aber auch die Akteure müssen ihren Beitrag dazu leisten. Daher der Dank an die Jungs vom Waldbadexpress und Larsi Trapp, die am Mittwochabend den Weg nach Milse gefunden und die Zwote supportet haben! Innerhalb des inzwischen annähernd um 50% vergrößerten Kaders gilt es nun, für alle Aktiven sich trotz Frusterlebnissen nicht zurückzuziehen, sondern mit der Mannschaft den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Die schwere, zurückliegende Zeit beschreibt das Gegenteil des Status Quo und die enorme Wichtigkeit eines jeden einzelnen. Daher freue ich mich ganz persönlich auch auf eine etwaige Rückkehr von Lars Trapp, Fabio Schiprowski und „Speedster“ Alex Schulze in die Reihen unseres Teams – Ihr seid wichtig und gehört dazu!
Am Sonntag beschließt die Riserva um 13:30 Uhr die Englische Woche im Duell gegen die Drittvertretung aus Peckeloh. Die Gäste aus dem Altkreis haben zuletzt durch zwei Siege auf sich aufmerksam gemacht und sollten daher keinesfalls unterschätzt werden. Das Senner Publikum sei auf diesem Wege recht herzlich in unser „Wohnzimmer“ am Waldbad eingeladen!
Dialog des Abends (feat. Flo Helmke und Mirko Cacic):
Helmke: Das war so typisch Kreisliga!
Cacic: Ja, am Ende kommt der Dicke auf’n Platz und macht das Tor!Man of the Match: Tom Friedrich
Bis Sonntag;-)
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E1 mit 4:2 Derbysieg in Ummeln
(MH) Auch das letzte Pflichspiel vor der angesetzten WInterpause gegen VFL Ummeln hat die E1 des TuS 08 Senne 1 erfolgreich bestritten und beendet somit die Gruppenphase, ohne einen einzigen Punkteverlust hinnehmen zu müssen. Trotzdem war das Spiel gegen Ummeln, die ohne Wertung spielen, da sie einen D-Jugendlichen in der Mannschaft haben, nicht ganz so einfach. Angefangen bei der Nachricht, dass der eigentliche Rasenplatz von der Stadt Bielefeld kurz vor Spielbeginn gesperrt wurde, kam sogleich die erste Herausforderung auf die jungen Kicker zu. Ihr erstes Spiel auf einem Feld, was zu großen Teilen aus Asche besteht – welcher Juniorenkicker kennt das überhaupt noch? Doch diese Aufgabe meisterte die Mannschaft nach kleinen, anfänglichen Schwierigkeiten relativ schnell. Aber für eine Führung reichte es im ersten Durchgang, trotz einiger hochkarätiger Torchancen, gegen die starken Ummelner nicht. Erst in der 2. Halbzeit konnten unsere Waldbadkicker durch schönen Kombinationsfußball erstmals zum 0:1 vollenden – Führung Senne! Allerdings hatte auch der Gegner einige Torchancen, die dann sogar zum 1:1-Ausgleich gereichten. Durch einige Wechsel, die Trainer Michael Lummer in der Halbzeit vorgenommen hatte, kam deutlich neuer Wind in die Partie und die Senner Mannschaft fing an, erfolgreich auf Torejagd zu gehen, sodass es kurzerhand 1:4 für unsere E1 stand. Der Offensivdrang der Mannschaft war immer noch nicht gestillt, jedoch konnten sich unsere Jungs, die ein sehr gutes Spiel darboten, nicht mit einem weiteren Torerfolg belohnen. Kurz vor Ende des Spiels schafften die Gegner noch einmal auf 2:4 zu verkürzen, allerdings ohne wirkliche Chance, das Spiel noch drehen zu können.
Alles in allem war es ein sehr überzeugender Auftritt der E1 des TuS 08, welche sich nun auf die kommenden Freundschaftsspiele freut, bevor es in die verdiente Winterpause geht.