{"id":1650,"date":"2020-02-24T09:49:44","date_gmt":"2020-02-24T09:49:44","guid":{"rendered":"http:\/\/tus08senne1-fussball.de\/?p=1650"},"modified":"2020-02-24T09:49:45","modified_gmt":"2020-02-24T09:49:45","slug":"18-bei-west-jetzt-heisst-es-aufstehen-riserva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tus08senne1-fussball.de\/?p=1650","title":{"rendered":"1:8 bei West \u2013 Jetzt hei\u00dft es \u201eAufstehen\u201c, Riserva!"},"content":{"rendered":"<p><strong>(sm) Auch in der H\u00f6he verdient hat sich der Kleine Waldbadexepress am vergangenen Freitag bei seinem vorgezogenen R\u00fcckrundenauftakt auf dem Kunstrasenplatz der Sch\u00fccoArena mit 1:8 Toren demontieren lassen. Kein Senner Akteur, der bei diesem v\u00f6llig verkorksten Auftritt auch nur ann\u00e4hernd so etwas wie Normalform dargeboten h\u00e4tte. So war der Treffer von Walid Kalaf kurz vor der Pause lediglich aktenkundige Notiz im Spielbericht, dass die Senner zumindest physisch zugegen waren.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man den Weg der Senner Zwoten mal mehr, mal weniger eng seit \u00fcber 15 Jahren mitgeht, dann sind es nat\u00fcrlich die herausragend positiven, wie auch die herausragend negativen Ereignisse, die einem bei so einer Fu\u00dfballmannschaft in der Kreisliga bewegen. Dass wir uns zurzeit in einer oder wenn nicht sogar DER herausragend positiven Phase dieser Mannschaft in den letzten Jahrzehnten bewegen, m\u00f6chte man in Anbetracht des vor wenigen Tagen erlebten Desasters gerne vergessen, es bleibt aber dennoch dabei. Auch ist es auf den gesamten Senner Seniorenfu\u00dfball gesehen leider in den vergangenen Jahren immer mal wieder vorgekommen, dass man einen rabenschwarzen Tag erlebt hat und sang- und klanglos untergegangen ist, nicht zuletzt der Senner Waldbadexpress kann ein Lied davon singen. Viel wichtiger als die Auswirkungen eines solchen \u201eSchwarzen Sonntags (oder Freitags)\u201c auf die Tabelle ist dabei, wie man in der Aufarbeitung einer solchen Mini-Katastrophe verf\u00e4hrt und vor allem, ob man sie aufarbeitet. Darin wird wohl in den kommenden 6 Tagen der Schwerpunkt liegen, sich am eigenen Schopfe aus dem selbstangerichteten Malheur zu ziehen anstatt sich mit \u201eH\u00e4tte, h\u00e4tte\u2026w\u00e4re, w\u00e4re\u201c selbst zu bemitleiden.<\/p>\n<p>Ich kenne die meisten der handelnden Akteure auf Senner Seite, sowie die zwischenmenschlichen Chemikalien als auch die mannschaftsinternen Dynamiken im Kreisligafu\u00dfball inzwischen viel zu gut, als das nicht -eigentlich seit meiner Heimkehr- eine Alarmsirene pausenlos schrillt. Man muss kein Tiefen-Emphatiker sein, um festzustellen, dass die eingespielten, robusten Mechanismen und Automatismen, die nach dem sagenhaften Aufstieg und einer zumindest vom Ergebnis her, f\u00fcr einen AUFSTEIGER, \u00fcberragenden Hinserie, in den letzten Woche und bereits vor der Winterpause, zumindest gelitten haben. Gerade bei einer zweiten Mannschaft ist Trainingsbeteiligung und -atmosph\u00e4re von gravierender Bedeutung. Da ich die R\u00fcckrundenvorbereitung, bis auf die erste Woche, miterlebt habe, hat sich der Eindruck, der sicherlich zu dem Ergebnis vom vergangenen Freitag beigetragen hat, deutlich erh\u00e4rtet. Ich bin weit weg davon, an dieser Stelle jede Facette des grausamen 1:8 durch zu analysieren, nur diese wesentliche Erkenntnis m\u00f6chte ich gerne festgehalten wissen: Diese \u201eKlatsche\u201c war mit Anlauf.