Souveräne Leistung bringt Waldbadexpress zweiten Heimsieg in Serie

Nachdem der Waldbadexpress seiner Favoritenrolle im Kreispokal-Viertelfinale am vergangenen Donnerstag mit einem ungefährdeten 4:1-Erfolg beim B-Ligisten TuS Solbad Ravensberg gerecht geworden ist, konnte man im Ligabetrieb noch einmal nachlegen. Am 11. Spieltag der Bezirksliga behielt die Senner Elf gegen das Tabellenschlusslicht TuS Friedrichsdorf mit einem souveränen 3:0-Heimsieg die Überhand. Damit verlängert sich gleichzeitig auch die niederlagenfreie Serie wettbewerbsübergreifend auf mittlerweile acht Partien.

In puncto Wetter gab es eine tristes Kontrastprogramm zur Vorwoche. Zu den tiefen zweistelligen Temperaturen gesellte sich ein graues Wolkenband, welches Dauerregen im Gepäck hatte – klassisches Herbstwetter. Die Umstände machten es den Akteuren auf dem tiefen Rasen extrem schwer, den Ball laufen zu lassen und Fußball zu zelebrieren. Das typische „Fritz-Walter-Wetter“ forderte also bereits vor dem Angriff erneut vor allem zwei wichtige Tugenden, die sich in den vergangenen Wochen in den Reihen der Senner Akteure immer mehr herauskristallisiert haben: hohe Einsatzbereitschaft gepaart mit einem unbändigen Willen.

Mit Blick auf die erste Elf musste Trainer Mike Wahsner auf einigen wenigen Positionen an kleinen Stellschrauben drehen. Im Tor stand erneut Felix Winkler-Ersatz Lukas Steinfels, der sein Tor zu Null hüten konnte. Die Viererkette davor bekleideten Massimo Zanghi, Gian-Luca Linstromberg, Stefan Dopheide und Malte Hawerkamp, der als neuer Linksverteidiger Marcel Landgraf eine Position nach vorne schob. Das Mittelfeld setzte sich aus Cem Beyer, Ole Gruner, Michel Dennin und eben Marcel Landgraf, der den angeschlagenen Matthes Schwabedissen auf der linken Außenbahn stark vertrat, zusammen. In vorderster Front lief erneut das stark harmonierende Sturm-Duo aus Timon Finger und Malte Gruner auf. Mit Henrik Eckseler, Dennis Ambrosius, Matthes Schwabedissen, Luka Marquardt, Florian Helmke und Philipp Schlegel kann Chef-Coach Wahsner im Spiel immer noch auf eine breit aufgestellte Ersatzbank zurückgreifen.
Während die Senner Akteure der tabellarischen Favoritenrolle gerecht werden und das Spiel auf dem seifigen Untergrund bestimmen, stehen die Gäste tief und lauern auf schnelle Gegenstöße. Trotz der deutlichen Feldüberlegenheit bleiben die Hochkaräter zu Beginn erst einmal aus. In Minute 20 ist es dann ein über die rechte Seite schnell vorgetragener Angriff, der den Weg zu Linksaußen Marcel Landgraf findet. Landgraf zieht im eins gegen eins in den Strafraum und wird gefällt – Elfmeter Senne! Spielführer Malte Gruner übernimmt Verantwortung, schnappt sich das Leder und scheitert mit einem nicht all zu platzierten Schuss am Gästekeeper.

Getreu dem Motto „Jetzt erst recht!“ erhöht der Waldbadexpress das Tempo und kann rund fünf Minuten nach dem verschossenen Strafstoß endlich jubeln. Ein Ballgewinn im Mittelfeld wird auf den zentral stehenden Timon Finger weitergeleitet, der mit dem Ball an seinen Gegenspielern vorbeizieht und das Leder von rechts scharf vor das Gästegehäuse bringen kann, wo Kapitän Gruner zur verdienten 1:0-Führung eingrätschen kann – durchatmen! Abgesehen von einer Großchance, die Cem Beyer freistehend vor dem gegnerischen Schlussmann leider vergibt, wird das Spiel bis zur Halbzeit nickliger und von einigen Fouls zersetzt.

