{"id":1477,"date":"2019-11-05T10:58:09","date_gmt":"2019-11-05T10:58:09","guid":{"rendered":"http:\/\/tus08senne1-fussball.de\/?p=1477"},"modified":"2019-11-05T10:58:09","modified_gmt":"2019-11-05T10:58:09","slug":"gute-moral-beschert-waldbadexpress-einen-zaehler-gegen-den-primus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tus08senne1-fussball.de\/?p=1477","title":{"rendered":"Gute Moral beschert Waldbadexpress einen Z\u00e4hler gegen den Primus"},"content":{"rendered":"<p>Wow! Auch in der pers\u00f6nlichen Nachbetrachtung des Spiels f\u00e4llt es einzelnen Akteuren noch immer nicht leicht, die eigenen Gedanken zu ordnen und die gut 95 gespielten Minuten zu verarbeiten. Eine unfassbar starke k\u00e4mpferische Leistung l\u00e4sst den Spitzenreiter FC T\u00fcrk Sport Bielefeld, der bereits Ende September in der zweiten Runde des Kreispokals am Waldbadexpress gescheitert war, auch im Ligageschehen in der bpi-Arena verzweifeln. In numerischer Unterzahl kn\u00fcpften die Hausherren dem klaren Favoriten beim 1:1-Remis einen Z\u00e4hler ab und bleiben damit gleichzeitig im zehnten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen.<\/p>\n<p>Aber alles der Reihe nach. Eine ordentliche Trainingswoche, die unter der F\u00fchrung von Co-Trainer Christian Lyko stand, endete mit dem feierlichen Einstand der Neuzug\u00e4nge am Donnerstagabend in einer bekannten Bielefelder Szene-Diskothek. Drei Tage sp\u00e4ter fand man sich in der Kabine zur konzentrierten Vorbesprechung des 13. Spieltags wieder. Sp\u00e4testens mit dem \u00dcberstreifen der blauen Jerseys waren die Feierlichkeiten vergessen und der Fokus lag deutlich sp\u00fcrbar auf der Aufgabe, der man sich an diesem Sonntag stellen musste. Mit dem FC T\u00fcrk Sport Bielefeld reiste niemand geringeres als der Tabellenf\u00fchrer an, dem es ein Bein zu stellen galt.<\/p>\n<p>Chef-Trainer Mike Wahsner, der unter der Woche noch krankheitsbedingt das Bett h\u00fcten musste, hatte eine klare Idee davon, wie man dieses Vorhaben in die Tat umsetzen wolle. Die spielstarken G\u00e4ste sollten mit hohem Offensivpressing und einer hautengen Manndeckung keine M\u00f6glichkeit zur Entfaltung der eigenen Klasse haben. Hinzu kommt die geforderte, permanente Aufmerksamkeit im Spiel mit und gegen den Ball. Mit Blick auf die erste Elf \u00e4nderte sich wenig im Vergleich zum deutlichen 6:1-Vorwochenerfolg \u00fcber SW Sende. W\u00e4hrend Felix Winkler in sicherer Manier das eigene Geh\u00e4use h\u00fctete, bildeten Massimo Zanghi, Gian-Luca Linstromberg, Stefan Dopheide und Marcel Landgraf die angestammte Abwehrreihe. Im Mittelfeld begannen mit Cem Beyer, Ole Gruner, Michel Dennin und Matthes Schwabedissen vier Akteure, die allesamt ein enormes Laufpensum haben abspulen m\u00fcssen. Mit Philipp Schlegel r\u00fcckte ein pfeilschneller Akteur neben Spielf\u00fchrer Malte Gruner in die Spitze.<\/p>\n<p>Beide Parteien schenkten sich mit dem Anpfiff zum bisher vielleicht kr\u00e4ftezehrendsten Spiel der Saison von Beginn an keinen Zentimeter des tiefen Senner Rasens. Vor den mehr als 200 Zuschauern geht der Plan der Senner Elf in den ersten 45 Minuten mehr als auf. Eine taktisch disziplinierte Leistung l\u00e4sst die kombinationssicheren G\u00e4ste, die mit starken Individualisten und gepflegtem Offensivfu\u00dfball durchaus zu \u00fcberzeugen wissen, mit ihren Angriffsversuchen jeweils im letzten Drittel vor dem Senner Tor scheitern. Der Waldbadexpress hingegen schafft es im Laufe des ersten Abschnitts immer \u00f6fter, Tempogegenst\u00f6\u00dfe \u00fcber Matthes Schwabedissen, der seinem Gegenspieler in Puncto Geschwindigkeit eine Klasse \u00fcberlegen ist, zu initiieren. Bis auf ein wohl zurecht zur\u00fcck gepfiffenes Abseitstor der G\u00e4ste, bleiben 100%-ige Torchancen oder etwaige Hochkar\u00e4ter eher Mangelware, was allerdings die Leistung der 22 Akteure nicht schm\u00e4lern soll.<\/p>\n<p>In der 15-min\u00fctigen Ruhepause hei\u00dft es nun runterkommen, Gedanken ordnen, durchschnaufen und noch einmal alle Kraftreserven b\u00fcndeln, um dem drohenden Sturmlauf des Spitzenreiters gewappnet zu sein. Es hei\u00dft sich f\u00fcr eine bis dato in s\u00e4mtlichen Punkten einwandfreie Leistung zu belohnen. W\u00e4hrend sich am Spiel der Senner in Durchgang zwei nichts \u00e4ndern soll, \u00e4ndern die Mannen vom Kupferhammer ihr System mit zwei Spielerwechseln.