<\/p>\n<p>Die neverending Story von Erkrankungen und Verletzungen umrahmt eigentlich die zuletzt festgestellte Gesamtsituation nur noch. Es ist auch m\u00fc\u00dfig, das im Einzelnen noch gro\u00df f\u00fcr irgendwas herzunehmen, denn es ist nun mal so, dass Erkrankungen in dieser Jahreszeit an der Tagesordnung sind und zum Thema der mannigfaltigen Verletzungen, mit der sich der kleine Waldbadexpress im Prinzip schon seit der gesamten R\u00fcckrunde 2019 herumschl\u00e4gt, gibt es dem auch nicht mehr wirklich etwas hinzuzuf\u00fcgen. Hinzu kommen halt die relativ kontinuierlichen, zus\u00e4tzlichen Absagen (Omas Geburtstag, Hamster Tod etc.), die dann in der Summe eine Situation heraufbeschw\u00f6ren, wie sie sich f\u00fcr die Senner Zwote am vergangenen Freitagabend ergeben hat. Aber um auch hier direkt Klartext zu sprechen und sich nicht in Ausreden zu ergehen: Rein nominell hat man immer noch ein recht ordentliches Team aufs Parkett gebracht, das sich keinesfalls mit sieben Toren Unterschied aus der angrenzenden Schrebergartenkolonie h\u00e4tte schie\u00dfen lassen m\u00fcssen! In der Innenverteidigung vor Keeper Terweer spielten Waldbadexpress-Rekonvaleszent Malte Hawerkamp und Alexander Klimusch. Als Au\u00dfenverteidiger mussten die Senner Coaches mit Dennis Ambrosius in Ermangelung eines gelernten Defensivmannes schon improvisieren, Ivo Dalhoff spielte angestammt den anderen AV-Part. Auf der Doppelsechs m\u00fchten sich zumindest am Anfang Kapit\u00e4n Felix Scharf und Maximilian Koller, wobei beide Akteure eher der \u201eLaufen und K\u00e4mpfen\u201c-Zunft angeh\u00f6ren und weniger filigrane Spielmacher sind, die mit kreativen Ideen aus der Tiefe heraus das Spiel aufziehen. Der linke Fl\u00fcgel geh\u00f6rte mit Tom Friedrich einem der wenigen Akteure, die zuletzt deutlich Hoffnung machten, rechts versuchte sich Adriaan St\u00f6tzel. Offensiv lief mit Walid Kalaf und Marc Wittler eine durchaus ordentliche Offensivabteilung auf. In der Hinterhand verf\u00fcgten Georg Pantel und Jonny Friesen mit dem wegen eines Eingriffs erst sp\u00e4t in die R\u00fcckrundenvorbereitung gestarteten Hoffnungstr\u00e4ger Lukas Hentschel, Urlauber Marcel Schmidt und eben Friesen selber \u00fcber nur wenig Substanz.<\/p>\n<p>Eigentlich konnte man schon vor Beginn in der Kabine sp\u00fcren, dass das so ein richtiges \u201eSchei\u00dffreitagabendspiel\u201c werden w\u00fcrde. Es dauerte ewig, bis man alle Akteure am Westplatz zusammengezogen hatte und dann auch erst wusste, ob wirklich alle da w\u00e4ren und nicht doch noch irgendeiner kurzfristig ausfallen w\u00fcrde. Zu einem koordinierten Warmmachprogramm musste dann auch erst gebeten werden, dazu pfiff ein kalter Wind \u00fcber die ehemalige \u201eHartalm\u201c.<\/p>\n<p>Mit Anpfiff lie\u00dfen sich die Gastgeber tief in die eigene H\u00e4lfte fallen, lie\u00dfen die Waldbadeleven kommen und spielten eigentlich ausschlie\u00dflich auf ihren die Offensive dominierenden, spielmachenden Torj\u00e4ger. Anstatt diesen Dreh- und Angelpunkt gezielt aus dem Rennen zu nehmen, lie\u00df man diesen gew\u00e4hren und offenbarte in der eigenen Defensive zum Teil schwerste Stellungsfehler. Nach nur sieben Minuten f\u00fchrt ein solcher Stellungsfehler zur Aufhebung einer ansonsten deutlichen Abseitsstellung. Die Gastgeber vert\u00e4ndeln die Aktion im Senner Sechzehner zwar noch, da man aber kaum beherzt und noch weniger engagiert versucht die Situation zu l\u00f6sen, kann sich der West-Angreifer gleich drei Mal im Senner Sechzehner behaupten und den Ball dann in die Maschen schie\u00dfen. Wenn die Senner eine Zeit lang an dieser Partie ernsthaft teilnahmen, dann in den Folgeminuten, als es sogar gelingt \u00fcber links aussichtsreich vor das Heimtor zu spielen, Marc Wittler aber im entscheidenden eins-gegen-eins am West-Keeper scheitert. Damit war der Motor endg\u00fcltig abgew\u00fcrgt und es spielte eigentlich nur noch eine Mannschaft. Nach einem in dieser Form