In der Kabine ist sich die Senner Elf bewusst, dass man das Spiel zwar klar in der eigenen Hand hält, aber ein Gegentreffer die Ausgangssituation von vor 45 Minuten wieder herstellen kann. Dementsprechend ist man gewillt ein zweites Tor nachzulegen und sowohl den Einsatz als auch die Konzentration hochzuhalten, um die wichtigen drei Zähler am Waldbad zu behalten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ersetzt Philipp Schlegel, der mit seinem hohen Tempo für offensive Akzente sorgen soll, den erneut viel Laufarbeit verrichtenden und stark mannschaftsdienlich spielenden Timon Finger an der Seite von Malte Gruner.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verflacht das fußballerische Niveau der Partie etwas. Die Hausherren haben das Spiel zwar im Griff, können aber keine richtig gefährlichen Akzente in der Offensive setzen. Auf der anderen Seite verpufft jeder Angriffsversuch der Gäste an der erneut sicher stehenden und gut harmonierenden Defensive der Senner. Und selbst wenn mal ein Ball durchrutscht, ist der Senner Schlussmann Lukas Steinfels auf der Höhe und steht parat. Mit den Einwechselungen des Senner Oldies Florian „Goldfuß“ Helmke, der Cem Beyer ersetzt, und Luka Marquardt, der für den souverän agierenden Malte Hawerkamp in die Partie kommt, verändert sich die Statik des Senner Spiels zum Positiven. Keine drei Zeigerumdrehungen nach den Wechseln, gelingt der Senner Offensive über Florian Helmke, Malte Gruner und Philip Schlegel eine schöne Direktkombination, an dessen Ende das beruhigende 2:0 steht. Ein Doppelpass von Helmke und Gruner schafft Helmke den nötigen Raum, um den in die Tiefe einstartenden Schlegel zu bedienen, der vor dem Gästekeeper eiskalt bleibt und durch die Hosenträger zur zwei-Tore-Führung einschieben kann. Gleichzeitig holt sich Rechtsverteidiger Massimo Zanghi, auf Anweisung eines Gäste-Akteurs (!), aufgrund einer Provokation vor der gegnerischen Bank die zweite gelbe Karte ab.
In Unterzahl steht die Senner Elf nun etwas tiefer, um nicht ins viel zitierte „offene Messer“ zu laufen, lauert aber gleichzeitig auf eigene, schnelle Umschaltmomente. Den Gästekickern fallen trotz numerischer Überzahl jedoch wenig spielerische Lösungen ein, sodass die verbleibenden zwanzig Minuten weitgehend schadlos überstanden werden können. Hinzu kommt, dass es ein in grün gekleideter Akteur Massimo Zanghi gleichtut und mit seinem zweiten Foul ebenfalls des Feldes verwiesen wird. In Gleichzahl nimmt der Waldbadexpress in den Schlussminuten das Heft des Handelns erneut in die Hand. Mit der nahezu letzten Aktion des Spiel ist es Urlaub-Rückkehrer Florian Helmke, der einen von Philip Schlegel abgeblockten Torschuss per Abstauber zum 3:0-Endstand über die Linie drücken kann.

Damit können wir die Zähler zehn, elf und zwölf auf dem Punktekonto verbuchen. Die Witterungsbedingungen haben ein schönes, ansehnliches Fußballspiel, wie wir es auch selber von uns erwarten, nicht wirklich möglich gemacht. Dennoch ist jeder einzelne Punkt in erster Linie eine Stufe, die uns weiter aus dem unteren Tabellendrittel befördert. Aus den vergangenen sechs Ligaspielen konnten wir von 18 möglichen starke zwölf Zähler sammeln. Die Serie zeigt, welch Qualität in unseren Reihen schlummert. Eine Sache, die genau jetzt aber nicht passieren darf, ist, zufrieden zu sein. Natürlich ist die Serie schön, aber trotz alle dem muss in jeder Trainingseinheit, in jedem Spiel erkennbar sein, dass wir Lust auf mehr haben. Lust auf weitere Siege. Lust auf mehr Erfolg. Kein Schlendrian reinkommen lassen und weiter marschieren!

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