<\/p>\n<p>Die Minuten 45-95 hielten alles, was man sich von einem rassigen, spannenden Nachbarschaftsduell in der Bezirksliga w\u00fcnschen kann. Bis Minute 60 bleibt das Spielgeschehen identisch zu dem bisher gesehenen. Ab dann geht es in puncto Gef\u00fchle drunter und dr\u00fcber. Zun\u00e4chst wird Sennes Spielf\u00fchrer Malte Gruner von seinem Gegenspieler in Folge eines Foulspiels, mit dem beide Akteure nichts zu tun haben, feige von der Seite angespuckt. Aufgebracht eilt der Senner Spielf\u00fchrer zum Unparteiischen, der wiederum nichts von der Szene mitbekommen haben will. Im Anschluss l\u00e4sst sich Gruner (verst\u00e4ndlicherweise) nicht beruhigen und zu einem Spruch dem Unpaarteiischen gegen\u00fcber hinrei\u00dfen. Die Folge: Rote Karte, Platzverweis. Senne spielt die letzten 30 Minuten in Unterzahl und muss sich defensiv neu ordnen. Die Einwechselungen von Timon Finger und Simon Czernia sollen f\u00fcr Entlastung auf dem Weg in Richtung T\u00fcrk Sports Tor sorgen.<\/p>\n<p>Nur f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter bekommen die Gastgeber ein Geschenk des Unparteiischen. Ein Angriff, der \u00fcber die offene rechte Seite vorgetragen wird, endet mit einem frontalen Zusammensto\u00df von T\u00fcrk Sports Rechtsau\u00dfen und Sennes Stefan Dopheide im Senner Strafraum. Zum Unverst\u00e4ndnis der in blau gekleideten Akteure entscheidet der Referee auf Strafsto\u00df f\u00fcr den Primus. In der Nachbetrachtung muss man sagen, dass die Gerechtigkeit am Ende doch noch gesiegt hat. Der Spielertrainer der G\u00e4ste l\u00e4uft an und schiebt den Ball zu l\u00e4ssig in die rechte untere Ecke, wo Sennes Schnapper Felix Winkler wartet und das Leder entsch\u00e4rfen kann \u2013 es bleibt beim 0:0!<\/p>\n<p>Eine Viertelstunde vor Schluss ist es dann ein unn\u00f6tiger Ballverlust in Sennes zentraler Hintermannschaft, der den G\u00e4sten die 1:0-F\u00fchrung erm\u00f6glicht. Ausgerechnet Gian-Luca Linstromberg, der die Defensive in den vergangenen Wochen vorbildlich zusammenhielt, vert\u00e4ndelt den Ball vor dem eigenen 16er. T\u00fcrk Sports St\u00fcrmer spritzt dazwischen, leitet den Ball direkt nach links weiter, wo der Spielf\u00fchrer des Spitzenreiters wartet und den Ball im eins gegen eins \u00fcber den bereits am Boden liegenden Winkler einlupfen kann.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dem Primus mit der knappen F\u00fchrung in numerischer \u00dcberzahl offensiv nur wenig einf\u00e4llt, agiert der Waldbadexpress fortan nach dem Motto \u201eJetzt erst Recht!\u201c. In den verbleibenden 15 Minuten peitschen sich die Senner Kicker offensiv und defensiv verbal und fu\u00dfballerisch zu einem unfassbaren Endspurt. Die Hausherren schaffen es tats\u00e4chlich noch einmal sich aufzub\u00e4umen und den einen Mann weniger nahezu vergessen zu machen. Jeder Akteur packt noch einmal einige Prozentpunkte auf die eh schon 110% oben drauf und dr\u00fcckt im Kollektiv auf den Ausgleich. Alles in die Waagschale werfend rollt in der Nachspielzeit ein letzter Angriff \u00fcber die rechte Senner Seite. Tief in der gegnerischen H\u00e4lfte wird der Ball scharf vor das Tor gebracht, wo ausgerechnet Gian-Luca Linstromberg, der vor dem Gegentor einen f\u00fcr ihn untypischen Fehler begang, zum 1:1-Ausgleich eink\u00f6pfen kann \u2013 der Jubel kennt keine Grenzen, Wahnsinn! Zwei Minuten und eine weitere Ecke der G\u00e4ste sp\u00e4ter setzt der Schiedsrichter einen Schlussstrich unter diese Begegnung.<\/p>\n<p>Aus aktiver Sicht f\u00e4llt es schwer ein sachliches Fazit aus dieser physisch und psychisch unfassbar fordernden Begegnung zu ziehen. Im Endeffekt war es nur ein weiteres Ligaspiel und ein weiterer Punkt gegen den Abstieg. Im Endeffekt hat dieses Ergebnis wohl keinen entscheidenden Einfluss auf das Abschneiden am Ende der Spielzeit. Dennoch zeigt die Leistung und der damit einhergehende Spielverlauf ein weiteres Mal, zu was wir in der Lage sind. Diese 90 Minuten, in denen wir der wohl spielerisch st\u00e4rksten Mannschaft der Liga mit den Grundtugenden das Leben so verdammt unangenehm und schwer wie nur irgend m\u00f6glich gemacht haben, m\u00fcssen uns f\u00fcr die kommenden Aufgaben pushen. Zur Zeit macht es einfach Riesenfreude mit jedem einzelnen auf dem Platz zu stehen und Woche f\u00fcr Woche f\u00fcr das eigene Ziel zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wow! Auch in der pers\u00f6nlichen Nachbetrachtung des Spiels f\u00e4llt es einzelnen Akteuren noch immer nicht leicht, die eigenen Gedanken zu ordnen und die gut 95 gespielten Minuten zu verarbeiten. 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