unfassbar brutalen Fehlpass aus der eigenen Defensive heraus, kann sich der Torj\u00e4ger des Tabellenf\u00fcnften die Kugel schnappen und l\u00e4sst Terweer erneut keine Chance zur Abwehr. Die Gastgeber, die jeden Treffer feierten wie den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, brannten jetzt lichterloh und spielten die nach nicht einmal 30 Minuten \u201egebrochen\u201c wirkende Senner Mannschaft quasi an die Wand. Engagement, Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten \u2013 das alles dominierte der Tabellenf\u00fcnfte. Nach einer halben Stunde \u00fcberl\u00e4uft Wests Spielmacher die linke Senner Flanke, bringt gegen die in Aufl\u00f6sung begriffene Senner Hintermannschaft eine perfekte flache Vorhergabe, sodass die drei mitgelaufenen Westler eigentlich knobeln k\u00f6nnen, wer alleine vor dem Tor zum 3:0 vollendet. Die Katastrophe k\u00fcndigte sich jetzt deutlich an. Die Gastgeber erarbeiteten sich einfach auch das erforderliche Gl\u00fcck, so ist das 4:0 ein sehenswerter Torschuss, der von der Lattenunterkante \u00fcber die Linie springt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Senner Elf aber jede ernstzunehmende Gegenwehr bereits eingestellt und litt auf dem Platz vor sich hin. Das 1:4 durch Walid Kalaf ist ein zentral, flach in die Spitze gespielter Pass, der durchrutscht und vom flinken Senner Offensivmann eiskalt verwertet wird. Das war es dann aber auch mit positiven Senner Aspekten von dieser Partie.<\/p>\n<p>Der zweite Durchgang beschreibt eine orientierungslose, v\u00f6llig von jedem Mut und jeder Hoffnung verlassene Senner Elf, die eigentlich 45 Minuten lang dem Schlusspfiff entgegensehnte. Ich habe in den vergangenen 15 Jahren in den \u201eschlechten Zeiten\u201c viele schlimme Partien mit Sennes Zwoter erlebt, aber so eine Darbietung hat es selten gegeben. Innerhalb von gut 20 Minuten schrauben die Gastgeber, hei\u00df wie Frittenfett, das Ergebnis um weitere vier Tore in die H\u00f6he, allerdings w\u00e4re auch ein zweistelliges Ergebnis und ein Platzverweis f\u00fcr das Senner Team m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Ich denke, man sollte diese Partie nicht allzu sehr \u00fcberbewerten. Man erntet, was man s\u00e4t und die Senner Riserva hat in den letzten Wochen reichlich wenig ges\u00e4t, um gegen einen hochmotivierten Gegner mit Optionen auf den Relegationsrang, der die Tugenden der \u201eKampfliga\u201c Kreisliga B gelebt hat, ernsthaft zu bestehen. Neben der unausweichlichen Zwangsl\u00e4ufigkeit, dass man endlich mal wieder ad\u00e4quat (und damit meine ich tats\u00e4chlich quantitativ) trainieren sollte, sind auch einige Dinge in puncto teaminterner Sozialpflege von N\u00f6ten, die aber an dieser Stelle nichts zu suchen haben.<\/p>\n<p>Mit Blick auf das gesamte Jahr gesehen, m\u00f6chte ich betonen, dass es immer viele \u201eV\u00e4ter des Erfolges gibt\u201c, es bei Misserfolg aber immer einsam am Steuer zugeht \u2013 das ist menschlich. Jetzt geht es darum, sich mal wieder in einer dunklen Stunde mit breitem Kreuz in den Sturm zu stellen und seinen \u201eMann zu stehen\u201c und nicht wegzulaufen. Wahre Legenden werden n\u00e4mlich in dunklen, st\u00fcrmischen Zeiten geboren und nicht in Zeiten des Ruhms\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(sm) Auch in der H\u00f6he verdient hat sich der Kleine Waldbadexepress am vergangenen Freitag bei seinem vorgezogenen R\u00fcckrundenauftakt auf dem Kunstrasenplatz der Sch\u00fccoArena mit 1:8 Toren demontieren lassen. Kein Senner Akteur, der bei diesem v\u00f6llig verkorksten Auftritt auch nur ann\u00e4hernd so etwas wie Normalform dargeboten h\u00e4tte. 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